vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2006 · Vorarlberg Magazin Nr. 118/2006
Nicht schlecht, bei genauerer Betrachtung: Derzeit erbringt der öffentliche Verkehr in Vorarlberg bei einem Wegeanteil von 11 Prozent etwa 17 Prozent der Verkehrsleistung. Bis zum Jahr 2015 soll der Anteil der Wege, die die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger mit Bahn und Bus zurücklegen, um zwei Prozent steigen.
Von Franz Schwerzler
Das mag auf den ersten Blick wenig ambitioniert erscheinen, bedeutet beim öffentlichen Verkehr aber immerhin eine Zunahme um ca. 18 Prozent oder ca. 26.000 Wegen pro Tag. Wenn der Anteil der mit Bahn und Bus zurückgelegten Wege steigen soll, erfordert das die Weiterentwicklung der Qualität im öffentlichen Verkehr – durch laufende Anstrengungen, aber auch durch eine nach Prioritäten ausgerichtete Strategie. Im Ballungsraum Rheintal/Walgau soll der öffentliche Verkehr als Konkurrenzsystem gegenüber dem Auto so attraktiv sein, dass noch mehr Bürger zum Umsteigen motiviert werden. Andererseits muss für dünn besiedelte Landesteile eine Grundversorgung gewährleistet sein.
„Über 150 Züge sind in Vorarlberg jeden Tag von Montag bis Freitag unterwegs."
Herbert Sausgruber
Landeshauptmann
Neue Züge, neue Bahnhöfe
Mit Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 sind 17 neue Triebwagengarnituren der Reihe „Talent“ und 2 Doppelstockzüge zum Einsatz gekommen. Die neuen Garnituren verfügen über Niederflur-Einstiege, klimatisierte Fahrgasträume, Mehrzweckabteile für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle und ein behindertenfreundliches WC. Die Niederflur-Einstiege des „Talent“ und der Doppelstockzüge erlauben bei den neuen Bahnsteigen ein niveaugleiches Ein- bzw. Aussteigen, was auch für einen raschen Fahrgastwechsel sorgt. Die Qualität des Regionalverkehrs in Vorarlberg konnte damit deutlich verbessert werden. Parallel dazu werden im Rahmen einer mit dem Bund und den ÖBB getroffenen Vereinbarung mehrere Bahnhöfe und Haltestellen im Rheintal ausgebaut und attraktiver gestaltet.
Bus: Klare Identifikation
Die Bestellung von Verkehrsdiensten beim Bus erfolgt durch Gemeinden und Gemeindeverbände – jeweils im Rahmen des Verkehrsverbundes. Die starke Verantwortung der regionalen Verbände soll die Identifikation der Gemeinden mit „ihrem“ Land-, Stadt- oder Ortsbus sicherstellen. Die vorhandene Bedienungsqualität im Busverkehr ist im Vergleich mit anderen österreichischen Regionen gut. Im Ballungsraum Rheintal–Walgau fahren die Busse überwiegend im Halbstundentakt, mit engmaschiger Vernetzung und zum Teil kurzen Umsteigezeiten – auch zwischen der Schiene und den Bussen.
Pünktlich. Zuverlässig
Das Angebot des öffentlichen Verkehrs soll schrittweise weiterentwickelt werden. Kurzfristiger Handlungsbedarf besteht vor allem bei Qualitätsmerkmalen wie Zuverlässigkeit, Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit oder Anschlusssicherung. Kurz- bis mittelfristig werden auch Angebotserweiterungen erforderlich sein, um Lücken im gesamten Angebot schließen zu können. Dazu gehören etwa Ergänzungen beim Angebot der schnellen Bahnverbindungen zwischen Bregenz und Bludenz mit mindestens einer stündlichen Bedienung oder der Ausbau der grenzüberschreitenden Bahn- und Busverbindungen. Die Fahrplanstabilität des Busverkehrs hängt wesentlich davon ab, inwieweit es gelingt, verkehrsbedingte Behinderungen der Linienbusse zu verhindern. Eine konsequente Bevorrangung der Busse an Ampelanlagen bringt beispielsweise mehr Pünktlichkeit und Schnelligkeit. „Die Fahrgäste freut‘s - und die benachrangten Autofahrer reut‘s, dass sie noch nicht umgestiegen sind ...“
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