Die ökologische Bedeutung des Gewässerrandstreifens
Von Seiten des Amtes der Vorarlberger Landesregierung wird verstärkt auch auf die Bedeutung des Gewässerrandstreifens für die Lebewelt im Gewässer hingewiesen. So wirkt sich vor allem bei den Bächen und kleineren Flüssen der Forellenregion das Fehlen von Bach begleitenden Büschen, Sträuchern und Bäumen drastisch auf den Fischbestand aus. Fehlt die Bestockung, kann das fischereiliche Ertragsvermögen dieser Gewässer auf ein Zehntel sinken. Die Ursachen dafür sind neben dem verringerten Nährtierangebot vor allem auch in der fehlenden Beschattung und der mangelnden Strukturierung der Gewässer beim Fehlen der Uferbestockung zu suchen.
Intakte Gewässerrandstreifen stellen wichtige Lebensräume für ans wassergebundene Pflanzenarten und für verschiedenste Tierarten dar. Beschattende Ufergehölze wirken ausgleichend auf das Temperaturregime und das Strahlungsklima und begünstigen damit den Stoffhaushalt und die Selbstreinigungsleistung der Gewässer. Zudem ist der Laubeintrag eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Wasserorganismen.
Im Zeichen des Klimawandels
Das Jahresmittel der Wassertemperaturen ist in den vergangenen 20 Jahren auch in den Fließgewässern drastisch angestiegen – um beinahe 2 °C. Damit wird jeder weitere Temperaturanstieg im Gewässer zur Bedrohung für die angestammten Fischbestände. Gerade in dieser Situation ist die Beschattung der Gewässer, beginnend bei den Quellbächen in unseren Wiesen, von zentraler Bedeutung für die Unterwasser Lebewelt. Messungen haben gezeigt, dass die Wassertemperaturen in einem unbeschatteten Wiesenbach um bis zu 6 °C auf 500 m Länge an einem heißen Sommertag steigen können. Letztlich tragen die so „vorgewärmten“ Quellbäche nicht unwesentlich zum beobachteten extremen Temperaturanstieg in den größeren Fließgewässern bei, besonders dann, wenn es sich ohnehin schon um Ausleitungsstrecken mit deutlich reduzierter Wasserführung handelt.
Pufferzone und Vernetzung der Lebensräume
Naturnahe Gewässerrandstreifen wirken als Filter und können die Einträge von Nähr- und Schadstoffen aus dem Einzugsgebiet in das Gewässer minimieren und dadurch bedingte Fischsterben verhindern. Naturnah gepflegte Ufersäume mit Röhrichten, Hochstauden und Gehölzen sind wertvolle Lebensräume. Fließgewässer mit ihren Randflächen werden so zu wichtigen Vernetzungselementen in der Kulturlandschaft. In verbauten oder intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten bieten Fließgewässer nahezu die einzigen Wandermöglichkeiten für Amphibien und andere Tiere.
Selbstverständlich bleiben die Uferbereiche ungedüngt. Dadurch finden hier auch Tiere und Pflanzen Lebensraum, die aus der intensiv genutzten Landschaft weitgehend verdrängt werden. Gleichzeitig sind die Fische nicht mehr auf dem „Präsentierteller“ für die Graureiher, die besonders an den begradigten Forellenbächen mit unbestocktem Wiesenufer einen erheblichen Schaden am Fischbestand anrichten können.
Natürliche Ufersicherung und Gehölzpflege
Ufergehölze befestigten die Ufer. Eine reiche Durchwurzelung der Böschung gewährt einen natürlichen Schutz vor Ufererosion.
Die Gehölzpflege sollte möglichst nur abschnittsweise erfolgen.
Bei den meisten Fließgewässern ist auch aus Gründen des Hochwasserschutzes kein durchgehender Gehölzgürtel erforderlich, sondern eine abschnittsweise Bestockung anzustreben.