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Umwelt - Natur- und Umweltschutz

Röhricht - ein monotoner Lebensraum?

Nur bei oberflächiger Betrachtung!

Röhrichte prägen in vielen Gewässern die Nahtstelle Wasser – Land. Als Grenzlebensräume unterliegen sie dabei oft besonderen Anforderungen durch schwankende Wasserstände, Wellenschlag, Treibholz oder auch Tritt. Schilf ist am Bodensee die wichtigste Röhrichtpflanze und gleichzeitig die am schnellsten wachsende heimische Pflanze: Bis zu vier Meter wächst der Schilfhalm vom Frühling bis zum Sommer, also zwei bis vier Zentimeter pro Tag!

 

Die Pflanzenvielfalt der Röhrichte ist meist bescheiden – außer Schilf können vor allem Rohrkolben, Rohrglanzgras oder seltener die Teichbinse echte Röhrichte bilden. Dagegen ist die Vielfalt der Tierwelt ungleich größer. Etliche Kleintiere, darunter auch Käfer, Spinnen und Schmetterlinge, leben sogar im Schilfhalm. Andere haben zwischen den Halmen ihr Zuhause. Dazu zählen Schwimm- und Wasserkäfer, Wanzen und Kleinkrebse. Für manche Spezialisten unter den Vögeln bieten die Stängel Brut- und Schlafplätze. Rohrsänger sind an den Lebensraum Röhricht besonders gut angepasst. Der Teichrohrsänger, die häufigste Art am Bodensee, ist wie alle Rohrsänger eher zu hören als zu sehen. Er webt sein Nest kunstvoll zwischen Schilfhalme.

 

Röhrichte tragen als „natürliche Kläranlagen“ zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Aber auch zu deren Verlandung: Denn zwischen den Halmen sammeln sich abgestorbene Schilfblätter, lagert sich angeschwemmtes Pflanzenmaterial und Schlamm ab, so dass Landpflanzen allmählich Fuß fassen können. Auf diese Weise wachsen Weiher und Tümpel nach und nach zu und werden über kurz oder lang zum Moor oder Wald.

 

Mit über 100 ha Schilfröhricht beherbergt das Naturschutzgebiet Rheindelta die größten Vorkommen dieses landschaftsprägenden Lebensraumes in Vorarlberg. Auch um das Rheindeltahaus lässt sich dieser Lebensraum beobachten.

 

Mehlige Pflaumenblattlaus: Ein Leben zwischen zwei Welten
 
Eine Blattlaus im Schilf? Tatsächlich führt die Mehlige Pflaumenblattlaus ein ausgesprochen kompliziertes Dasein – wie übrigens die meisten Blattläuse: Im Herbst legen die befruchteten Weibchen auf Zwetschken, Pflaumen oder Kirschen ihre Eier ab. Aus diesen „Wintereiern“ schlüpfen im Frühjahr dann ausschließlich Weibchen, die ohne Befruchtung lebende Junge zur Welt bringen, sich weiter vermehren, oft dichte Kolonien aus geflügelten und ungeflügelten Läusen bilden und die Obstbäume schädigen können. Später im Frühjahr wechseln die flugfähigen Tiere in die Schilfröhrichte. Erst hier entwickeln sich die stets flugfähigen Männchen, die den Weibchen auf die Hauptwirte – eben Steinobst – folgen. Womit sich dieser komplizierte Generationswechsel schließt.

 

Text/Fotos: umg - Broschüre Rheindeltahaus 
Bildnachweis: M Grabher, M Granitza,G Stadler,
D Huber, W Niederer, M Roggo, Vbg Naturschau 

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