vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2006 · Vorarlberg Magazin Nr. 117/2006
Das Arbeitsmarktservice Vorarlberg – kurz AMS – ist das führende Dienstleistungsunternehmen in Arbeitsmarktfragen in Vorarlberg. Das Angebot des AMS ist vielseitig und geht durch entsprechende Maßnahmen und Angebote flexibel auf arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Herausforderungen ein. Dem Thema „Jugend und Beschäftigung“ wird durch zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen und finanzielle Förderungen speziell für die Zielgruppe des Jugendlichen und jungen Erwachsenen Rechnung getragen.
Von Barbara Marte*
Wie sieht die aktuelle Situation für Jugendliche am Arbeitsmarkt aus?
Anton Strini: „Trotz massiver Erhöhung der Schulungsaktivitäten sind nach wie vor rund 1.800 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos und etwa 250 sind auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz. Fast 70 Prozent finden aber innerhalb von 3 Monaten – auch mit Unterstützung des AMS – einen beruflichen Einstieg. Etwa 350 davon sind bereits länger als 3 Monate erfolglos auf Stellensuche, und diese müssen wir besonders unterstützen. Auch Jugendliche, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.“
Was hat das AMS in der Vergangenheit gegen die Jugendarbeitslosigkeit unternommen?
„Schon im Rahmen des Programms jobs for you(th) 2005 wurden verschiedene Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für Jugendliche angeboten. Über die Berufsvorschule „Jugend am Werk“ oder die so genannten „JASG-Lehrgänge“ konnten viele Jugendliche einen erfolgreichen Start ins Berufsleben finden. Eingliederungsbeihilfen oder temporäre Beschäftigungsmöglichkeiten bei Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten wie ABO, ABF, Integra oder bei den Dornbirner Jugendwerkstätten haben mitgeholfen, berufliche Perspektiven zu erschließen, und auch eine Reihe von Qualifizierungsprojekten standen Jugendlichen zur Verfügung.“
Was wird neu getan?
„Neben Projekten, die sich bereits 2005 bewährt haben und die deshalb weiter geführt werden sollen, wurden eine Reihe zusätzlicher Angebote geschaffen, die den Berufseinstieg von Jugendlichen unterstützen helfen. Jugendliche ohne Hauptschulabschluss können diesen in einem unserer Qualifizierungsangebote nachholen.
Auch das „Job House“, ein Projekt für Jugendliche, bei denen bisher beruflich vieles „schief gelaufen ist“, bietet eine Job- und Zukunftschance. Nach unseren Erfahrungen nutzen die meisten Jugendlichen diese Chance auch. Beim Projekt „Job Start“ stehen neben Aktivierungstrainings (Motivationsarbeit, Qualifizierungscheck, Bewerbungstrainings, usw.) auch Kulturtechniken zur Behebung schulischer Defizite und Grundqualifikationen im kaufmännischen und handwerklichen Bereich auf dem Ausbildungsplan.
Qualifizierungsangebote wie etwa beim Projekt „Brücke zur Arbeit“ oder im Rahmen einer breit angelegten Qualifizierungsplattform ergänzen die Angebotspalette, und wir finanzieren arbeitslosen Jugendlichen auch Kurse bei Vorarlberger Bildungsträgern, wenn diese beruflich verwertbar sind.
Die Verwertbarkeit solcher Qualifizierungsmaßnahmen ist durchaus gut. Nach unseren Feststellungen konnten rund 60 Prozent aller Jugendlichen, die an Qualifizierungsmaßnahmen des AMS teilgenommen haben, innerhalb von zwei Monaten nach Abschluss solcher Maßnahmen eine Arbeitsstelle antreten.“
Wie läuft das Projekt „Blum Bonus“?
„Mit diesem Projekt unterstützen wir die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen in Betrieben. Mittlerweile wurden 560 Ansuchen genehmigt, das hat sich auch positiv auf die Situation am Lehrstellenmarkt ausgewirkt.“
Wie ist es mit der überbetrieblichen Ausbildung bzw. Lehrwerkstätten?
„Beim überbetrieblichen Ausbildungszentrum ÜAZ werden derzeit 59 Jugendliche im Bereich Holz und Metall ausgebildet. Das ÜAZ wurde für Jugendliche geschaffen, die zwar gute Praktiker sind, aber schulische Schwächen aufweisen oder sonstige zusätzliche Unterstützung benötigen. Im Herbst 2006 sollen zusätzliche 30 Plätze für die Jugendlichen eingerichtet werden.“
Das Land und das AMS wollen „Gemeinsame Impulse für den Arbeitsmarkt“. Wie wird das umgesetzt?
„Wir haben gemeinsam mit dem Land und den Sozialpartnern beim Jugendbeschäftigungsgipfel am 10. Februar für 2006 ein Maßnahmenbündel für annähernd 3.000 Jugendliche geschnürt. Dieses umfasst Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Unterstützungsmaßnahmen, die breit gestreut und auf die Bedürfnisse arbeitsloser Jugendlicher abgestimmt sind.
Gemeinsames Interesse ist es, allen Jugendlichen, die über drei Monate keine Beschäftigung gefunden haben, innerhalb von weiteren drei Monaten entweder einen Arbeitsplatz oder – wenn das nicht möglich ist – eine andere Form der Unterstützung (Qualifizierungsangebot oder Angebot einer geförderten Beschäftigung) anzubieten, die ihre Chancen am Arbeitsmarkt erhöht.“
Es gibt ja immer mehr Klagen über lernschwache Jugendliche. Wie sehen Sie das?
„Insgesamt sind die Jugendlichen nicht schwächer geworden, sondern die Anforderungen im Vergleich zu früher gewachsen, und nicht wenige Ausbildungsbetriebe klagen darüber, dass es ihnen nur schwer gelingt, leistungsstarke Schulabgängerinnen und Schulabgänger als Lehrlinge zu bekommen. Vor allem Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit schulischen Defiziten haben es dagegen oft sehr schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden.
Dabei sind unter diesen oft sehr gute Praktiker, die im Beruf durchaus ihren Mann bzw. ihre Frau stellen. Ich möchte deshalb Ausbildungsbetriebe ermutigen, auch solchen Lehrstelleninteressentinnen und -interessenten eine
Chance zu geben.“
Arbeitsmarktservice Vorarlberg
AMS Bludenz
Bahnhofplatz 1b, 6700 Bludenz
• T +43(0)5552/62371-0
• E ams.bludenz@ams.at
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Rheinstraße 33, 6900 Bregenz
• T +43(0)5574/691-0
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Grabenweg 4, 6850 Dornbirn
• T +43(0)5572/22771-0
• E ams.dornbirn@ams.at
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AMS Feldkirch
Galuragasse 3, 6800 Feldkirch
• T +43(0)5522/3473-0
• E ams.feldkirch@ams.at
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* Barbara Marte führte das Interview mit AMS-Chef Strini als Vertreterin der Österreichischen Gewerkschaftsjugend. Die Gewerkschaftsjugend ist eine Mitgliedsorganisation des Vorarlberger Landesjugendbeirates.
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Landespressestelle (LageplanFahrplan)
Download:
Neue gemeinsame Impulse von AMS und Land (184 kB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme