vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2006 · Vorarlberg Magazin Nr. 118/2006
Bei den verkehrsbedingten Umweltbelastungen stehen neben der Luftgüte vor allem die Lärmauswirkungen im Vordergrund. In Vorarlberg wird daher dem Schutz vor Straßen- und Schienenverkehrslärm seit vielen Jahren großes Augenmerk geschenkt.
Von Christian Rankl
Für Lärmschutzplanungen wurden als Schwellwerte (Immissionsgrenzwerte), entsprechend der unterschiedlichen Belästigungswirkung der verschiedenen Verkehrsträger festgelegt: Für Bundes- und Landesstraßen liegen die Limits bei 60 Dezibel am Tag sowie 50 Dezibel in der Nacht. Für Eisenbahnstrecken gelten 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht als Schwellwerte.
Straßenverkehr hinter Wänden und Wällen
Sie zählen bereits zum Landschaftsbild: Die vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreich errichteten Schallschutzwände und -wälle an Bundes- und Landesstraßen. Zur Erleichterung der Anrainer wurde und wird der Einbau von Schallschutzfenstern und -türen stark gefördert. Beim Neu- und Umbau von Straßen sind entsprechende Lärmschutzplanungen bereits obligatorisch.Das Ziel: die Lärmimmissionen des Straßenverkehrs durch entsprechende Maßnahmen dauerhaft zu reduzieren, sodass die Grenzwerte eingehalten werden. Die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.
Die Schiene stört immer weniger
Nach Tirol war Vorarlberg das zweite Bundesland in Österreich, das bereits 1992 einen Bahnlärmkataster vorweisen konnte. 1994 wurde nach umfangreichen Vorarbeiten eine Dringlichkeitsreihung für Lärmschutzmaßnahmen präsentiert. Die Gesamtkosten für den Schallschutz in 22 Gemeinden sind mit rund 30 Millionen Euro prognostiziert. Von den in der Dringlichkeitsreihung ausgewiesenen Bereichen sind 19 Abschnitte realisiert, in Bearbeitung oder in Planung. Mit den bereits ausgeführten Maßnahmen sind Ende 2005 - ausgehend von knapp 11.000 Personen, die entlang der Vorarlberger ÖBB-Strecken über dem Schwellenwert von 55 Dezibel in der Nacht belastet sind - über 95 Prozent geschützt. Im Vergleich zu den anderen Ländern liegt Vorarlberg damit im Spitzenfeld. Die Aufwendungen für den Bau von mehr als 37 Kilometer Länge an Lärmschutzwänden sowie für die Förderung des Einbaus der zusätzlichen Lärmschutzfenster lagen Anfang 2006 bei knapp 27,1 Millionen Euro. Rund 18 Millionen Euro hat der Bund, 6,4 Millionen Euro das Land und ca. 2,7 Millionen Euro haben die Gemeinden getragen.
Umgebungslärmkarten weisen den Weg
Ziel ist, die Sanierung der Eisenbahnstrecken in Vorarlberg kurz- bis mittelfristig fertig zu stellen und durch modernes und gut gewartetes Rollmaterial sowie einen möglichst optimierten Bahnbetrieb den gesetzten Standard zu halten bzw. noch zu verbessern. Die Ausarbeitung von strategischen Umgebungslärmkarten für Ballungsräume, für Hauptverkehrsstraßen, Eisenbahnstrecken und Flughäfen muss EU-weit durchgeführt werden. Eine entsprechende Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm liegt vor. Aufbauend darauf sind bei Überschreitung von Schwellwerten Maßnahmen in Aktionsplänen auszuarbeiten. Vorarlberg ist dabei für die Landes- und Gemeindestraßen zuständig. Die rechtliche Umsetzung der Richtlinie erfolgte daher im Rahmen des Vorarlberger Straßengesetzes.
Wie laut ist Laut? Schallpegel im Dezibel
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten (LageplanFahrplan)
Download:
Schutz vor Verkehrslärm (237 kB)
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