vorarlberg.at · Kultur · Förderungen · Kunst und Bau · Realisierte Projekte in Vorarlberg
Das Kunstprojekt „die erinnerung, ein archiv – das archiv, eine erinnerung“ versucht dem Gebäude und dem Platz auf dem Dach des Tiefspeichers des Vorarlberger Landesarchivs in Bregenz gerecht zu werden, indem es eine inhaltliche (Archiv, Erinnerung, Ruhe, Vergangenheit, Gegenwart) und formale (Beton) Verknüpfung und Weiterentwicklung dessen schafft, was am Ort vorhanden ist.
Als Symbol für den Grundgedanken, für Ruhe und Erinnerung, stellt Ferdinand Ruef zwei idente Bänke einander gegenüber. Die eine Bank steht vor dem Glasgeländer auf dem Tiefspeicher und kann benützt werden, die andere Bank steht dahinter und ist nicht zugänglich. So bildet das Glas eine symbolische Grenze zwischen (nicht mehr erreichbarem) Vergangenem und Gegenwärtigem. Um dieses Motiv weiterzuführen, hat Ruef mit einem verstorbenen Vorarlberger Künstler, DDr. Max Riccabona, „zusammengearbeitet“. Teile seines Werkes lagern im Tiefspeicher. Darunter auch die Manuskripte von „auf dem Nebengeleise“, in denen er sich mit seiner Vergangenheit im KZ Dachau auseinandersetzt. Einen winzigen Teil dieses Werkes, einen Satz, holt Ruef an die Oberfläche und „druckt“ ihn auf das Glasgeländer – welches dadurch wiederum zum Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Innerem und Oberfläche des Tiefspeichers wird.