Bezirk: Bludenz
Gemeinde: Ludesch
Seit: 1995
Fläche [ha]: 377,35
Richtlinie: FFH
Trockene Wiesen, Hangmoore und Quellsümpfe, Feldgehölze und Waldfragmente – am Ludescherberg erstreckt sich über tausend Höhenmeter eine einmalige Kulturlandschaft, die von Menschenhand geschaffen wurde. Herausragend ist das breite Spektrum an mageren Wirtschaftswiesen mit üppiger Blütenpracht. Sie sind das Erbe einer aufwändigen traditionellen Bewirtschaftung – ohne Düngung und mit einer ein- bis zweimaligen Mahd werden sie als Lieferant gehaltreichen Heus oder Streue gepflegt.
Magere, also nährstoffarme Wiesen sind ökologisch besonders wertvoll, da sie rund 50 bis 60 verschiedenen Pflanzenarten beherbergen. Im Vergleich dazu kommen in einer intensiv gedüngten Fettwiese nur ca. 15 Arten vor. Je vielfältiger aber eine Wiese ist, desto mehr Insekten, Vögel, Reptilien und Kleinsäuger finden Nahrung. Als Faustregel gilt, von jeder Pflanzenart sind zehn bis fünfzehn Tierarten abhängig.
Insgesamt kommen in den Mager- und Streuewiesen des Ludescherberges 259 (!) verschiedene Gefäßpflanzenarten vor, darunter alleine 19 verschiedene Orchideen und neun Enziane. Im Natura 2000 Gebiet Ludescherberg liegen außerdem besonders schöne und repräsentative Kalktuffquellen.
Im Mangementplan wird vor allem auf die weitere Pflege und Nutzung der Wiesen hingewiesen. Der jetzige Bestand an Magerwiesen und an Kalkflachmooren soll nicht mehr geschmälert werden. Dazu ist es notwendig die naturverträgliche Nutzung weiterhin aufrecht zu erhalten. Dies ist größtenteils durch das ÖPUL (Österreichisches Programm für eine umweltverträgliche Landwirtschaft) gesichert, da der größte Teil der wertvollen Flächen im ÖPUL Programm liegt. Bei den Kalkflachmooren liegt die Gefährdung darin, dass viele ihrer Flächen schon zugewachsen sind. In Teilbereichen sollen diese Kalkflachmoore durch ein Gehölzmanagement wieder saniert werden. Im NATURA 2000 Gebiet Ludescherberg liegen ganz besonders schöne Kalktuffquellen.
Schutzinhalt:
Weitere Informationen:
Gebietskarten im Maßstab 1:5000 liegen in der betroffenen Gemeinde und auf der zuständigen Bezirkshauptmannschaft auf!
Text: DI Max Albrecht
Text/Fotos: Broschüre Natura 2000 - Der Vorarlberger Weg (2009)
Bildnachweis Broschüre: M Albrecht, R Alge, G Amann, C Branz,P. Buchner/
WWF, B Burtscher, O Danesch, M Grabher, G Grabherr, M Granitza, I Loacker,
C Peter, G Pfundner, R Schennach,R Schertler, A Schneider,
W Zepf, J. Zmölnig/WWF
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Umweltschutz (LageplanFahrplan)