vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2002 · Vorarlberg Magazin Nr. 106 / 2002
Hospizbewegung. 56 Jahre alt, Diagnose: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Eine medizinische Heilung ist chancenlos. Zukunft? Ja! Denn unheilbar krank zu sein, heißt auch, noch am Leben zu sein. Jetzt geht es erst recht ums Leben – um das Leben bis zuletzt. Für die Patienten und für ihre Angehörigen.
Von Christine Fussenegger
Für jede Familie stellt der Tod eines Mitglieds und die Vorbereitung darauf eine enorme Herausforderung dar. Die Sorge und die Pflege für den Angehörigen erfordern oft einen großen Kraft und Zeitaufwand. Pflegende – meistens sind es Frauen – stoßen dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Vor dem Ruf nach Hilfe haben viele Hemmungen – zu Unrecht, wie die Hospizbewegung immer wieder bestätigt bekommt.
Der Schock sitzt tief: „Mitten aus dem Leben“
Ein Beispiel ist Familie M.: Der Schock sitzt tief. Eben noch stand Großmutter „mitten im Leben“ und begann, nach einem Leben voller Arbeit langsam die eine oder andere Frucht davon zu genießen. Jetzt müssen sich alle mit ihrem nahenden Tod abfinden. Wenigstens kann sie jetzt daheim sein – das war stets ihr Wunsch. Der Hausarzt kontrolliert regelmäßig ihre Symptome und bringt neue, stärkere Schmerzmittel. Ihre Töchter haben kurzerhand den Tagesablauf umgestellt und sind nun ganz für ihre Mutter da. Eine Krankenschwester unterstützt sie dabei täglich. Alle paar Stunden braucht die Patientin Sauerstoff. 24 Stunden am Tag muss sie betreut werden. Nach einigen Wochen stoßen die beiden Töchter an ihre körperlichen und seelischen Grenzen.
Licht und Hoffnung durch Gespräch und Begegnung
Ein Gespräch bei der Hospizbewegung brachte ein wenig Licht in die schmerzvolle Situation. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin begann zu helfen. Anfangs war die Patientin überhaupt nicht begeistert, dass nun eine „fremde Frau“ für einige Stunden und später auch nachts bei ihr sein soll. Nach kurzer Zeit schon war der Bann gebrochen und es wurde nicht nur eine intensive sechsmonatige Begleitung, sondern eine tiefe Begegnung daraus.
Dank Hospizbewegung: Kraft und liebevolle Ruhe
In einem Brief dankt die Familie der Hospizbewegung: „Die Unterstützung, die Kraft und die liebevolle Ruhe ihrer Mitarbeiterin haben in unsere Familie sehr viel Halt und Hoffnung gebracht. Mit Ihrer Hilfe konnten wir unsere Mama würdevoll bis zu ihrem Tode begleiten.“
Annelies Bleil ist eine der insgesamt sechs Hospizkoordinatorinnen in Vorarlberg und für den Raum Bregenz zuständig. Neben der Betreuung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter ist sie die erste Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige, Hauskrankenpflege, Pflegeheime, Ärzte, Krankenhäuser etc., mit denen sie zusammen nach Hilfeleistungen für die Betroffenen sucht. Nach bestmöglicher Information über die Situation der Patienten sucht Annelies Bleil eine passende Begleiterin oder einen Begleiter.
Besonders wichtig: Zuhören und Koordinieren
Oft besucht sie die Betroffenen zu Hause, um sich ein Bild zu verschaffen. Daraus entwickelt sich häufig ein Beratungsgespräch. „Hier ist es besonders wichtig, Zeit zu haben für die Sorgen und Nöte der Menschen, damit diese sich öffnen können“, weiß Annelies Bleil aus Erfahrung.
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Hospizbewegung Vorarlberg
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T +43(0)5522/200-1100
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E hospiz@caritas.at
I www.hospizbewegung-vorarlberg.at
In allen Krankenhäusern Vorarlbergs bietet die „Krankenbegleitung der Diözese“ ebenfalls ihre Unterstützung an. Information dazu gibt es bei den jeweiligen Krankenhaus-Seelsorgern.
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Landespressestelle (LageplanFahrplan)
Download:
Hospizbewegung - Leben bis zuletzt (1.6 MB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme