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Umwelt - Natur- und Umweltschutz

Naturraum Vorarlberg

Vorarlberg ist das westlichste Bundesland Österreichs mit einer Gesamtfläche von 2.601 km². Es ist ein Hochgebirgsland mit ca. 2/3 der Landesfläche über 1000 m SH und 16 % noch über 2.000 m SH. Für intensive bauliche und landwirtschaftliche Nutzung eignet sich nur ungefähr 1/5, beschränkt im wesentlichen auf die großen Täler, der Ill bzw. Nebentäler (Walgau, Montafon, Klostertal), sowie des Rhein (Alpenrheintal) und der Bregenzerache (Bregenzerwald) bzw. auf die Höhenlagen dieser Täler. Flächenmäßig fallen die Siedlungsflächen der Höhensiedlungen am Tannberg, des Kleinen und Großen Walsertales, des Laternsertales und des Brandnertales wenig ins Gewicht. Allerdings ging von diesen Höhensiedlungen eine vergleichsweise intensive Nutzung bis in die höchsten Lagen aus, sodass sich das Vorarlberger Bergland als zwar durchwegs naturbetonte, aber nur in Ausnahmefällen ursprüngliche Landschaft darstellt.

 
Vorarlberg liegt am Alpennordrand bzw. ist Teil der Nordalpen und direkt an der geographischen Grenze zwischen Ost- und den Westalpen gelegen. Biogeographisch ist die Bezeichnung "mittelalpin" allerdings zweckmäßiger. Das Klima ist subozeanisch, gekennzeichnet durch hohe Niederschläge und relativ milde Winter. Lokale Modifikationen sind bedeutend, wie die temperaturausgleichende bzw. nebelbildende Wirkung des Bodensees, der Föhneinfluss im Ill- und südlichen Rheintal und natürlich die allgemeine Höhendifferenzierung zwischen ca. 400 m (Lage des Bodensees) und 3.312 m (Piz Buin höchster Berg).

 
Geologisch nimmt Vorarlberg eine einmalige Position ein und gleicht einem einzigen großen geologischen Aufschluss. Im Norden bilden mächtige Molassepakete Bergketten von Mittelgebirgscharakter, die im Bereich des Hochgrat allerdings schon weit eine subalpine Stufe erreichen. Naturnahe Buchen-, Tannen und Tannen-Fichtenmischwälder stehen hier in engem Wechsel mit intensiven Grünlandgebieten, Hochmoore sind vergleichsweise häufig. Am wärmebe-günstigten Rheintalrand und an den Hängen zum Bodensee stocken wuchskräftige Buchen- und Eichen-Lindenmischwälder mit kolinem Charakter. Sie sind als Schutzwälder erhalten geblieben. Die eigentlichen Alpen beginnen mit den Schichtfolgen des Helvetikums, wobei besonders Schrattenkalke und Drusbergschichten als Gipfelbildner in Erscheinung treten. Besonders auffällig sind die großen "Fluhen" im Rheintalhang und Bregenzerwald bzw. die hohe Individualität der Berge (Form, Aufbau, Vegetation). Die höchsten Helvetikumberge überragen geringfügig die 2000 m-Linie, durch die randalpine Lage liegt die Waldgrenze allerdings relativ tief, bei 1600 bis 1800 m SH. In den Tälern geben Buchwälder, vielfach auch Ahorn-Eschenwälder den Ton an, nach oben bis zur Waldgrenze folgen meist Kalk-Fichtenwälder. Die Gipfel kennzeichnen felsdurchsetzte Rasenflanken oder rasenbesetzte Felsschluchten. Die Täler sind altes Siedlungsland, geprägt durch Viehwirtschaft, insbesondere durch eine zweistufe Alpbewirtschaftung (Vorsäß, Hochalp).

 

Nördlich und südlich des Helvetikums umfasst der sogenannte Flysch mit auffälligen Grasbergen das Helvetikum, wobei die höheren südlichen Gipfel an die 2000 m-Linie heranreichen. Wesentlich höher ragen dann die südlich folgenden Gipfel der nördlichen Kalkalpen empor, mit der Schesaplana (2967 m) als höchste Erscheinung. Hauptdolomit ist der wichtigste, allerdings nicht ausschließliche Gipfel- und Felsbildner. Im Zentrum der Vorarlberger Nordostalpen liegen die Hochtalböden des Tannbergs und bilden eine eindrucksvolle Altlandschaft, die noch Dauersiedlungen auf über 1400 m ermöglichte (Lech, Warth). Die Hochtäler sind stark entwaldet, ebenso die Alpgebiete. Ansonsten ist auch in den Vorarlberger Kalkhochalpen die Abfolge von Buchenwald über einem Buchen-Tannenwald zum subalpinen Fichtenwald gegeben. Im Bludenzer Föhnkessel tritt allerdings Rotkiefer als Waldbildner in Erscheinung. Ebenso die Birke in einigen Rätikontälern und dem Großen Walsertal. Subalpin prägen ausgedehnte Latschenfelder weithin das Landschaftsbild.

 

In der alpinen Stufe herrscht der kalkalpine Vegetationskomplex mit Urwiesen und Felsrasen bis zu Schutt- und Felsfluren. Große Karstlandschaften (Diesner-, Gadnergschröf, Tote Alpe etc.) sind typische Elemente. Alpine Viehwirtschaft und Alpnutzung prägen auch hier das Bild, wobei besonders am Tannberg ausgedehnte Bergheuwiesen zum futterbaulichen Grundbestand zählten, heute aber nurmehr in beschränktem Ausmaß genutzt werden. Die extremen Wildheuwiesen sind fast vollkommen aufgelassen. Gleiches gilt auch für den Süden des Landes. Dieser ist im Gegensatz ein reines Silikatgebiet und zählt zum Silvrettakristallin. Die hohen Gipfel der Silvretta markieren teils die Landesgrenze und sind auf der Vorarlberger Seite, die der Nordabdachung entspricht) stark vergletschert. An der Westgrenze greifen noch Schichtfolgen des Penninikums auf Vorarlberger Gebiet über, die Kontaktzonen sind äußerst wechselhaft, die großen Gipfel (Sulzfluh, Drei Türme, Weißfluh) hingegen mächtige Felsklötze aus reinem Kalk (Sulzfluhkalk). Besonders im Haupttal (Montafon) prägt noch Laubwald die unteren Talflanken. Aufgrund des vorherrschenden Silikats sind es Sauerbodenbuchenwälder, stellenweise aber auch Lindenwälder und Ahornwälder. Auffällig ist im Montafon der abrupte Übergang vom Laubwald zum hochmontan subalpinen Fichtenwald mit eingestreuten Tannenvorkommen. Lärchen-Zirbenwälder fehlen fast vollständig, müssen aber aufgrund der vielen Fragmente und "Restlingen" weit verbreitet gewesen sein. Der Holzbedarf des ehemaligen Bergbaues, besonders aber die intensive und möglicherweise schon prähistorische Alpnutzung hat sie fast vollständig verschwinden lassen. In einigen Gebieten wie dem Inneren Silbertal bedecken dichte Silikatlatschenfelder die Talhänge, teilweise nachgewiesenermaßen als Folge ehemaliger Brandrodungen.

 

Neben den stockwertartig gestaffelten Mittel- und Hochgebirgsketten ist das wesentliche Element der Vorarlberger Landschaft die mächtige Nord-Südfurche des Alpenrheintals. Die Sedimentfüllung ist an einigen Stellen mehrere 100 m tief. Die Oberfläche wurde vom Rhein und den großen Seitenzubringen geformt. Der Rhein als Dammfluß lagerte noch relativ grobes Geschiebe ufernah ab, hinter denen sich mächtige Talmoore bildeten, in welche die Schwemmkegel der Seitenflüsse und -bäche vordrangen. Naturräumlich ist das Rheintal und mit Einschränkung das Untere Illtal (Walgau) ein Teillebensraum für sich. Die beiden großen Täler bedecken azonale Vegetationstypen, flussnah ausgebildete Weich- und Hartholzauen (Tamariskengebüsche, Lavendel- und Silberweidenbestände, Grauerlenauen, Eschen- Hartholzauen), im Hinterland Bruchwälder, vorwiegend aber offene Röhricht- und Seggensümpfe, teils durchsetzt von Restseen.

 

Das Alpenrheintal hat wie der Walgau sein Gesicht inzwischen grundlegend gewandelt, die Rheinregulierung verhindert heute ausgreifende Überflutungen und ermöglichte eine effiziente Entwässerung der versumpften Talböden. Die Städte und Dörfer am Talrand bzw. am Rhein sind extrem gewachsen und bilden fast durchgehende Bandsiedlungen. Die Landwirtschaft wurde ins "Ried", ehemaligen großen Sumpfgebieten abgedrängt. Der Feuchtwiesenbestand Vorarlbergs ist auf 1/4 geschrumpft. Aber auch die Berggebiete haben sich besonders durch den Fremdenverkehr grundlegend gewandelt. Lech, Zürs, Brand, das Innere Montafon erzählen zu den Pionieren des Wintersports und Vorarlberg besitzt heute weltweit die höchste Dichte an Wintersportanlagen. Der Wasserreichtum war auch der Grund für die frühe elektrizitätswirtschaftliche Nutzung, insbesondere im Einzugsgebiet der Ill. Unter den dortigen Speichern versanken die großen Hochtalalluvionen der Silvretta bzw. große Moorlandschaften und wurde der Lünersee nachhaltig verändert. Die Alpnutzung erfuhr in den 60er-Jahren einen Niedergang, wurde durch massive Förderungen aber wieder auf den alten Stand gebracht. Ein dichtes Güter- und Forststraßennetz durchsetzt heute die Bergwälder. Im Jahre 1986 waren bereits die Hälfte aller Alpen mit LKW befahrenen Güterwegen beschlossen. Eine nachhaltige Intensivierung ist auch auf den Alpen zu beobachten. Die Verstraßung der Berggebiete hat vor allem im Zusammenhang mit modernen Geländesportarten zu einer massiven Beunruhigung der Bergwelt geführt.

 

 

 Weitere Informationen (interaktiver Bilderkatalog von Vorarlberg)

Fotos:umg - Markus Grabher, Ingrid Loacker

Text: DI Max Albrecht

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