vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2006 · Vorarlberg Magazin Nr. 119/2006
Soziallandesrätin Greti Schmid: "Den Bedürfnissen von älteren Menschen räumen wir höchste Priorität ein."
Spielgruppe in Kennelbach

Betreutes Wohnen für Jugendliche in Bludenz
Die Vorarlberger Bevölkerung befindet sich gesellschaftspolitisch sowie demographisch in einem Wandel - damit sind neue, einschneidende gesellschaftliche Herausforderungen verbunden, die besonders im sozialen Bereich ein rechtzeitiges Vorausdenken und frühzeitiges Handeln erfordern. Was damit gemeint ist und wie man im Land Vorarlberg bereits jetzt für die nächsten Jahre vorausplant, erzählt Landesrätin Greti Schmid im Gespräch.
Von Angelika Böhler
Laut einer Prognose für Vorarlberg wird die Gesellschaft immer älter. Was bedingt das?
Greti Schmid: "Mit dem Ansteigen der Zahl der älteren Menschen ist auch ein erhöhter Betreuungs- und Pflegebedarf verbunden. Wir können in unserem Land auf ein sehr engmaschiges soziales Netz blicken, das es für die Zukunft zu erhalten bzw. bei Bedarf auszubauen gilt. Unser sozialpolitischer Grundsatz 'So viel ambulant wie möglich, so viel stationär wie nötig' gilt nach wie vor. Dementsprechend werden wir das ambulante Betreuungs- und Pflegenetz weiter bedarfsgerecht ausbauen und durch neue Betreuungsmodelle ergänzen. Unabdingbar ist dabei, dass wir bei allen weiteren Überlegungen und Planungen weiterhin die Bedürfnisse der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen und deren Angehörigen in den Mittelpunkt stellen."
Die Familien sind der Vorarlberger Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Welche Aktivitäten werden hier gesetzt?
Greti Schmid: "Die Familien sind das Fundament für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Wir unterstützen die Familien finanziell, ideell aber auch strukturell. Wir bieten mit dem Familienzuschuss, der Anfang dieses Jahres wieder verbessert wurde, eine finanzielle Entlastung für Familien. Durch Initiativen wie 'Familiengerechte Gemeinden' oder den Vorarlberger Familienpass möchten wir die Lebensqualität für die Familien vor Ort nachhaltig noch weiter verbessern."
Sie setzen sich verstärkt für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Wie äußert sich das?
Greti Schmid: "Damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen kann, braucht es gute Rahmenbedingungen in Form einer familienfreundlichen Arbeitswelt und verlässlichen, flexiblen und qualitativ guten Kinder- und Schülerbetreuungsangeboten.
Dass wir das Thema Vereinbarkeit ernst nehmen, zeigen die gesetzten Maßnahmen wie der Wettbewerb 'Familienfreundlichste Betriebe Vorarlbergs', an dem mittlerweile schon 150 Unternehmen teilgenommen haben, der Newsletter 'Business Family', das Projekt 'Meine Zeit. Meine Chance', aber auch der bedarfsgerechte Ausbau der Kinder- und Schülerbetreuung, den wir in Kooperation mit den Gemeinden weiterführen werden.
Wir konnten in den letzten Jahren viele neue Kinder- und Schülerbetreuungsangebote gemeinsam mit den Gemeinden schaffen.
Was bedeutet das konkret für die Vorarlberger Bevölkerung?
Unser Engagement lässt sich auch in Zahlen belegen: Seit 2001 ist die Zahl der betreuten Kinder bei Tagesmüttern und in Kinderbetreuungseinrichtungen von 1.121 auf 1.731 gestiegen, die Zahl der betreuten Schülerinnen und Schüler in allen Betreuungsformen hat sich von 354 im Jahr 2001 auf 3.108 im Jahr 2005 beinahe verzehnfacht."
Vorarlberg will das kinder-, jugend- und familienfreundlichste Bundesland werden. Was wird dafür getan?
Greti Schmid: "Mit 'Kinder in die Mitte' wurde 2005 eine zukunftsweisende Initiative gestartet. Sie beruht auf der Idee, dass die Gegenwart sowie die Zukunft unserer Gesellschaft auch von ihrem Umgang mit den Kindern bestimmt werden. Wenn wir die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt rücken, bedeutet dies, in die Lebensqualität gegenwärtiger und künftiger Generationen zu investieren.
Die Initiative 'Kinder in die Mitte' richtet sich auch an bereits vorhandene Initiativen und Kräfte im Land und will diese Ressourcen mit einer Reihe von Aktionen und Projekten fördern und vernetzen.
Handlungsfelder sind beispielsweise der kommunale Nahraum, die Familie, die Schule, der Kindergarten, die Kinderbetreuung, die Berufswelt und zahlreiche weitere Bereiche. Wir wollen das kinderfreundlichste Land werden und ich bin überzeugt, dass wir dies gemeinsam schaffen können!"
Danke für das Gespräch!
"Damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingt, braucht es eine familienfreundliche Arbeitswelt und verlässliche, flexible Kinder- und Schülerbetreuungsangebote."
Greti Schmid
Landesrätin
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