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Ziel des seit 2006 jährlich stattfindenden Jugend-Energie-Tages ist es, Jugendlichen aus der gesamten Bodenseeregion Beispiele für nachhaltige Energiewirtschaft in der Praxis vorzustellen. Auf Exkursionen können sie anschaulich erleben, welche Technologien es gibt und wie diese funktionieren. Dabei geht es nicht ausschließlich um Technik, sondern um eine nachhaltige Betrachtung der Beispiele. Die Bodensee Agenda 21 stellt dazu eine vereinfachte Variante des Projektbewertungsinstrumentes Projektcheck zur Verfügung, mit dem sich die Ergebnisse farbenfroh visualisieren lassen. Und so betrachteten die 130 Jugendlichen die Projekte nicht nur daraufhin welche sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen diese haben. Auch die möglichen Fern- und Zukunftswirkungen wurden kritisch unter die Lupe genommen.
Exkursionen, Auswertung und Diskussion
Fünf Exkursionen führten vom Basisstandort Kuppelnauschule in das Ravensburger Umland. Unter anderem zu Energiebauern, einer Wassermühle, einer Anlage zur solaren Klärschlammtrocknung, zu einem Turbinenhersteller und in das Energielabor der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Dabei bekamen die Jugendlichen zahlreiche Holzhackschnitzelöfen, Stirlingmotoren, geothermische Heiz- und Kühlsysteme, eine Rapsölpresse mit Tankstelle und beeindruckende Turbinenräder zu Gesicht. Das Beispiel der selbstversorgenden Stiftung Liebenau zeigte aufschlussreich, dass man auch mit Windeln effektiv, umweltfreundlich und sogar geruchsneutral heizen kann.
Bei der anschließenden Auswertung und Präsentation wurden die Ergebnisse dem Podium vorgestellt. Dabei wurde auch deutlich, dass sich viele umweltfreundliche Technologien zugunsten der Energieressourcen miteinander kombinieren lassen. Dass die Schüler es mit den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit ernst meinen, zeigten sie in der anschließenden Diskussion mit der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner. Themen die dabei auf den Nägeln brannten waren der Dienstwagen der Ministerin, die Besteuerung von Pflanzenöl statt Kerosin, der Flächenverbrauch und die immer noch fortschreitende Abholzung des Regenwaldes. Nach soviel Kontroverse freute sich die Ministerin über den grenzüberschreitenden Charakter der Veranstaltung mit Jugendlichen aus der gesamten Bodenseeregion, die sich gemeinsam mit Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten zum Klimawandel auseinandersetzen.
Nachhaltigkeit kann Spaß machen
Zum konsequent nachhaltigen Konzept der Veranstaltung gehörten auch die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Exkursionszielen, die Bewirtung mit regionalen Produkten und eine Information über zahlreiche Energieberufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Dass soviel nachhaltige Konsequenz Spaß machen kann, zeigen auch die zahlreich entstandenen Bekanntschaften in den gemischten Exkursionsgruppen.
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Büro für Zukunftsfragen (LageplanFahrplan)