In den Jahren 1993/94 wurden bei den Untersuchungen von Vorarlberger Hausgärten 250 Gärten beprobt. Gleichzeitig wurden die BewirtschafterInnen über ihre Vorgangsweisen im Garten (Düngung, Bodenbearbeitung, Schädlingsbekämpfung, etc.) befragt.
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Böden der Hausgärten meist einen sehr hohen Humusgehalt, aufweisen, sogar im Unterboden. Die meisten Gartenböden sind sehr umsetzungsfreudig, d.h. sie sind stark belebt und besitzen ein hohes Stickstoff-Nachlieferungspotential. Die Gefahr einer Nitratauswaschung ist hoch, wenn im Herbst Kompost oder Mist ohne eine vorherige Gründüngersaat, die den Stickstoff binden kann, ausgebracht wird. In vielen Fällen ist die Versorgung der Gartenböden mit Kalium und Phosphor stark überhöht. Dies führt in der Regel zu Nährstoffungleichgewichten, die sich auf die Pflanzen sehr ungünstig auswirken können. Extrem hohe Kaliumgehalte können zB die Magnesiumaufnahme der Pflanze über die Wurzel stark behindern.
Bezüglich der Schwermetallgehalte lässt sich ein Trend zur Anreicherung festellen. Die Anreicherung von Blei, Zink, Kupfer und zT Cadmium ist auf menschliche Einflüsse zurückzuführen. Die anthropogene Belastung nimmt tendenziell von den größeren Siedlungsballungen zu den ländlichen Bereichen ab. Dies kann auf die stärkeren Verkehrsbelastungen und den höheren Kohleverbrauch in den Ballungsräumen zurückgeführt werden. Beim Blei kommt es – vermutlich wegen längerfristiger Anwendung von Kohlenasche - öfters zu Grenzwertüberschreitungen. Erhöhte Werte bei Chrom, Nickel, Eisen und Mangan sind weitgehend auf geogene Ursachen zurückzuführen.
In den Hausgärten werden vielfach zu oft und zu hohe Mengen an Düngerstoffen (Mist, Kompost, mineralische Handelsdünger) und an „Bodenverbesserungsmitteln“ ausgebracht.
Schriftenreihe Lebensraum Vorarlberg, Band 30, 1996