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Landwirtschaft - Jagd

Schwerpunktmaßnahmen 2017 zur Tbc-Vorbeugung und -Bekämpfung

LR Schwärzler: Vorarlberg braucht Sicherheit für Viehbestand und Wildtiere

Schwerpunktmaßnahmen 2017 zur Tbc-Vorbeugung und -Bekämpfung

Auf Landesebene haben Vertreter der Vorarlberger Landwirtschaft, der Jägerschaft und Jagdschutzorgane sowie der Jagd- und Veterinärbehörde eine weiterführende Tbc-Vorbeugungs- und Bekämpfungsstrategie im Interesse der Sicherheit für die Vieh- und Wildbestände erarbeitet. Damit soll das Risiko einer Übertragung von Tuberkulose zwischen Rotwild und Weidevieh, insbesondere auf den Vorarlberger Alpen, hintangehalten werden.

Die Schwerpunktmaßnahmen im Überblick:

  1. Intensive Bejagung des Rotwildes im Tbc-Bekämpfungsgebiet mit verstärkter Konzentration auf die Zuwachsträger. Durch die Anwendung geeigneter Bejagungsstrategien und Bejagungsmethoden sollen Vertreibungseffekte in bisher Tbc-freie Gebiete vermieden werden. Im restlichen Landesgebiet sukzessive Absenkung der Rotwilddichte zur Erhaltung eines gesunden Wildbestandes, insbesondere in Gebieten mit hoher Rotwildkonzentration.Im Tbc-Bekämpfungsgebiet der Wildregionen 2.1 (Silbertal) und 2.2 (Klostertal) Aufhebung der Schonzeiten für alle Klassen des Rotwildes. Im restlichen Landesgebiet erforderlichenfalls behördliche Anordnungen von Sondermaßnamen zur Erfüllung der Abschussvorgaben.
     
  2. Im Tbc-Bekämpfungsgebiet Einsatz von Schalldämpfergewehren als Maßnahme zur Minimierung von Störungen im Zuge der Reduktion des Rotwildbestandes. Im restlichen Landesgebiet Erteilung von Genehmigungen für den Einsatz von Schalldämpfergewehren an beantragende Jagdschutzorgane.
     
  3. Bei Notwendigkeit „diagnostische Entnahmen“ von Rotwild gemäß § 48 Abs. 2 des Jagdgesetztes zur Erfüllung des Tbc-Stichprobenplanes.
     
  4. a) Im Tbc-Bekämpfungsgebiet sind alle Rotwildfütterungen nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit („Desinfektions-Erlass“) zu desinfizieren. Fütterungsplätze sollten zur natürlichen Desinfektion durch UV-Strahlung im Sommer mindestens einmal gemäht werden.
     
    b) Fachgerechte Lagerung und Entsorgung von Mist und Futterrückständen.

     
    c) Wildfütterungen müssen im Bereich von Viehweiden in Absprache zwischen den Jagdverantwortlichen und den Alpbewirtschaftern während der Weidezeit so eingezäunt werden, dass ein Kontakt des Weideviehs mit der Wildfütterungseinrichtung hintangehalten wird.
     
    d) Rinder-Salzlecksteine und ausgelegtes Futter sollten für das Wild nicht zugänglich sein. Wild-Salzlecken sind so zu situieren, dass der Zugang von Weidevieh möglichst verhindert wird.
     
    e) Grundsätzlich keine Auflassung von derzeitigen Rotwild-Winterfütterungen im Tbc-Bekämpfungsgebiet, wo zweckmäßig Dezentralisierung.
     
  5. Jährliche Anpassung des Tbc-Stichprobenplanes für das landesweite Monitoring aufgrund der Ergebnisse des Vorjahres sowie der Ergebnisse der Tbc-Untersuchungen bei Rindern.
     
  6. Im Tbc-Kern- und -Randgebiet ist jedes erlegte Stück Rotwild (ausgenommen Kälber) zu beproben. Die Untersuchung von einjährigen Stücken soll sich primär auf die Frühjahrs- und Sommermonate beschränken. Gegebenenfalls erhöhte Stichprobenvorgaben für ausgewählte Gebiete zur Prävalenzschätzung. Für die Untersuchung ist der gesamte Atmungstrakt von Kehlkopf bis Lunge inklusive der zugehörigen Lymphknoten vorzulegen. Abweichend davon kann im Tbc-Bekämpfungsgebiet das Haupt samt den vollständigen Rachenlymphdrüsen abgegeben werden.
     
  7. Professionalisierung der bestehenden regionalen Tbc-Arbeitsgruppen zur Umsetzung und Koordination notwendiger regionaler Maßnahmen auf Basis des landesweiten Tbc-Strategie mit Vertretern von Landwirtschaft bzw. Grundeigentum, Jägerschaft, Jagdschutzorganen, Jagd- und Veterinärbehörde sowie Bürgermeister der betroffenen Gemeinden.
     
  8. Bei Bedarf Einsetzen von regionalen Tbc-Arbeitsgruppen auch in weiteren Wildregionen bzw. Teilregionen durch die Jagdbehörde zur fachlich-behördlichen Festlegung und Begleitung erforderlicher Maßnahmen bzw. Maßnahmenkombinationen aus Alpwirtschaft, Forst und Jagd.
     
  9. Gezielte fachlich aufbereitete Informationen der zuständigen Organisationen an die Alpbesitzer, das Alppersonal, die Jagdnutzungsberechtigten und die Jagdschutzorgane über Verhaltens- bzw. Bewirtschaftungsempfehlungen zur Vermeidung der Tbc-Übertragung bzw. zur Wahrnehmung von Tbc- Verdachtsfällen.
  10. Bei Bedarf allgemeine Öffentlichkeitsarbeit der zuständigen Organisationen betreffend Tbc (z.B. in Gemeinden, Fachverbänden).
     
  11. Differenzierte Betrachtung und Umsetzung der landesweiten Tbc-Strategie im Tal sowie auf Vor-/Maisäßen und Alpen, abhängig vom Tbc-Vorkommen. Vor der Alpsaison: Festlegung der notwendigen lokalen Maßnahmen in Abstimmung zwischen Alpeigentümer/Alpbewirtschafter und Jagdnutzungsberechtigtem (z.B. Abstimmung der Besatzdichte und Weidedauer auf Alpen an die jeweilige Tbc-Situation). In Gebieten mit hoher Prävalenzrate problemorientierte Anpassung der Weideführung.
     
  12. Im Tbc-Bekämpfungsgebiet sollten zur Unterstützung der Tbc-Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen sowie zur besseren Umsetzbarkeit jagdbehördlicher Vorgaben bei Bedarf touristische Lenkungsmaßnahmen (z.B. Einrichtung jagdlicher Sperrgebiete) gesetzt werden.

 

Einige dieser Schwerpunktmaßnahmen sind zwischenzeitlich verbindliche Vorgaben gemäß der Rotwild-Tbc-Verordnung des Landes, erlassen auf Grundlage des Landesjagdgesetzes.

 
Weitere Informationen:

Information des Bundesministeriums für Gesundheit über Tuberkulose bei Nutztier und Rotwild

Information der AGES über Tuberkulose

Handbuch des schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu Tuberkulose beim Wild

Broschüre des schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu Tuberkulose beim Wild

Tuberkulose bei Wildtieren (Fachartikel aus der Zeitschrift „Jagd & Fischerei")

 

Die Fachleute sind sich einig, dass aufgrund der aktuellen Tbc-Situation von keiner Gefährdung für den Menschen auszugehen ist, weder im Zuge von Wanderungen, noch bei der Besichtigung von Ställen. Tourismus und Gastronomie können auch weiterhin auf hochwertige heimische Regionalprodukte vertrauen. Die notwendigen Maßnahmen sind nur im gemeinsamen Miteinander der berührten Interessengruppen und Behörden erfolgreich umzusetzen, damit Vorarlberg auch in Zukunft den Status Tbc-frei halten kann. „Aus diesem Grund ersuche ich die betroffenen Alp- und Jagdausschüsse, Eigenjagdbesitzer, Jagdausübenden und Jagdschutzorgane sowie Alpverantwortlichen und Alpbewirtschafter um die Fortsetzung ihrer verantwortungsvollen Arbeit. Die Gemeindeverantwortlichen bitte ich, insbesondere durch geeignete touristische Lenkungsmaßnahmen, die Tbc-Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen aktiv zu unterstützen. Eine konsequente Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit für unsere Vieh- und Wildbestände“, betont Landesrat Erich Schwärzler.

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