Bezirk: Bregenz
Gemeinde: Hard, Lauterach
Seit: 1995
Fläche [ha]: 579,71
Richtlinie: Vogelschutz
Landschaftsschutzgebiet, Streuewiesenbiotopverbund
Das Lauteracher Ried entspricht in seiner heutigen Ausprägung einer alten Kulturlandschaft, die durch spezifische Nutzungsformen in Gegenwart und Vergangenheit geprägt wurde. Trotzdem geht die im Gelände klar erkennbare Dreigliederung auf eine ursprüngliche Naturlandschaft und deren Bildungsprozesse zurück. Gegenwärtig zeigt sich das Lauteracher Ried im südlichen Teil als offene Wiesenlandschaft, im mittleren Teil als eine durch Birken und Äcker geprägte Parklandschaft und im nördlichen Teil als eine durch Wiesen und vorwiegend mit mächtigen Eichen geprägte offene Parklandschaft. Im Lauteracher Ried befinden sich die größten Torflager Vorarlbergs. Die Torflager weisen hier eine Mächtigkeit von stellenweise bis zu sechs Metern auf. Gleichzeitig ist das Lauteracher Ried Teil eines großen Freiraumes zwischen den Siedlungsgebieten Bregenz-Lauterach-Wolfurt-Schwarzach-Dornbirn-Lustenau-Fussach-Höchst und Hard. Diese Landschaft ist das Zentrum der großen Rheintalmoore. Vor allem die groß-flächigen Streuewiesen sind naturnahe Lebensräume für schützenswerte Pflanzen- und Tierarten, von denen einige hier ihre letzten Lebens-räume im weiten Umkreis finden. Das Lauteracher Ried wurde wegen des Vorkommens des Wachtelkönigs als NATURA 2000 Gebiet ausgewiesen. Eine späte Rückkehr aus dem Winterquartier und die ausschließliche Besiedlung von Flächen- mit hoher Vegetationsdichte unterscheiden den Wachtelkönig deutlich von anderen Wiesenbrüterarten, wie etwa dem Brachvogel. Die Brutzeit ist von Mai bis Juli, die Brutdauer beträgt 18 – 20 Tage. Zur Nahrung des Wachtelkönigs zählen Insekten, Spinnen, Würmer, Schnecken, man-chmal auch Triebspitzen, Blüten und Samen.
Der Naturschutzbund Vorarlberg hat einen Managementplan für den Wachtelkönig erarbeitet. Zusammen mit den betroffenen Landwirten und Grundeigentümern wird versucht diesen umzusetzen. Die Ausstattung mit Streuewiesen ist für den Wachtelkönig sehr gut. Für die erste Einflugwelle von Anfang bis Mitte Mai stehen für den Wachtelkönig zu wenig Wiesen mit einer Wuchshöhe von 30 Zentimeter zur Verfügung. Zu dieser Zeit sind die Streuewiesen noch nicht gewachsen. Es geht also darum, halb intensive Wiesen zu erhalten und neue zu schaffen, damit die Wachtelkönige für die erste Brut genügend Wiesen mit einer entsprechenden Wuchshöhe haben. Daneben ist noch eine ökologisch verträgliche Grabenpflege wichtig. Im südlichen Teil des Lauteracher Riedes wurden schon etliche Entbuschungen durchgeführt, um den offenen Landschaftscharakter zu erhalten.
Schutzinhalt:
Weitere Informationen:
Gebietskarten im Maßstab 1:5000 liegen in der betroffenen Gemeinde und auf der zuständigen Bezirkshauptmannschaft auf!
Text: Di Max Albecht
Text/Fotos: Broschüre Natura 2000 - Der Vorarlberger Weg (2009)
Bildnachweis Broschüre: M Albrecht, R Alge, G Amann, C Branz,P. Buchner/
WWF, B Burtscher, O Danesch, M Grabher, G Grabherr, M Granitza, I Loacker,
C Peter, G Pfundner, R Schennach,R Schertler, A Schneider,
W Zepf, J. Zmölnig/WWF
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Umweltschutz (LageplanFahrplan)