Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis)
Kormorane sind schwarze Vögel mit einem grünlichen Schimmer und einem weißen Gesichtsfleck. Sie haben einen kräftigen, hakenförmigen Schnabel. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.
Sie gehören zur Familie der Ruderfüßer, werden bis 90 cm groß und wiegen ausgewachsen zwischen 2.000 und 2.500 g.
Sie brüten einmal im Jahr, meist auf Bäumen, aber auch am Boden. Die Brutdauer beträgt 28 bis 31 Tage und das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eiern.
Ihr Lebensraum sind Seen und Fließgewässer. Das Verbreitungsgebiet der Vögel ist riesig, es umfasst große Teile Europas, Asien und Afrikas, außerdem Australien und Neuseeland sowie Grönland und die Ostküste Nordamerikas.
Kormorane sind sehr erfolgreiche Fischfresser. Sie können bis zu 90 sec und bis zu 30 m tief tauchen. Um den Jagderfolg zu steigern, schließen sie sich oftmals zu Jagdtrupps zusammen.
Im Mittel frisst ein Kormoran pro Tag etwa 500 g Fisch. Wie die Erfahrungen an Gewässern in ganz Europa gezeigt haben, und inzwischen hinlänglich bekannt ist, ist der Kormoran in Lage, am Fischbestand größerer Fließgewässer und Seen in kürzester Zeit einen erheblichen Schaden anzurichten – und zwar sowohl ökonomisch, als auch ökologisch. Sie sind Opportunisten, was die Fischart angeht, und bevorzugen, falls die Auswahl vorhanden ist, wertvollere Arten wie Äschen, Forellen, Zander Barsche und Aale, wobei Fischgrößen von 5 bis 50 cm verschlungen werden können.
Vor nicht allzu langer Zeit war der Kormoran noch stark bedroht. Doch Dank der EU Vogelschutzrichtlinie sind die Bestände in Mitteleuropa inzwischen so groß, wie noch nie.
Graureiher (Ardea cinerea)
Graureiher sind an der Oberseite grau, haben dunkelgraue Schwungfedern, eine schwarze Haube und einen buschigen Brustschild. Ihr Schnabel ist gelb und kräftig. Äußerlich lassen sich die Geschlechter nicht unterscheiden.
Die Reiher werden der Familie der Schreitvögel zugeordnet, sie können Größen bis zu 90 cm erreichen und ein Gewicht bis 1.050 g.
Sie brüten einmal jährlich auf Bäumen oder am Boden. Ihre Gelege bestehen aus 3 bis 5 Eiern und es dauert zwischen 42 und 50 Tage bis die Jungvögel schlüpfen. Die Vögel kehren stets zum gleichen Nistplatz zurück.
Der Graureiher ist eine weit verbreitete Vogelart. Sein Vorkommen erstreckt sich auf das mildere, südliche Europa und Asien, sowie große Teile Zentral – und Südafrikas. Die Lebensräume der Reiher sind Wiesen und Äcker, Fliessgewässer und Seen.
Die Nahrung des Graureihers besteht überwiegend aus Fischen, Kleinsäugern, Fröschen, Insekten und Würmern. Für die Nahrungssuche fliegt er bis zu 20 km weit.
Der Graureiher hat in unserer Kulturlandschaft kaum natürliche Feinde und entwickelt sich zunehmend zu einem Kulturfolger. Der Reiher bevorzugt daher seine Nahrungsaufnahme klare, seichte Gewässerabschnitte ohne größere Turbulenzen.
An kleinen, begradigten und kanalartig ausgebauten Forellengewässern ohne Gewässerrandstreifen aus Büschen, Sträuchern und Bäumen und an seichten Ausleitungsstrecken ist er in der Lage, einen erheblichen Schaden an den Fischbeständen anzurichten..
Gänsesäger (Mergus merganser)
Gänsesäger haben einen roten Hackschnabel mit dem sie Fische gut festhalten können.
Die Erpel haben einen dunkelgrün glänzenden Kopf und Hals, eine lachsrot unterhauchte Unterseite und einen grauen Bürzel. Die Enten sind kleiner, haben einen kastanienroten Kopf und einen grauen Rücken.
Mit einer Gösse von 65 cm und einem Gewicht zwischen 1.050 und 1.650 g sind sie etwas größer und schwerer als die mit ihnen Verwandten Schwimm- und Tauchenten. Ihre Gelege, mit 7 bis 14 cremfarbigen Eiern, bauen sie gerne in Baumhöhlen. Die Brutdauer beträgt 32 bis 35 Tage.
Gänsesäger kommen in weiten Teilen des nördlichen Eurasiens sowie Nordamerikas vor. Ihre Hauptverbreitung haben sie in Skandinaviern und Sibirien.
In Mitteleuropa sind sie zwar verbreitet, aber nur als wenig häufige Brut- und Jahresvögel. Im Winterhalbjahr ist die Art in Mitteleuropa als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten. Ihre Lebensräume sind Fliessgewässer und Seen.
Die Nahrung der Gänsesäger besteht vor allem aus kleinen Fischen mit einer Länge von bis zu 10 cm: In seichtem Wasser schwimmen die Vögel an der Oberfläche mit dem Kopf unter Wasser, in tiefem Wasser können sie bis zu 10 Meter tief und über eine Minute lang tauchen. Durchschnittlich frisst jeder Gänsesäger täglich etwa 300 g Fisch.
Haubentaucher (Podiceps cristatus)
Haubentaucher haben einen schlanke weißen Hals und einen bunten Kopfschmuck, Nacken und Rücken sind braun.. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Sie können bis zu 50 cm lang werden, eine Flügelspannweite von bis zu 75 cm erreichen und bis zu 1.400 g schwer werden
Ihr Nest verankern sie entweder am Boden oder an submersen Pflanzen. Haubentaucher bauen allerdings auch völlig offene Schwimmnester, die sich mitten in kleinen oder flachen Gewässern befinden. Die 3 bis 4 Eier, werden von beiden Partnern abwechselnd, im drei Stunden Rhythmus, 27 bis 29 Tage lang ausgebrütet. Die Küken sind Nestflüchter und können sofort selbst schwimmen und nach sechs Wochen tauchen.
Ihre Verbreitung ist riesig, sie kommen in den mittleren Breiten und Subtropen von Südwest-Europa und Nordafrika bis nach China, südlich der Sahara sowie im Süden und Osten Australiens und der Südinsel Neuseelands vor. In Mitteleuropa ist der Haubentaucher in gewässerreichen Gebieten bis in die Mittelgebirgslagen recht häufig. Die höchsten Brutplätze der Schweiz kommen noch auf 1.050 Höhenmetern vor. Ihre Lebensräume sind Fliessgewässer und Seen.
Haubentaucher fressen vor allem kleine Fische, die sie tauchend jagen. Überwiegend handelt es sich um Oberflächenarten, die eine mittlere Länge von 10 bis 15 cm erreichen. Die maximale Fischgröße, die Haubentaucher fressen, beträgt 25 cm. Aber auch Kaulquappen, Frösche, Krebstiere, Spinnen und Wasserinsekten, sowie Samen gehören zu ihrer Nahrung. Der tägliche Bedarf beträgt etwa 200 Gramm.
Die Situation in Vorarlberg
Kormorane kamen ursprünglich in Vorarlberg lediglich als Durchzügler vor. Seit dem Jahr 2001 hat sich in der Fußacher Bucht eine Brutkolonie etabliert, die bis auf 200 Brutpaare im Jahr 2008 angewachsen ist. Rund um den Bodensee befanden sich im Winterhalbjahr September 2008 bis April 2009 zwischen 500 und 1.800 Kormorane. Die Fischmenge, die dieser Bestand aus dem See entnimmt, liegt bei ca. 200 Tonnen pro Jahr, wobei der Kormoran ohne Rücksicht auf Schutz- und Schonbestimmungen sowohl laichfähige, als auch Jungfische und besonders schützenswerte Fischarten frisst.
Zum Schutz der Fischbestände in den wertvollen Laichgebieten entlang der großflächigen Seichtbereiche am Vorarlberger Bodenseeufer wurde in Zusammenarbeit mit der Behörde und mit allen Beteiligten und Betroffenen die Arbeitsgruppe Kormoran eingerichtet und in den vergangenen beiden Jahren ein erfolgreicher und beispielgebender Weg in Bezug auf die Maßnahmen gegen eine weiter Zunahme des Brutbestandes eingeschlagen. Per Verordnung wurden die Schonzeiten des Kormorans teilweise aufgehoben und damit die Reduktion der Vögel im Rahmen der Wasservogeljagd und darüber hinaus Vergrämungsabschüsse im Naturschutzgebiet Rheindelta ermöglicht. Per Bescheid wurde das Fällen und Aufkopfsetzen von Brutbäumen, sowie die Zerstörung bzw. Beseitigung nicht belegter Kormorannester zugelassen. Auf diese Weise konnte die Anzahl der Brutpaare in der Fußacher Bucht wieder auf etwa 100 im Jahr 2009 und circa 50 im Jahr 2010 gesenkt werden. Diese Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet, um die notwendige Kontrolle und Dokumentation sicher zu stellen. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres belegen, dass die Vergrämung die gewünschte Wirkung zeigt, ohne Schutzgüter, wie zum Beispiel andere Wasservögel, zu stören.
Im Rheindelta wird die gezielte Vorgangsweise im Sinne eines ausgewogenen Natur- und Artenschutzes mit den bewährten Methoden zumindest bis 2011 fortgesetzt werden.
Auch im Binnenland haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt, dass Maßnahmen gegen das Überhandnehmen der Fischprädatoren in unserer Kulturlandschaft zum Schutz der Fischbestände und zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher und fischökologischer Schäden unerlässlich sind. Allerdings haben diese Maßnahmen kontrolliert und gezielt zu erfolgen. Daher wurden nun auch im Binnenland für die kommenden 3 Jagdjahre von 2010 -2013 bezirksweise koordinierte Verordnungen über die ausnahmsweise Zulassung der zeitweisen Bejagung von Kormoranen und Graureihern erlassen. Dadurch ist es nun möglich, eine begrenzte Anzahl an Vergrämungsabschüssen entlang von ausgewählten Gewässerstrecken zu festgelegten Zeiten durchzuführen. Diese Abschüsse werden in Bezug auf ihre Auswirkungen dokumentiert.