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Unter "Sozialkapital" versteht man den sozialen Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft. Freundschaft, Anerkennung, Wertschätzung und Geborgenheit – all das ist ein Kapital, das mehr wert ist als Geld und auch mit Geld allein gar nicht zu kaufen ist. Diesem Zusammenhalt in Familien, Unternehmen, Schulen, Institutionen, Vereinen, Gemeinden usw. widmet die internationale Forschung heute besonders hohe Aufmerksamkeit.
Besonders im Bereich der Zufriedenheit und des Vertrauens in das Gesundheitssystem sind die Bregenzerinnen und Bregenzer auf einem sehr hohen Niveau.
In Verbindung mit dem Sozialkapital auf Ebene der Beziehungen zu Freunden und Bekannten (Meso-Ebene) hat die Studie Verbesserungspotenzial aufgezeigt. Es herrscht sehr wohl ein dichtes Beziehungsnetz innerhalb der Familie (Mikro-Ebene) bzw. im engeren Freundeskreis. Es gibt jedoch kaum Beziehungen zu einem weiteren Bekanntenkreis.
Auf der Makro-Ebene (Ebene der Sinngebung) hat der Stellenwert der Natur eine überragende Bedeutung erlangt, während Politik und Religion zunehmend an Bedeutung verlieren. Besonders für die Bürgerinnen und Bürger türkischer Abstammung hat die Religion immer noch einen sehr hohen Stellenwert – dies ist vor allem auch darauf zurückzuführen, dass für Sie andere gesellschaftliche Bereiche weniger zugänglich sind.
Auf der Ebene des Bürgerschaftlichen Engagements konnten in Bregenz sehr gute Ergebnisse erizelt werden. Ein Drittel der Bregenzer Bevölkerung engagiert sich freiwillig und unbezahlt in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Darüber hinaus ist auch die Bereitschaft sich zu engagieren sehr hoch, sowohl von Personen, die sich bereits engagieren, als auch von Personen, die bis dato nicht ehrenamtlich tätig waren. Vor allem Menschen mit höherer Bildung engagieren sich vergleichsweise stärker: 45% der Personen mit Hochschulabschluss sind ehrenamtlich tätig, Personen mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss hingegen mit einem Anteil von 23%. Auch aus beruflicher Perspektive gibt es hier Unterschiede: Beamte und Selbstständige engagieren verhältnismäßig wesentlich stärker.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Einschätzung der Lebensqualität, auch hier geben die Bregenzerinnen und Bregenzer ein gutes Urteil ab. 86% halten die Lebensqualität für sehr gut bzw. gut.
Somit lässt sich festhalten, dass die Bregenzerinnen und Bregenzer in den Bereichen Lebensqualität, Bürgerschaftlichem Engagement und Gesundheit ein hohes Maß an Sozialkapital aufweisen. Defizite sind in der Diversität sozialer Beziehungen (bonding und bridging), sowie im Bereich der Gemeinschaft und Sinngebung festzustellen.
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Büro für Zukunftsfragen (LageplanFahrplan)
Download:
Sozialkapitalbroschüre_Bregenz_2008 (2.1 MB)
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