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Die Herausforderung von Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum nebeneinander auf engstem Raum wird besonders im Unteren Rheintal sichtbar. Als einer der dynamischsten Wirtschaftsräume in Europa stellt die Region einen attraktiven Standort für moderne, exportorientierte Unternehmen dar. Der Lebensraum wächst aus einzelnen Dörfern und kleinen Städten immer mehr zu einem vernetzten und beinahe geschlossenen Siedlungsraum mit hoher Lebensqualität zusammen. Aufgewertet wird der Lebensraum durch eine Reihe von Naturschutzgebieten und hochwertigen Naturräumen wie das Rheintaldelta, die Dornbirnerach-Mäander oder die großen Riedgebiete, wie das Vogelschutzgebiet Lauteracher Ried.
Die positiven wirtschaftlichen und demographischen Entwicklungen sowie die damit verbundene Zunahme des regionalen und grenzüberschreitenden Verkehrs haben maßgeblichen Einfluss auf die Mobilität. Es ist notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, die den Veränderungen durch die steigende Verkehrsbelastung entgegenwirken. Durch die aktive Beteiligung aller Betroffenen in einem so genannten partizipativen Planungsverfahren sollen die Siedlungsgebiete entlastet und die Natur- und Landschaftsräume geschützt bleiben.
Die 16 beteiligten Vorarlberger Gemeinden:
Gemeinde Hörbranz,
Gemeinde Lochau,
Gemeinde Kennelbach,
Landeshauptstadt Bregenz,
Marktgemeinde Hard,
Gemeinde Fußach,
Gemeinde Höchst,
Gemeinde Gaißau,
Marktgemeinde Lauterach,
Marktgemeinde Wolfurt,
Gemeinde Schwarzach,
Marktgemeinde Lustenau,
Stadt Hohenems,
Bezirkshauptstadt Dornbirn,
Gemeinde Altach
und die Gemeinde Mäder.
Darüber hinaus werden die Gemeinden des Schweizer Rheintales durch die Gemeindepräsidenten von St. Margrethen und Diepoldsau vertreten.
Das Planungsverfahren „Mobil im Rheintal“ hatte zum Ziel, auch in Zukunft die Mobilität sowie die hohe Lebensqualität im Unteren Rheintal zu garantieren. Es galt ein verkehrsträgerübergreifendes Maßnahmenpaket zu finden, das den Bedürfnissen und Anliegen der Beteiligten am ehesten gerecht wird und einen möglichst breiten Konsens aufweist. Dieses Paket sollte auch die Grundlage für eine gegebenenfalls notwendige „Strategische Prüfung Verkehr“ (SPV) darstellen.
Die Zielformulierung finden Sie in untenstehender Infobox.
Die Ausgangslage
Die S 18 Bodensee Schnellstraße sollte auf rund sieben Kilometer Länge die A 14 Rheintal Autobahn mit dem Schweizer Autobahnnetz verbinden und damit eine Verkehrsentlastung für die Gemeinden im Unteren Rheintal herbeiführen. Teile der Trassenverordnung des von der Landesregierung beschlossenen Amtsprojekts der S 18 wurden im Juni 2006 vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Im Herbst 2006 wurde mit der Konzeption und Vorbereitung eines offenen Planungsprozesses begonnen, der von allen Landtagsparteien durch einen Beschluss im volkswirtschaftlichen Ausschuss mitgetragen wurde.
Die Lösung im Konsens
Kern des konsensorientierten Planungsverfahrens war die aktive Beteiligung der betroffenen Gemeinden, der Bürgerinnen und Bürger, Vertretern der Schweiz, der ASFINAG, sowie der wichtigsten Interessenvertretungen, Bürgerinitiativen und Aktionsgemeinschaften. Sie alle wurden in den Planungsprozess mit eingebunden.
"Ich bin überzeugt, dass wir mit 'Mobil im Rheintal – am richtigen Weg!' einen Meilenstein für noch mehr Lebensqualität im Unteren Rheintal setzen können. Dazu brauchen und wollen wir die Lösungsbereitschaft und Unterstützung aller,“ lädt Landesrat Rüdisser zu einer breiten Beteiligung ein.
Für die einzelnen Teilnehmer standen unterschiedliche Themen und Herausforderungen im Vordergrund. Die Einbindung aller Beteiligten sowie das dynamische, partizipative Verfahren ermöglichte eine flexible Steuerung des Prozesses, die sich dem aktuellen Informations- und Wissensstand laufend anpasste. Auf neu auftretende Argumentationen konnte damit unmittelbar reagiert werden.
Landesrat Rüdisser: „Ich bin überzeugt, dass wir trotz aller inhaltlichen Differenzen, zu guten Lösungsvorschlägen gelangt sind. Auf Basis einer tragfähigen Empfehlung des Regionalforums können die weiteren Schritte zur Detailplanung und Umsetzung der Vorschläge eingeleitet werden. Wir befinden uns damit auf einem guten, auf dem richtigen Weg und ich darf mich in diesem Sinne bei allen, die sich für diesen Prozess eingesetzt und daran mitgearbeitet haben, herzlichst bedanken“.
Das Gesamtkonzept des Planungsverfahrens finden Sie in untenstehender Infobox.
Die Beteiligten und ihre Aufgaben
Geführt wurde der Planungsprozess von einem Steuerungsteam unter der Leitung von Landesrat Karlheinz Rüdisser. Das Steuerungsteam war für verkehrspolitische Fragen sowie organisatorische Entscheidungen verantwortlich und bestand aus drei Bürgermeistern, welche von den Gemeinden nominiert wurden, zwei Vertretern der ASFINAG, zwei Vertretern des Landes und einem Vertreter des Verkehrsministeriums.
Als Dreh- und Angelpunkt stand das Regionalforum mit seinen 36 Teilnehmern im Zentrum der Organisationsstruktur. Hier wurden Ideen vorgebracht, Lösungsmöglichkeiten diskutiert und Alternativen und Varianten auf deren Konsensfähigkeit geprüft. Im Regionalforum fand auch der Interessenausgleich statt. Es bestand aus den Bürgermeistern der 16 Projektgemeinden, je einem Vertreter der vier Landtagsparteien, der Naturschutzanwaltschaft, Vertretern der Interessenverbände sowie von NGO´s, des Öffentlichen Nahverkehrs, der Bürgerinnen und Bürger von Bürgerinitiativen sowie zwei Gemeindepräsidenten, welche die Schweizer Nachbargemeinden vertraten. Im Abstand von etwa 6 bis 8 Wochen konnten im Rahmen der Sitzungen des Regionalforums die Anliegen, Wünsche aber auch das Wissen um die Anliegen vor Ort, eingebracht werden. Ein externes Moderatorenteam übernahm die Moderation und Koordination des Regionalforums.
Das Kernteam war zuständig für die Steuerung und Koordination der fachlichen Arbeit und stützte sich auf externe Experten, die in Planungsgruppen Lösungsvorschläge ausarbeiteten, Alternativen und Varianten beurteilten und Fragen des Regionalforums beantworteten. Das Kernteam bestand aus Vertretern der Fachabteilungen des Landes, zwei Vertretern der ASFINAG, vier Vertretern der Fachabteilungen von Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Lustenau und Hard, zwei Vertretern des Kantons St. Gallen und einer Vertreterin der Naturschutzanwaltschaft. Die Leitung des Kernteams oblag dem Gesamtprojektleiter des Planungsverfahrens, Dipl.-HTL-Ing. Christian Rankl von der Abteilung VIa-Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten des Landes Vorarlberg.
Die Struktur des Planungsverfahrens finden Sie in untenstehender Infobox.
Der Fahrplan
Das konsensorientierte Planungsverfahren unterteilte sich in verschiedene Planungsphasen.
Die Vorbereitungsphase bestand aus der Konzeption des Beteiligungsverfahren sowie der Einbindung der möglichen Teilnehmer in die Konzeption, die Ausschreibung und Festlegung der externen Expertenteams sowie der Aufgabenverteilung.
In der ersten Planungsphase wurden die Grundlagen aufgearbeitet, Alternativen im Straßennetz und beim Öffentlichen Verkehr untersucht und daraus Maßnahmenbündel entwickelt, die einer Grobbeurteilung unterzogen werden. Nach einer Selektion der Alternativen und Maßnahmenbündel wurden in der zweiten Planungsphase daraus Varianten entwickelt und mittels einer verfeinerten Bewertung und Beurteilung untersucht.
In der dritten Planungsphase wurden drei Maßnahmenbündel noch genauer analysiert und diskutiert, sodass am Ende zwei Maßnahmenpakete der Landesregierung als Empfehlung zur weiteren Planung übergeben werden konnten. Ergänzt wurden diese Vorschläge um Empfehlungen zu kurz- bis mittelfristigen Maßnahmen sowie zur weiteren Vorgangsweise.
Wesentlich ist, dass das Regionalforum im Planungsprozess in alle Überlegungen der Planungsphasen eingebunden war, ihre Anliegen, Wünsche aber auch ihr Wissen um die Situation vor Ort sowie Ideen und Alternativen zur Prüfung einbringen und durch Hinterfragen der Ergebnisse alle Planungsüberlegungen nachvollziehen konnte. Das konsensorientierte Planungsverfahren verknüpfte somit zwei Ebenen - die Ebene des Regionalforums und die Expertenebene - die sich laufend miteinander austauschten.
Ergebnisse
Die erarbeiteten Ergebnisse wurden in drei Zwischenberichten und im 4. und letzten Fachbericht zusammengefasst und der Öffentlichkeit vorgestellt. In eigenen Informationsveranstaltungen wurde im März 2011 den Bürgern die Möglichkeit geboten, sich umfassend zu informieren und die Planungen persönlich mit den Experten zu diskutieren. Nach Abschluss dieser Bürgerinformationen wurden noch weitere offene Fragen geklärt und in der Folge das Schlussdokument verfasst.
Weitere Informationen finden sie unter Veranstaltungen und "Dokumentation der Ergebnisse".
Nach der umfassenden Aufbereitung der Grundlagen wurden in den letzten Monaten fünf verkehrsträgerübergreifende Alternativen (Maßnahmenpakete im Bereich Bus & Bahn, beim Güterverkehr, dem Radverkehr sowie in der Verkehrsorganisation und -politik) sowie 16 Alternativen im Straßennetz (Korridore für mögliche Straßenverbindungen) ausgearbeitet. Für diese liegt jetzt die Untersuchung der Verkehrswirksamkeit vor. Die Verkehrswirksamkeit ist aber nur eine Bewertungs- bzw. Betrachtungsstufe. In den nächsten Wochen werden alle Alternativen auch auf ihre Wirkung nach Raum und Umwelt (Wirkungsanalyse) untersucht sowie einer Nutzen-Kosten-Untersuchung unterzogen. Auf Basis der spätestens im Herbst vorliegenden umfassenden Bewertungen werden von den Gremien des Planungsverfahrens (Regionalforum, Steuerungs- und Kernteam) weniger Erfolg versprechende Alternativen nicht weiter bearbeitet. In einer zweiten Runde werden die verbleibenden Alternativen weiter entwickelt und Kombinationen aus verkehrübergreifenden Alternativen und Straßenalternativen gebildet. Selbstverständlich werden auch diese anschließend aufgrund ihrer Wirkungen (Verkehrswirksamkeit, Wirkung auf Raum und Umwelt, Nutzen-Kosten-Untersuchung) beurteilt. Die Ergebnisse werden im 1. Halbjahr 2010 im Regionalforum diskutiert und in einem Schlussbereicht zusammengefasst. Dieser wird den Auftraggebern mit einer Empfehlung übergeben.
Ein erstes Resümee lässt sich aber schon jetzt ziehen! Eine optimale Wirkung im Sinne der im Planungsverfahren definierten Ziele lässt sich nur durch eine Kombinationen von Straßenalternativen mit verkehrsträgerübergreifenden Alternativen / Verbesserungen im öffentlichen Verkehr erzielen.
Auch ein zweites Resümee ist zulässig. Das Planungsverfahren „Mobil im Rheintal“ ist österreichweit einmalig. Noch nie wurde in einem solch umfassenden, alle Fragen beleuchtenden und auf Konsens ausgerichteten Prozess eine Lösung für Mobilitätsfragen gesucht.
Den "Zwischenbericht Stand April 2009" finden Sie in untenstehender Infobox.
Das konsensorientierte Planungsverfahren „Mobil im Rheintal“ kommt im nächsten Jahr in die entscheidende Phase. Bis Ende des Jahres 2010 soll der Vorarlberger Landesregierung ein Maßnahmenpaket vorgelegt werden, das zu einer nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssituation im Unteren Rheintal führt.
Vergangene Monate sehr arbeitsintensiv
Die letzten Monate gestalteten sich für die Expertenteams und das Regionalforum sehr arbeitsintensiv. Neun der 16 im April vorgestellten Straßenalternativen wurden aufgrund ihrer geringen Verkehrswirksamkeit zurückgestellt und werden vorerst nicht weiter bearbeitet. Im Zwischenbericht vom April 2009 wurden 5 verkehrsträgerübergreifende Alternativen sowie 16 Alternativenkorridore für neue Straßenlösungen im Unteren Rheintal umfassend vorgestellt, die von den Fachexperten auf ihre grundsätzliche Verkehrswirksamkeit geprüft wurden. In einer breiten Diskussion dieser Ergebnisse im Regionalforum wurden jene, die wenig zur Zielerreichung beitragen oder aufgrund von technischen bzw. ökologischen Kriterien nicht oder nur mit enormem Ressourcenaufwand umgesetzt werden können, für die weitere Beurteilung zurückgestellt. Dies bedeutet, dass zwischenzeitlich 7 Alternativenkorridore auf der Straßenseite sowie alle verkehrsträgerübergreifenden Alternativen wie z. B. die Ringstraßenbahn, Buslösungen, Stadtregionalbahn etc. weiter begutachtet bzw. bearbeitet wurden und werden. Die Zurückstellung von Alternativen mit geringer Verkehrswirksamkeit hatte zum Ziel, aus Effizienz- und Kostengründen, die Anzahl, für die sowohl eine Wirkungs- wie auch Nutzen-Kosten-Analyse durchzuführen ist, einzuschränken. Für eventuell weiter oder noch neu zu entwickelnde Kombinationslösungen können die zurückgestellten Alternativen aber jederzeit wieder in den Prozess zurückgeholt werden.
MIR am richtigen Weg
Das Planungsverfahren ist trotz der Komplexität für die Teilnehmer des Regionalforums auf einem guten Weg. Im Laufe ergeben sich selbstverständlich immer wieder Problembereiche, die im Sinne eines erfolgreichen Prozesses geklärt werden müssen. So wurde beispielsweise die Mobilitätsprognose um zwei Szenarien erweitert und auch vereinbart, wie mit den Klimazielen im Rahmen des Planungsverfahrens umgegangen werden soll. Damit wird sicher gestellt, dass mögliche unterschiedliche Entwicklungen der für die Mobilitätsentwicklung wichtigen Parameter, wie die Entwicklung der Energiepreise, die Auswirkungen des aktuellen Wirtschaftseinbruchs, das Verhalten der Haushalte auf Preisänderungen sowie die Einbeziehung der CO2-Ziele in die Prognose entsprechend berücksichtigt werden.
Den "2. Zwischenbericht Stand Dezember 2009" finden Sie in untenstehender Infobox.
Im Sinne einer effizienten Vorgangsweise werden im konsensorientierten Planungsverfahren schrittweise Alternativen begründet zurückgestellt, um gezielt jene mit dem größten Potenzial weiter zu entwickeln bzw. noch detaillierter zu prüfen.
So wird im Bereich der verkehrsträgerübergreifenden Alternativen einerseits eine optimierte Lösung mit Elementen aus dem Ringbussystem (Hybridbus), einer Verbesserung des
herkömmlichen Bussystems sowie des Schienenverkehrs weiterentwickelt, andererseits als zweite Alternative die Ringstraßenbahn optimiert.
Bei den Straßenalternativen wurde vereinbart, die Ostumfahrung von Lustenau sowie die Kombination aus einer Südumfahrung von Hard und Lauterach sowie der Ostumfahrung von Lustenau weiter zu entwickeln.
Ergänzend dazu wurden Vorschläge von Lustenau ins Regionalforum eingebracht, wie z. B. eine Westumfahrung im Rheinvorland, oder der reduzierte Ausbau der L 41 mit Anschluss an die A 14 bei Dornbirn Nord in Kombination mit einem neuen Grenzübergang beim Bruggerloch sowie in Lustenau südlich des heutigen Grenzübergangs. Um die lokalen Kenntnisse und Besonderheiten für die Weiterentwicklung der Alternativen und ihrer Kombinationen berücksichtigen zu können, wurden die Experten der Fachabteilungen der Gemeinden in den Planungsprozess eingebunden.
Zurückgestellt wurden u. a. der Ringbus in der Ausführung als O-Bus und das in der ersten Stufe angedachte System für einen Schienenpersonennahverkehr. Bei den Straßenalternativen wurde u. a. zurückgestellt: Die alleinige Südumfahrung von Hard und Lauterach, die Verbindung der Rheintal Autobahn mit der Autobahn auf Schweizer Seite über Dornbirn Süd mit Rheinuntertunnelung, die Verbindung der beiden Autobahnen zwischen Dornbirn Nord und St. Margrethen entlang der L 41 sowie die Verbindung der beiden Autobahnen beginnend beim Südportal des Pfändertunnels, einer Südumfahrung von Lauterach und Hard, der Anbindung in St. Margrethen und einer Ostumfahrung von Lustenau.
Verbesserte Wirkung durch Kombinationen
Um die verkehrliche Wirkung weiter zu steigern, werden bisher einzeln betrachtete Alternativen sinnvoll miteinander kombiniert. Diese Alternativenkombinationen können sowohl durch die Kombination von wirksamen Elementen der verkehrsträgerübergreifenden Alternativen als auch durch die Kombination von verkehrsträgerübergreifenden Alternativen mit Straßenalternativen entstehen. Für die weitere Planung wurde die Untersuchung nachfolgender Alternativenkombinationen vereinbart:
Weitere Vorgangsweise – Zeitplan
Derzeit werden die Alternativenkombinationen in ihrer Wirkung auf Raum und Umwelt sowie im Hinblick auf Kosten und Nutzen detailliert bewertet. Die Ergebnisse werden dann Ende 2010 / Anfang 2011 den Gremien der Gemeinden sowie der Bevölkerung präsentiert.
Die Erkenntnisse aus den Informationsveranstaltungen werden geprüft und wenn möglich bei der Weiterentwicklung der Alternativen berücksichtigt. Anschließend werden ein Schlussbericht und eine Empfehlung erarbeitet, in den Gremien diskutiert und voraussichtlich Ende des 1. Quartals 2011 an die Landesregierung und Asfinag übergeben.
Den "3. Zwischenbericht Stand September 2010" finden Sie in untenstehender Infobox.
Mit dem 1. Regionalforum startete am 21. Februar 2008 das konsensorientierte Planungsverfahren „Mobil im Rheintal“. Nach mehr als dreieinhalbjähriger gemeinsamer Arbeit und nach intensiven Diskussionen aller möglichen und denkbaren Lösungsansätze, wurde nunmehr das Schlussdokument mit den Empfehlungen des Regionalforums an die Landesregierung übergeben.
Die in den Prozess gesetzten Hoffnungen der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger waren groß. Im Besonderen erwarten die von Stau und Lärm betroffenen Straßenanrainer und Verkehrsteilnehmer eine spürbare Entlastung. Es war die Aufgabe aller am Prozess Beteiligten diese Hoffnungen nicht zu enttäuschen. Sowohl die Realisierung von verkehrsträgerübergreifenden Alternativen, wie auch von Straßenalternativen, hat spürbare Auswirkungen auf den Arbeits-, Lebens- und Erholungsraum im Unteren Rheintal und bedurfte einer hohen Kompromissbereitschaft aller Beteiligten. Das im Landesverkehrskonzept formulierte Ziel, gemeinsam ein verkehrsträgerübergreifendes Maßnahmenpaket, zu erarbeiten, das eine zielkonforme Straßenverbindung zwischen Österreich und der Schweiz enthält, konnte mit der Vorlage des Schlussdokuments erreicht werden. Dabei wurden gute, nachvollziehbare Grundlagen für den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr im Planungsraum, welche auch in anderen fachlichen Bereichen gut verwendet werden können, erarbeitet. Der breit aufgestellte Planungsprozess hat für Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse gesorgt. Er hat die Möglichkeit gegeben, viele Aspekte und lokale Kenntnisse mit zu berücksichtigen und manchmal auch die Sicht der Dinge zu verändern sowie das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Es wurde Klarheit darüber geschaffen, in welchen Bereichen der öffentliche Verkehr eine Alternative darstellt und in welchen Bereichen eine Straße für eine Gesamtlösung unabdingbar ist. Einvernehmen wurde darüber erzielt, dass unter den getroffenen Annahmen ohne eine Straßenlösung der Raum Lustenau / Höchst / Fußach nicht wirksam entlastet werden kann. Damit u. a. im Raum Bregenz und den Gemeinden entlang der L190 eine wirksame Verkehrsentlastung erreicht werden kann, sind Maßnahmen im öffentlichen Verkehr besonders wichtig, wobei die Bahn als Rückgrat anzusehen ist, welche gestärkt und noch attraktiver werden muss. Einigkeit besteht auch darin, dass in den Bereichen der Begleitmaßnahmen (Push & Pull - Maßnahmen wie Busbeschleunigung, Verbesserung Fahrradverkehr, Mobilitätsmanagement etc. bis hin zur Parkraumbewirtschaftung) gemeinsamer Handlungsbedarf besteht, der in einer gemeinsamen Absichtserklärung von Land und Gemeinden zum Ausdruck gebracht wird.
Das "Schlußdokument mit Empfehlungen“ des Regionalforums an die Landesregierung finden Sie in unten stehender Infobox.
Die Verkehrsplanungen im Unteren Rheintal betreffen selbstverständlich auch die Zukunft der Jugend. Das Projekt wurde von „Mobil im Rheintal“ initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Lebensministerium (klima: aktiv-mobil), mit Jugendorganisationen und -einrichtungen des Landes Vorarlberg, mit dem Verkehrsverbund Vorarlberg und mit dem WIFI durchgeführt:
Ziele für die beiden Tage waren:
Die Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen. Am ersten Tag waren 52 Jugendliche anwesend, am zweiten Tag 24. Zusätzlich nahmen auch jeweils 2 Mitarbeiter von Jungendorganisationen teil. Neben mehreren Verkehrsexperten von „Mobil im Rheintal“ stand auch der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vorarlberg, Christian Österle, für Fragen zur Verfügung.
Der Ablauf wurde in 4 Phasen gegliedert:
Über ihre Eindrücke von der Zukunftswerkstatt sowie über ihre Vorstellungen und Überlegungen zum Verkehr der Zukunft diskutierten fünf Berichterstatter der Jugendlichen mit dem Regionalforum. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeit in der Zukunftswerkstatt von den Jugendlichen als interessant und spannend empfunden wurde. Sie haben es als sehr positiv empfunden, dass sie ihre Meinung sagen konnten und haben sich auch sehr daran interessiert gezeigt, dass das, was besprochen wurde, auch umgesetzt wird.
Ganz konkret wurden folgende Punkte formuliert:
Die Jugendlichen haben sich auch mit dem Thema „Schwebebahn“ beschäftigt. Eine solche könnte nach ihren Vorstellungen eventuell für neuralgische Punkte überlegt werden, besonders da die Technologie über die Firma Doppelmayr im Lande verfügbar sei. Als Beispiel für eine Stadt mit einer Schwebebahn wurde Wuppertal genannt. Generell zeigten sich die Jugendlichen an Verkehrsthemen sehr interessiert und wollen auch weiterhin über den Planungsprozess informiert werden. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vorarlbergs Christian Österle lobte die aktive Beteiligung der Jugendlichen und die gelungene Zukunftswerkstatt. Der öffentliche Verkehr ist das Bewegungsmittel dieser Altersgruppe und die jungen Menschen haben ein hohes Sensorium, was Probleme in diesem Bereich betrifft. Es ist deshalb sehr wichtig, sie ernst zu nehmen und auf ihre Wahrnehmungen zu hören. Die jungen Menschen sind bereit mitzuarbeiten. Ihre Forderungen sind auch meist umsetzbar.
In der Diskussion wurde angeregt, die Kommunikation zwischen Nutzern und Anbietern auszubauen und die Jugendlichen als vollwertige Fahrgäste in den Kommunikationsprozess einzubeziehen. Der Schwerpunkt der Zukunftswerkstatt lag thematisch auf dem öffentlichen Verkehr. Beim Radverkehr wurde von den Jugendlichen eine Radwegverbindung zwischen Lustenau und Lauterach gefordert. Diskutiert wurde auch die Frage einer Staffelung der Beginnzeiten des Schulunterrichtes. Dadurch ließen sich die Probleme der „Rushhour“, bei der viele zusätzliche Busse eingesetzt werden müssen, entschärfen. In dem Zusammenhang wurde ein gemeinsames Gespräch zwischen der Schulverwaltung, den SchülerInnen, der Lehrerschaft und dem Landesschulrat angeregt.
Die Einladungsfolder, Protokolle sowie weitere Informationen finden Sie in nachstehender Infobox.