Wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität und der Verkehrssituation können nur realisiert werden, wenn man über das Verkehrsverhalten der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger und deren Einstellungen zum Verkehr Bescheid weiß.
Im Rahmen der Erarbeitung des Landesverkehrskonzepts wurden im Jahr 2003 daher wesentliche Daten und Informationsgrundlagen durch eine umfangreiche Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung gewonnen. Die Überprüfung der Erreichung der im Verkehrskonzept festgeschriebenen Ziele soll u. a. ebenfalls auf Basis der aktualisierten Daten über das Mobilitätsverhalten erfolgen.
Im Verkehrskonzept ist vorgesehen, dass etwa alle fünf Jahre eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung vorgenommen werden soll. Aus diesem Grund wurde Oktober 2008 wiederum eine derartige umfangreiche Erhebung durchgeführt. Die Ergebnisse, die nun vorliegen, stellen aber auch für die weiteren Planungen, beispielsweise für den ÖPNV, den Radverkehr oder für die Erstellung regionaler Verkehrskonzepte sowie die laufenden Planungsverfahren im Unteren Rheintal und in Feldkirch eine wichtige Grundlage dar.
Ergebnisse:
- Die Vorarlberger Bevölkerung ist "sehr mobil". 90 Prozent der Bevölkerung gehen an einem Werktag außer Haus (2003: 89 Prozent), an Sonntagen sind es 81 Prozent (2003: 84 Prozent). Periphere Gemeinden fallen naturgemäß etwas ab, liegen aber werktäglich immer noch über dem Österreichschnitt.
- Geht eine Person an einem Werktag außer Haus, legt sie durchschnittlich 3,6 Wege zurück.
- Derzeit besitzen 82 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ein eigenes Fahrrad, das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2003.
- Im Vergleich zu 2003 ist der Radanteil, der auch damals mit 14 Prozent schon weit über dem österreichischem Durchschnitt lag, weiter leicht auf 15 Prozent gestiegen. Die Steigerung geht aber zu Lasten des Fußwegeanteils, der von 19 Prozent auf 18 Prozent leicht zurückgegangen ist.
- Bei den Personen ab 18 Jahren besitzen derzeit bereits 90 Prozent einen Führerschein der Klasse B und damit um drei Prozent mehr als 2003. Diese Steigerung ist fast ausschließlich auf den gestiegen Anteil bei den Frauen zurückzuführen (2003: 83 Prozent, 2008: 87 Prozent).
- Einen starken Anstieg gab es beim Besitz einer Zeitkarte für den Öffentlichen Verkehr. Lag dieser Anteil 2003 noch bei 16 Prozent, so besitzen im Jahr bereits 29 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung eine Zeitkarte für den ÖV.
- Der Wegeanteil des Öffentlichen Verkehrs ist gegenüber 2003 von 11 Prozent auf 13 Prozent gestiegen. Damit liegt Vorarlberg zwar unter dem hohen Österreichschnitt, der allerdings durch die besondere Situation in Wien (35 Prozent ÖV-Anteil) bedingt ist.
- 27 Prozent der Wege führen zur Arbeit, die Hälfte betreffen die Aktivitäten Einkaufen, private Erledigungen und Freizeit. Im Vergleich zu 2003 haben die Freizeitwege auf Kosten der Einkaufswege um 3 Prozent zugenommen.
- Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist um 2 Prozent-Punkte zurückgegangen und beträgt im Jahr 2008 54 Prozent (44 Prozent Lenker und 10 Prozent Mitfahrer). Der Lenkeranteil betrug 2003 noch 46 Prozent bei ebenfalls 10 Prozent Mitfahrern. Der Besetzungsgrad ist von 1,21 auf 1,23 leicht gestiegen.
Weitere Informationen über die Verkehrsbefragung 2008 können Sie untenstehender Infobox entnehmen.