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Zukunft - Büro für Zukunftsfragen

Die "Stiglitz-Kommission"

Im Februar 2008 ist von Frankreichs Präsident Sarkozy eine mit hochrangigen internationalen Experten besetzte Kommission (die sogenannte „Stiglitz-Kommission“) eingerichtet worden. Sie wurde mit der Aufgabe betraut, Vorschläge auszuarbeiten, wie eine umfassendere Messung von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt aussehen könnte.

Der Entwicklungsstand und Reichtum einer Gesellschaft wird üblicherweise anhand des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen, also anhand des Werts der Güter und Dienstleistungen, die in einem Land produziert werden. „Je mehr produziert wird, umso besser“, das war über Jahrzehnte der weltweit allgemein anerkannte politische Leitsatz.

Diese Philosophie wurde 1972 erstmals erschüttert, als der Club of Rome auf die Grenzen des Wachstums hingewiesen und die Notwendigkeit thematisiert hat, Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch voneinander zu entkoppeln. Denn nicht alles, was das BIP wachsen lässt, führt zu einer Steigerung der Lebensqualität (Beispiele dafür sind Katastrophen, Krankheiten und Unfälle). Besonders die jüngsten Ereignisse an den Finanzmärkten haben aufgezeigt, dass eine einseitige Orientierung am quantitativen Wachstum sogar verhängnisvoll sein kann.
Im Februar 2008 ist deshalb von Frankreichs Präsident Sarkozy eine mit hochrangigen internationalen Experten besetzte Kommission (die sogenannte „Stiglitz-Kommission“) eingerichtet worden. Sie wurde mit der Aufgabe betraut, Vorschläge auszuarbeiten, wie eine umfassendere Messung von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt aussehen könnte.


Wo wollen wir hin? Was ist uns wirklich wichtig? Was sollen wir anstreben?

Im September 2009 hat die Stiglitz-Kommission schließlich ihre Erkenntnisse in Form von zwölf Empfehlungen präsentiert, die sich verkürzt so zusammenfassen lassen:

  • Um materielles Wohlergehen künftig besser einschätzen zu können, sollen z.B. nicht nur die Produktion sondern noch stärker Einkommen und Konsum betrachtet werden. Wichtige Ergänzung dabei: dies sollte nicht nur auf volkswirtschaftlicher Ebene erfolgen, sondern auch die Haushaltseinkommen umfassen. Marktferne Aktivitäten wie Pflege oder freiwilliges Engagement müssten ebenso in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einfließen.
  • Neben rein materiellen Dimensionen soll künftig stärker auch das Wohlergehen der Bevölkerung untersucht werden. Dazu gehören z.B. die Bereiche Gesundheit, Bildung, soziale Beziehungen oder die Qualität der Umwelt. Entsprechende Indikatoren müssten hierfür entwickelt werden.
  • Zudem soll die Nachhaltigkeit von Entwicklungen stärker ins Blickfeld gerückt werden.

Der Stiglitz-Bericht hat dazu geführt, dass in weiterer Folge auch andere Länder damit begonnen haben, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen (z.B. Deutschland und Großbritannien). Sowohl die Stiglitz-Kommission wie auch die eingerichtete deutsche Enquete-Kommission empfehlen, eine breite Diskussion über gesellschaftliche Ziele und Werte zu führen. Erst auf der Basis dieser Ergebnisse können dann entsprechende Indikatoren und Kriterien ermittelt werden, die helfen sollen, wirtschaftliche Leistung und gesellschaftlichen Fortschritt noch aussagekräftiger darzustellen.

Unten finden Sie die Endfassung des "Stiglitz-Berichts" zum Download.

Infobox

Kontakt:

  1. Amt der Landesregierung – Büro für Zukunftsfragen (Lageplan·Fahrplan), Telefon +43 (0) 5574 / 511-20605, E-Mail 


Download:

Bericht der Stiglitz-Kommission_Englisch (3.2 MB)

Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme


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