vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2002 · Vorarlberg Magazin Nr. 105 / 2002
Anlässlich einer Pressekonferenz im Vorarlberger Landhaus in Bregenz erfolgte im Dezember 2001 der offizielle Start zum Entwicklungskonzept Alpenrhein.
Der Alpenrhein bei Lustenau.
Alpenrhein. Das Entwicklungskonzept Alpenrhein ist das derzeit spannendste Flussprojekt im ganzen Alpenraum. Vom Ursprung in Reichenau bis zum Bodensee wird ein Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung des Flusses erarbeitet. Unter dem Motto „Zukunft Alpenrhein“ wird die Öffentlichkeit laufend informiert.
Von Fritz Osterkorn
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts fand am Alpenrhein immer wieder ein Wechsel zwischen Naturparadies und Hochwasserkatastrophe statt. Verständlich, dass die Bewohner des Rheintals darauf drängten, von Überschwemmungen befreit zu werden. Das gelang erst im Jahr 1900 mit dem Fußacher Durchstich durch die Internationale Rheinregulierung IRR. Dies war ein erster wesentlicher Schritt, den „Wildbach“ Alpenrhein zu bändigen.
Hochwasserschutz und Ökologie
Der Hochwasserschutz ist nach wie vor höchst aktuell und muss ständig verbessert werden, wie die letzten Überflutungen zeigten. Daneben aber wurde erkannt, dass eine intakte und damit ökologisch funktionsfähige Umwelt auch zur Sicherung der verschiedenen Nutzungsansprüche von großer Bedeutung ist. Der Alpenrhein und seine Zubringer erfüllen diese Bedingungen im derzeitigen Zustand kaum oder gar nicht.
Die Anliegerländer bzw. -kantone haben dieses Problem erkannt und im Jahr 1995 die Internationale Regierungskommission Alpenrhein IRKA gegründet mit dem Ziel, wasserwirtschaftlich- ökologische Projekte am Alpenrhein zu koordinieren. Als erstes wurden dazu grundlegende Daten gesammelt.
Experten und Bevölkerung machen gemeinsam mit
Darauf gründet sich ein neues, grenzüberschreitendes Projekt: Am 3. Dezember des Vorjahres wurde der Startschuss zum „Entwicklungskonzept Alpenrhein“ gegeben. Daran arbeiten nicht nur die vier IRKA-Länder Graubünden, St. Gallen, Liechtenstein und Vorarlberg sowie die IRR, dazu sollen auch Experten der verschiedenen Interessensgruppen und die betroffene Bevölkerung beitragen. Dabei werden die verschiedenen Bedürfnisse aufeinander abgestimmt.
Hochwasserschutz und Ökologie: keine Gegensätze
Der Hochwasserschutz steht klar an erster Stelle. Doch er kann auch ohne „Kanalisierung“ erreicht werden. Diese Erfahrung aus kleineren Flussprojekten wird jetzt auf den Rhein übertragen. Der Projektleiter des „Entwicklungskonzeptes Alpenrhein“, der österreichische Landschaftsplaner Klaus Michor, weiß aus seinen bisherigen Arbeiten, dass Ökologie und Hochwasserschutz voneinander profitieren: „Durch eine Ausweitung wird die Sicherheit erhöht, die Sohle stabilisiert, die Grundwassersituation verbessert und zudem ein attraktives Wassererlebnis geschaffen“.
„Ohne die Regulierung des Alpenrheins wäre die Siedlungsentwicklung im Rheintal nicht möglich gewesen.“
Herbert Sausgruber
Landeshauptmann
Der Mensch profitiert vom Erholungsraum
Darüber werden sich nicht nur die Fische freuen. Von den ursprünglich 30 Arten im Alpenrhein gibt es nur mehr 17. Auch der erholungssuchende Mensch wird von den geplanten Verbesserungen profitieren. Spätestens im Herbst 2004 soll das „Entwicklungskonzept Alpenrhein“ vorliegen. Dann wird nach dem Motto zu arbeiten begonnen: „Lieber kleine Maßnahmen bald, als die Jahrhundertbaustelle nie“.
Entwicklungskonzept Alpenrhein
Der Alpenrhein in Daten
Rhein von den Zusammenflüssen von Vorder- und Hinterrhein bis zur Mündung in den Bodensee.
Download:
Entwicklungskonzept Alpenrhein (241 kB)
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