vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2002 · Vorarlberg Magazin Nr. 105 / 2002
Mündung des Alpenrheins in den Bodensee.
Gewässer in Vorarlberg: Teileinzugsgebiete von Rhein und Donau.
Wasserwirtschaft ist eine internationale Aufgabe. Vorarlberg liegt in den großen internationalen Fluss-Einzugsgebieten von Rhein und Donau. Am Alpenrhein und Bodensee werden in internationalen Kommissionen gemeinsam mit den Nachbarstaaten die anstehenden Fragen erörtert. Die neue EU-Wasserrahmenrichtlinie verlangt die „Bewirtschaftung“ der Gewässer über das gesamte Einzugsgebiet.
Von Thomas Blank
Ein Wassertropfen, der in Vorarlberg als Regen niederfällt, fließt einige Zeit später vielleicht bei Rotterdam in die Nordsee oder im rumänisch-ukrainischen Donaudelta in das Schwarze Meer. Die zahlreichen Staatsgrenzen können ihn nicht an seinem Lauf hindern. Wasser kennt keine politischen Grenzen. Deshalb ist gerade am Alpenrhein und am Bodensee eine internationale Zusammenarbeit notwendig.
Der Alpenrhein – Größter Wildbach Europas
„Wo Vater Rhein noch jung an Jahren, gar kühn das grüne Tal durcheilt“ singen wir in der Vorarlberger Landeshymne.
Der Alpenrhein ist der größte Wildbach Europas. Bereits im Jahr 1892 wurde die Internationale Rheinregulierung IRR gegründet. Ihre Aufgabe ist die Regulierung des Rheins von der Illmündung bis zum Bodensee. Der Schutz vor den verheerenden Überflutungen des Rheins war die Grundlage für die Siedlungsentwicklung, die Intensivlandwirtschaft und den Bau von Verkehrswegen, Gewerbe- und Industrieanlagen im Rheintal.
Seit 1995 werden Fragen des Grundwasserschutzes, der Ökologie, der Energie und des Flussbaus am gesamten Alpenrhein in der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein IRKA erörtert.
Seit Juli 2002 hat LH Herbert Sausgruber für zwei Jahre den Vorsitz in der IRKA. Die beiden Kommissionen (IRKA + IRR) erarbeiten derzeit gemeinsam ein Entwicklungskonzept für den Alpenrhein (siehe Seite 11).
Der Bodensee – die „Seele“ Europas
Der Bodensee ist der einzige Fleck in Europa, auf dem keine Staatsgrenzen existieren. Schon im Jahr 1893 wurde deshalb für die Fischerei am Bodensee die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei IBKF gegründet. Sie kümmert sich um die einheitliche Bewirtschaftung. Die zunehmende Verschmutzung des Sees führte im Jahr 1959 zur Gründung der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee IGKB. Gemeinsam mit Baden-Württemberg, Bayern, Schweiz, Liechtenstein und Vorarlberg wurde beschlossen, und um den See die Abwässer zu reinigen. Die Erfolgsstory dieser Kommission – der saubere Bodensee – ist heute für alle erlebbar. Heute werden rund vier Millionen
Menschen in der Schweiz und in Deutschland mit Trinkwasser aus dem Bodensee versorgt.
Die Internationale Bodenseekonferenz IBK unterstützt vor allem auf politischer Ebene mit ihrer Arbeit die Ziele des Gewässerschutzes im gesamten Einzugsgebiet.
Gewässerschutz – eine Gemeinschaftsaufgabe der EU
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert den Schutz aller Gewässer und verpflichtet auch zur internationalen Zusammenarbeit im gesamten Einzugsgebiet. Was in Vorarlberg schon lange Tradition hat, ist nun auch im Gemeinschaftsrecht verankert. In vielen Teilen Europas fließt Abwasser noch ungereinigt in die Flüsse. Die Wasserrahmenrichtlinie fordert nicht nur saubere Gewässer, sondern auch einen möglichst naturnahen Zustand. Da gibt es auch in Vorarlberg noch viel zu tun. LH Sausgruber: „Vorarlberg kann mit den Nachbarn am Bodensee und Alpenrhein viel Know-how und Erfahrung in die europaweiten Diskussionen einbringen.“
Internationale Organisationen
Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee IGKB
Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei IBKF
Internationale Regierungskommission Alpenrhein IRKA
Internationale Rheinregulierung IRR
Internationale Bodenseekonferenz IBK
Einzugsgebiete: | |
Alpenrhein | 6.200 km² |
Bodensee | 11.500 km² |
Rhein | 185.000 km² |
Donau | 800.000 km² |
Kontakt:
Abt. VIId - Wasserwirtschaft (Fahrplan)
Download:
Wasser kennt keine Grenzen (227 kB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme