vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2006 · Vorarlberg Magazin Nr. 117/2006
Immer mehr Mädchen drängen in technische Berufe. Es könnten aber noch mehr sein, vielen fehlt einfach der Mut.
Frauenberuf oder Männerberuf. Wichtig ist, dass die Tätigkeit wirklich Spaß macht und nicht, ob man dafür das "richtige" Geschlecht hat.
Neben den technischen Fertigkeiten wird in Zukunft immer mehr auch die soziale Kompetenz der Jugendlichen zählen.
Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt macht auch vor der Lehre als Ausbildungsform nicht Halt. Verschärft wird Sie zusätzlich noch dadurch, dass derzeit die geburtenstarken Jahrgänge ausschulen und viele Jugendliche den Wunsch haben, ihre berufliche Laufbahn in einem Lehrberuf zu beginnen. Auch wenn derzeit wieder etwas mehr Lehrstellen für junge Menschen bereitstehen als beispielsweise im letzten Jahr, ist die Situation keineswegs entspannt.
Von Michael Tinkhauser
Die Jugendlichen müssen in Zukunft sicher mehr Flexibilität an den Tag legen, wenn es um die Wahl eines Lehrberufes geht. „Es wird nicht reichen, sich auf seinen Traumberuf zu konzentrieren und daran festzuhalten. Zwei bis drei Alternativen sollte man schon in Betracht zu ziehen, um die Chancen eine Lehrstelle zu finden, entsprechend zu erhöhen“, meint Christoph Jenny von der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
Gesunde Konkurrenz
Die jungen Frauen sollten für die Burschen eine gesunde Konkurrenz in technischen Berufen werden, Jenny sieht dafür kein Hindernis: „Es ist nicht erst seit gestern bekannt, dass Frauen für technische Berufe – wie etwa Schlosser oder Tischler – genau so gut geeignet sind wie Männer, einigen fehlt nur der Mut.“
Er sieht aber auch Licht am Ende des Tunnels: „Die große Durchlässigkeit des Bildungssystems ist sicher einer der größten Vorteile am österreichischen Arbeitsmarkt. Jeder – ob er nun eine Lehre macht, sich auf seine Matura konzentriert oder gar beides – hat die Chance auf eine universitäre Ausbildung. Die Berufsreifeprüfung eröffnet da ein ganz neues Potenzial, welches in den kommenden Jahren sicher noch viel stärker genutzt werden wird.“
„Wir wollen Begleiter in schweren Zeiten sein.“
Michael Tinkhauser
Leiter des Lehrlings- und Jugendreferates
500 Lehrlinge weniger
Michael Tinkhauser, Leiter der Jugendund Lehrlingsabteilung der Arbeiterkammer Vorarlberg, will den schwarzen Peter aber nicht nur den Jugendlichen zugeschoben wissen: „Im Moment haben wir es mit geburtenstarken Jahrgängen zu tun, die auf den Lehrstellenmarkt drängen.
Diese Situation wird sich aber bis zum Jahr 2016 umdrehen, wenn jährlich rund 500 Lehrlinge weniger zur Verfügung stehen“.
„Die Durchlässigkeit des Bildungssystems ist ein großer Vorteil am österreichischen Arbeitsmarkt.“
Christoph Jenny
Wirtschaftskammer Vorarlberg
Gesellschaft gefordert
Der Druck auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber wächst. Oft fehlt es den jungen Menschen aber auch an elementaren Dingen: Disziplin, Respekt oder Pünktlichkeit kommen immer mehr abhanden und das sind Werte, die auf dem Arbeitsmarkt auch noch in zehn oder zwanzig Jahren von immenser Bedeutung sein werden. Hier wird die Erwachsenen-Gesellschaft gesamthaft als gutes Vorbild gefordert. So lange viele Erwachsene Wasser predigen und Wein trinken, so lange werden auch viele Jugendliche danach leben.
Frühzeitige Gespräche
„Wir wollen unseren Klienten in schweren Zeiten gute Begleiter sein und unseren Informationsauftrag wahrnehmen. Oft wird aber auch von den Ausbildungsbetrieben erst reagiert, wenn der berühmte Tropfen das Fass schon zum Überlaufen gebracht hat. Hier wäre sicher von Vorteil, wenn schon bei den ersten Anzeichen Gespräche geführt würden – dann kommt es erst gar nicht zur Eskalation“, so Tinkhauser.
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Landespressestelle (LageplanFahrplan)
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"Auch Lehrlinge müssen noch flexibler werden" (234 kB)
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