Bezirk: Bludenz
Gemeinde: Gaschurn, Klösterle, Silbertal, St Gallenkirch
Seit: 1995
Fläche [ha]: 12.057,22
Richtlinie: Vogelschutz
Gebietsverordnung
Das Gebiet Verwall wurde auf Grund von zahlreichen Nachweisen seltener alpiner Vogelarten als NATURA 2000 Gebiet ausgewiesen. Der Vorarlberger Verwall ist eine imposante Gebirgsgruppe und der größte zusammenhängende Naturraum Vorarlbergs. Die Bedeutung dieser weitgehend intakten Hochgebirgslandschaft für die Tierwelt ist enorm, besonders wichtig ist sie als Lebens- und Rückzugsraum für viele Vögel. Hier finden sich neben den typischen Vogelarten des Bergwaldes und der alpinen Gebiete auch einige Rekordhalter der Lüfte: Der Steinadler, der mit einer Flügelspannweite von mehr als zwei Metern der größte heimische Greifvogel ist und der Wanderfalke, der sich mit bis zu 200 Stundenkilometern auf seine Beute stürzt.
Für dieses Gebiet wurde, vor allem auf Grund der verschiedenen Interessen der betroffenen Alp-, Wald- und Jagdeigentümer sowie des Tourismus ein Mediationsverfahren durchgeführt. Dabei wurde gemeinsam nach einem Interessenausgleich gesucht. Dadurch konnte ein für alle Beteiligten weitgehend akzeptierter Managementplan erstellt werden.Ausgehend von den Zielen des Managementplanes wurden die Maßnahmen festgelegt.
Landwirtschaft: Die Bewirtschaftung der Alpen erfolgt nach den Richtlinien des ÖPUL für Alpung und Behirtung. Die Weiderechte bleiben erhalten. Weideverbesserungsmaßnahmen werden mit Rücksicht auf die Brutzeiten der Rauhfußhühner erfolgen. Forstwirtschaft: Es erfolgen keine großflächigen Schlägerungen. Besonders wertvolle Altholzinseln werden erhalten. Bei der Holznutzung wird auf die Brut- und Aufzuchtzeiten der geschützten Vogelarten Rücksicht genommen. Jagdwirtschaft: Es erfolgt eine Anpassung der Schalenwildbestände an die großräumige Biotoptragfähigkeit. Die Wildfüttertungsstandorte werden mit den Bedürfnissen der Rauhfußhühner abgestimmt. Tourismus: Verträglichkeitsprüfungen für neue Mountainbikerouten und Skigebietserschließungen werden durchgeführt. Im Natura 2000 Beirat werden die anstehenden Fragen erörtert und gemeinsame Lösungen ausgearbeitet.
Schutzinhalte:
Weitere Informationen:
Gebietskarten im Maßstab 1:5000 liegen in der betroffenen Gemeinde und auf der zuständigen Bezirkshauptmannschaft auf!
Text: DI Max Albrecht
Text/Fotos: Broschüre Natura 2000 - Der Vorarlberger Weg (2009)
Bildnachweis Broschüre: M Albrecht, R Alge, G Amann, C Branz,P. Buchner/
WWF, B Burtscher, O Danesch, M Grabher, G Grabherr, M Granitza, I Loacker,
C Peter, G Pfundner, R Schennach,R Schertler, A Schneider,
W Zepf, J. Zmölnig/WWF
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Umweltschutz (LageplanFahrplan)