vorarlberg.at · Umwelt und Lebensmittel · Flüsse.Seen.Bäderhygiene
Kartierungszeitraum 1996 bis 2002
Ein dichtes Gewässernetz prägt die Natur und den Landschaftscharakter Vorarlbergs. Die Naturwerte der maßgeblichen Wasserläufe aber auch die Eingriffe in die Gewässersysteme wurden im Fließgewässerinventar erstmals systematisch und flächendeckend erhoben. 1.340 Bäche und Flüsse wurden vom Umweltinstitut des Landes im Detail analysiert und mit Bezug auf ihren ursprünglichen ungestörten Naturzustand bewertet. Untersucht wurden u.a. die Ausprägungen der Sohlbereiche und Uferstrukturen, der Zustand der Ufervegetation sowie die Umlandnutzungen. Auch sämtliche Verbauungen, Einleitungen und Abflussveränderungen wurden erfasst.
Insgesamt zeigt die naturräumliche Ausstattung der heimischen Fließgewässer ein sehr differenziertes Bild, das die Vielfalt der Nutzungen aber auch das noch bestehende Naturraumpotential widerspiegelt.
62 Prozent der untersuchten Gewässerstrecken besitzen natürlichen oder naturnahen Charakter. Hier zeigt sich das vor allem in den Berglagen noch über weite Strecken intakte Naturgefüge. 21 Prozent der Bach- und Flussstrecken weisen mäßige bis erhebliche strukturelle Beeinträchtigungen durch Verbauungen und Umlandeinflüsse auf und 17 Prozent sind auf Grund von Begradigungen und harten Verbauungen als massiv verändert und naturfremd einzustufen.
Die Naturausstattung der Fließgewässer ist regional sehr unterschiedlich. So können im intensiv genutzten Rheintal nur noch drei Prozent der Gewässerstrecken als naturnah ausgewiesen werden, während in den Bergtälern, wie beispielsweise im Großen Walsertal, noch an die 90 Prozent der Gewässerstrecken einen naturnahen Charakter und einen sehr guten ökologischen Zustand aufweisen.
Der Natürlichkeitsgrad der Gewässer war schon bisher ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung der ökologischen Funktionsfähigkeit gemäß Wasserrechtsgesetz. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die im Jahr 2000 in Kraft trat, setzt bei der Bewertung des Gewässerzustandes neue Maßstäbe. Im Vordergrund steht der ökologische Zustand. Neben biologischen Komponenten werden auch hydromorphologische Aspekte, die sich auf die Naturausstattung und das Abflussgeschehen der Gewässer beziehen, stärker berücksichtigt. Auch in dieser Hinsicht wurde das Fließgewässerinventar vorausschauend entwickelt.
Das Gewässerinventar wird zur laufenden Dokumentation der Gewässerentwicklung weiter betreut und periodisch aktualisiert.
Das Konzept zum Fließgewässerinventar Vorarlberg und Details über einzelne Talschaften ist in mehreren Bänden der Schriftenreihe Lebensraum Vorarlberg dargestellt:
Band 33, 1996: Fließgewässer in Vorarlberg, Gewässerstrukturen Erfassen – Bewerten – Darstellen. Ein Konzept.
Band 47, 2001: Gewässerinventar Teil 1: Strukturgüte der Fließgewässer des Vorarlberger Rheintals. Stand 1999.
Band 53, 2002: Gewässerinventar Teil 2: Strukturgüte der Fließgewässer im südlichen Vorarlberg. Stand 2001.
Band 57, 2004: Gewässerinventar Teil 3: Strukturgüte der Fließgewässer im nördlichen Vorarlberg. Stand 2003.
Die Berichte und die Gewässerinventarkarte sind beim Umweltinstitut des Landes Vorarlberg erhältlich.
Kontakt:
Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit – Informatik / Berichtswesen (LageplanFahrplan)
Download:
ErläuterungenZurKarte (380 kB)
HydromorphologischeKarte (10.6 MB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme