„Gesunde Gewässer – gesunde Fische“ das sind zwar alte Schlagworte, die aber immer noch bzw. gerade heute ihre Gültigkeit haben. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden Fische als wichtige Indikatoren für die Beschreibung des Gewässerzustandes verwendet, so etwa in der Wasserrahmenrichtlinie der EU, umgesetzt im geltenden österreichischen Wasserrechtsgesetz.
Mit großem Aufwand ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die Wassergüte – also die chemisch-physikalische Belastung unserer Gewässer mit organischen Stoffen, Nährstoffen und Schadstoffen deutlich zu reduzieren. Der Nutzungsdruck auf unsere Gewässer hat sich infolge des Wachstums von Bevölkerung und Wirtschaft dagegen weiter verstärkt: Der Bedarf an Siedlungsraum, die Industrialisierung, die Wasserwirtschaft und die energiewirtschaftliche Nutzung machten auch in Vorarlberg flussbauliche Maßnahmen und technische Eingriffe notwendig. Es wurde massiv in die Morphologie und Hydrologie unserer Gewässer eingegriffen. Dementsprechende Defizite in fischökologischer Hinsicht waren die Folge – so gelten derzeit über die Hälfte der heimischen Fischarten in Vorarlberg als gefährdet (vgl. downloads: „Grafik: Gefährdung heimischer Fischarten“).
Das nunmehr seit 2003 in Kraft gesetzte geltende Wasserrecht setzt der Wasserwirtschaft in dieser Hinsicht ein sehr ambitioniertes Ziel: die Erreichung eines guten ökologischen Zustandes unserer Gewässer bis spätestens 2027.
Die ersten Schritte auf dem Weg dorthin sind die Einschätzung des Risikos für die Zielverfehlung und das Monitoring jener Gewässerabschnitte, für die das Risiko unklar ist. Unbestritten sind dabei die Fische die aussagekräftigsten Indikatoren für die hydromorphologischen Belastung und die Fragmentierung unserer Fließgewässer. Erste Ergebnisse dieser Gewässerzustandsüberwachung ergaben durchwegs Handlungsbedarf an den größeren Flüssen. In der Folge sind nun im Rahmen des Ende März 2010 veröffentlichten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes (NGP) eine Reihe von Maßnahmen und Projekten zur Revitalisierung der Gewässer und der Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische geplant (vgl. downloads: „NGP-Prioritäre Maßnahmen“).
Diese Projekte kommen letztlich auch den Fischbeständen zu Gute. Es gibt bereits eine Reihe von guten Beispielen, wie mit Revitalisierungen durch Verbesserung der Strukturen und der Dynamik die Gewässer wieder naturnaher gestaltet wurden. Dies wirkt sich auf die gesamte Nahrungskette und schließlich auch auf die Fische positiv aus. Derartige Verbesserungen machen sich in Gewässern sehr rasch bemerkbar. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit der Flüsse für Fische auf dem Weg zu den Laichgebieten (zum Beispiel für die bedrohte Seeforelle).
Ausführliche Informationen zum Maßnahmenprogramm im Sinne des NGP finden sich auf den Seiten der Abteilung VIId-Wasserwirtschaft und unter WISA.
Download:
Fischregionen der Fließgewässer Vorarlbergs, Stand Jänner 2012 (5.3 MB)
Gefährdung heimischer Fischarten (10 kB)
Arbeitsanweisung des BMLFUW für Fischbestandsaufnahmen (3.6 MB)
Fischindex Austria Juni 2011 (2.9 MB)
Eingabesoftware FDA des BAW (FDA Datenerfassung) (5.6 MB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme