vorarlberg.at · Presse · Landespressestelle · Vorarlberg Magazine · Vorarlberg Magazine 2001 · Vorarlberg Magazin Nr. 102 / 2001
Das Vorarlberger Landhaus in Bregenz wurde in den Jahren 1977 bis 1981 errichtet.
P1: Festspiele
P2: Seestadt
P3: St. Anna
P4: GWL
P5: Hypo
P6: Seegalerie
Landhaus. Ziemlich groß geraten erschien manch kritischem Geist, was da ab Herbst 1977 auf dem sogenannten Bandelgrundstück im Herzen von Bregenz heranwuchs. Als das neue Landhaus bezugsfertig war, tauchte der Name „Palazzo Prozzo“ auf – Großmannssucht auf Vorarlberger Art?
Von Alfons Kopf
“Vor dem Neubau waren die Dienststellen des Amtes der Landesregierung auf die verschiedensten Gebäude in Bregenz verteilt. Das war nicht nur umständlich, das verschlang auch hohe Mietkosten.“ Ganz abgesehen von den desolaten Zuständen, so Landesamtsdirketor Werner Brandtner, die mancherorts anzutreffen waren. „All diese verstreuten Dienststellen zusammenzufassen erforderte natürlich ein ziemlich großes Gebäude.“ Und von „Palazzo Prozzo“ war kein Wort mehr zu hören, als etwa ein Jahr nach der Übersiedelung die Landesregierung zum ersten Tag der offenen Landhaustüre geladen hatte. LAD Brandtner: „Die zahlreichen Besucher waren einfach beeindruckt vom Gebäude und wohl auch ein wenig stolz.“
Erfreuliches Betriebsklima
Für die Angestellten im Landhaus bedeutete die Übersiedlung den Wechsel aus engen, oft muffigen Büros in eine deutlich freundlichere Umgebung. Werner Brandtner gerät richtig ins Schwärmen: „Die Architektur bewährt sich bis heute und wir sind immer noch glücklich, einen solch schönen Arbeitsplatz zu haben."
Das wirke sich auch auf das Betriebsklima im Haus positiv aus. „Dieses Betriebsklima ist wirklich von seltener Qualität, wie uns immer wieder Leute bestätigen, die aus der Wirtschaft in den Landesdienst wechseln.“
Viel Arbeit für den Bund
Weshalb benötigt eigentlich ein Land mit 360.000 Einwohnern eine eigene Landesverwaltung?
„Die Landesregierung und auch der Landtag benötigen diesen Hilfsapparat. Dazu kommt, dass das Land zahlreiche Aufgaben des Bundes zu erledigen hat. Die sogenannte ,mittelbare Bundesverwaltung' erfordert viel Einsatz. Es ist wohl auch sinnvoll, dass nicht für jede Entscheidung in Bundessachen jemand aus Wien anreist. Gäbe es die Landesverwaltung nicht, müsste der Bund Außenstellen errichten.“ Zudem hat Vorarlberg einen besonders schlanken Verwaltungsapparat. Werner Brandtner: „Sämtliche Landesbehörden, inklusive der vier Bezirkshauptmannschaften, haben miteinander rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiten rund ein Viertel, also etwa 430 Personen, im Landhaus in Bregenz.“
„Vor dem Neubau des Landhauses waren die Dienststellen in ganz Bregenz verstreut.“
Werner Brandtner
Landesamtsdirektor
Politik und Verwaltung
Dass Landesregierung, Landesverwaltung und Landtag im selben Gebäude untergebracht sind, ist nicht selbstverständlich, in Vorarlberg war das von Beginn an keine Frage. Werner Brandtner: „Selbstverständlich sind die beiden Bereiche im Landhaus klar getrennt. Es gibt aber große Vorteile, etwa eine gemeinsame Poststelle oder Hausdruckerei.“ Weiters fragen immer wieder Landtagsabgeordnete im Auftrag von Bürgern in einzelnen Abteilungen nach dem Stand bestimmter Vorhaben und Anliegen. „Da gibt es eine Reihe von Berührungspunkten.“
Geschichtlicher Rückblick
1930:
Erwerbung von wesentlichen Teilen der Liegenschaft aus Privatbesitz zum Preis von 20 sfr pro m² für einen künftigen Regierungssitz.
März 1970:
Beschluss der Landesregierung auf Errichtung eines Landhauses zufolge immer knapper werdender Diensträume und Unterbringung in 12 verschiedenen Gebäuden in Bregenz
Oktober 1973:
Preisgericht. Den Verfassern der beiden mit dem 2. Preis ausgezeichneten Projekte wird eine Überarbeitung empfohlen. (1 Projekt erhielt den dritten Preis, kein erster Preis)
1975:
Genehmigung des überarbeiteten Entwurfes der sich inzwischen gebildeten Arbeitsgemeinschaft der planenden Architekten, federführend Architekt Holzbauer in Wien.
1977 – 1981:
Errichtung des Landhauses
1991:
Errichtung des Anbaues (ABB, etc.)
Kontakt:
Amt der Landesregierung – Landespressestelle (LageplanFahrplan)
Download:
Kein Mensch sagt mehr Palazzo Prozzo (236 kB)
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