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Umwelt - Umwelt und Lebensmittel

Naturschutzgebiet Matschels

Naturschutzgebiet Matschels – Untersuchungen zum Bodenaufbau und zur Nährstoffversorgung im Unterried

In einem Flachmoorgebiet (Naturschutzgebiet Matschels) im oberen Vorarlberger Rheintal wurden vom Umweltinstitut des Landes Vorarlberg bodenkundliche Untersuchungen im Hinblick auf Eutrophierungserscheinungen durchgeführt. Die Untersuchungen zum Bodenaufbau sollten die Frage klären, ob es aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels zu Mineralisierungen der oberen Torfhorizonte kommt. Dies könnte zu einer Nährstoffanreicherung im Durchwurzelungsbereich führen.

 

Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde das Gebiet von den beiden Flüssen Rhein und Ill immer wieder überschwemmt. Lehm und Schotter überlagerten organisches Material. Es entstanden Torfhorizonte von unterschiedlicher Mächtigkeit in unterschiedlichen Tiefenstufen. Flußregulierungen und massive Kiesbaggerungen führten seit Beginn des letzten Jahrhunderts zu Sohleintiefungen des Alpenrheins. Die starke Ausdehnung der Siedlungsgebiete, Entwässerungen und Grundwasserfassungen während der letzten Jahrzehnte verschärften das Problem der Grundwasserabsenkung.

 

In jüngerer Zeit treten vermehrt Eutrophierungszeiger auf den nährstoffarmen Streuwiesen (Pfeifengraswiesen trockener Ausprägung) auf. Für die Bodenuntersuchungen wurden im November 1994 Standorte mit unterschiedlich stark gestörten Vegetationsverhältnissen beprobt. Die Bodenprofile zeigten deutliche Unterschiede. Die nährstoffarmen Streuwiesen zeichnen sich durch tiefliegende, kaum zersetzte Torfhorizonte aus. Die oberen Bodenhorizonte sind gekennzeichnet duch eher nährstoffarme Sandfraktionen. Bei den stark gestörten Flächen liegen die Torfhorizonte in den oberen Bodenhorizonten. Das organische Material ist stark zersetzt und mineralisiert. Entsprechend gering sind dagegen die Gesamtstickstoffgehalte in den oberen mineralischen Fraktionen.

 
Die Ergebnisse der Bebrütungsversuche im Labor verdeutlichen, daß eine zunehmende Durchlüftung des Bodens zu einer verstärkten Mineralisierung der organischen Substanzen führt.

 
Zusammenfassende Schlussfolgerungen:
Nährstoffzeiger treten verstärkt an den Standorten auf, bei denen die Torfhorizonte im Durchwurzelungsbereich der Pflanzen liegen. Die Grundwasserabsenkungen im Unterried führen also besonders an den rheinnahen, westlich gelegenen Standorten zu verstärkten Mineralisierungen und Nährstofffreisetzungen. Aufgrund fehlenden Grund- oder Stauwassers werden die organischen Horizonte durchlüftet. Mikroorganismen werden verstärkt tätig, das organische Material wird abgebaut und Nährstoffe freigesetzt. Dies bedingt ein stärkeres Aufkommen von Eutrophierungszeigern auf diesen Streuwiesen.


Schriftenreihe Lebensraum Vorarlberg, Band 32

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