Bezirk: Bregenz
Gemeinde: Bregenz, Hard
Seit: 1995
Fläche [ha]: 118,29
Richtlinie: FFH
Naturschutzgebiet
Im Bereich des Mehrerauer Seeufers ist ein natürliches Ufer mit der für nährstoffarme sandigkiesige Ufer typischen Zonation (Biotopabfolge entlang eines Gradienten) erhalten geblieben. Das Naturschutzgebiet Mehrerauer Seeufer wurde vor allem auf Grund des Vorkommens seltener Strandlingsgesellschaften und dem dort heimischen Bodenseevergissmeinicht (Myosotis rehsteineri) ins NATURA 2000 Schutzgebietsnetz der Europäischen Union aufgenommen. Gerade diese sensiblen Lebensräume werden aber von den Folgewirkungen vergangener Eingriffe in die Flachwasserzone in ihrer Existenz bedroht.
In diesem Natura 2000 Gebiet wurde ein sehr engagiertes und umfangreiches LIFE Projekt umgesetzt. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (bis Ende der 80er Jahre) wurden in unmittelbarer Ufernähe insgesamt über 1,5 Millionen Kubikmeter Seeschotter entnommen. Durch die dabei entstandenen „Baggerlöcher“ wurde das Ufer instabil und ca. zwei Drittel der ursprünglichen Flachwasserzone gingen dadurch verloren. Am meisten gelitten hat die äußerst dynamische Grenzzone. Die nunmehr ungebremst auf das Ufer treffenden Wellen führen zu Erosion bei gleichzeitiger Aufschüttung hoch mobiler uferparaleller Kieswälle. Langzeitig entstanden vom See abgeschnittene Lagunenbereiche, die eine starke biogene Verlandungstendenz zeigen. Dies führt zu zunehmender Verbuschung und somit zu einer weiteren Einengung der sensiblen Lebensräume. Durch die Einrichtung einer Schutzberme aus grobkörnigem Material im Bereich der Niederwasserlinie wurde eine neue Stabilität des Ufers geschaffen. Die neue Böschung ist flacher und die Wellen werden gebrochen. Es ist eine Sanierungsmethode, die zusammen mit dem Institut für Seenforschung in Langenargen entwickelt wurde. Sie hat sich bis jetzt sehr bewährt.
Schutzinhalt:
Weitere Informationen:
Gebietskarten im Maßstab 1:5000 liegen in der betroffenen Gemeinde und auf der zuständigen Bezirkshauptmannschaft auf!
Text: DI Max Albrecht
Text/Fotos: Broschüre Natura 2000 - Der Vorarlberger Weg (2009)
Bildnachweis Broschüre: M Albrecht, R Alge, G Amann, C Branz,P. Buchner/
WWF, B Burtscher, O Danesch, M Grabher, G Grabherr, M Granitza, I Loacker,
C Peter, G Pfundner, R Schennach,R Schertler, A Schneider,
W Zepf, J. Zmölnig/WWF
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Umweltschutz (LageplanFahrplan)