Auf den Jahreshauptversammlungen der Fischereivereine konnte in den vergangenen Wochen Kenntnis von den vielfältigen Tätigkeiten und Leistungen der Mitglieder und Funktionäre in und an unseren Gewässern erlangen. Besonders hervorzuheben ist die von den Vereinen geleistete vorbildliche Jugendarbeit. Der Dank gilt allen engagierten Fischerinnen und Fischern für ihren tatkräftigen Einsatz im Netzwerk Mensch-Fisch-Natur. Die neue Fischereisaison hat begonnen, die Jungfische der Forellen kommen aus ihrem Kiesbett, während Frühjahrslaicher, wie die Äsche, gerade ihrem Laichgeschäft nachgehen.
Die Äsche wurde ihn Deutschland zum Fisch des Jahres gewählt. Dies sollte ein Ansporn sein, diese in Vorarlberg gefährdete Fischart in ihren Entwicklungsmöglichkeiten nach Kräften zu unterstützen. Die österreichischen Fischereiverbände haben gemeinsam mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft die Trüsche zum Fisch des Jahres 2011 gekürt. Diese Fischart kommt in Vorarlberg aufgrund des starken Bestandes im Bodensee im Unterschied zum restlichen Bundesgebiet noch vergleichsweise häufig vor. In der Schweiz wurde die Seeforelle zum Fisch des Jahres ausgerufen. Die Seeforelle ist für uns ein wichtiger Indikator für die Vernetzung und Durchgängigkeit der Gewässer vom See bis in die Forellenregion. Die Tatsache, dass im deutschsprachigen Raum gleich drei verschiedene Fischarten zum Fisch des Jahres ausgerufen werden, macht eines deutlich: Wir haben das Jahr der Fische! – Und es ist gemeinsam noch einiges zu tun, unter Wasser und entlang unserer Gewässer.
Erfolgreiche Kormoranstrategie wird fortgeführt
Im Jahr 2010 wurde über Initiative der Fischereivereine die Weichen für die Vermeidung von erheblichen Fischereischäden durch fischfressende Vögel gestellt. Die in Kraft gesetzten Verordnungen ermöglichen im ganzen Land an besonders betroffenen Gewässerstrecken die Abwehr von Graureihern und Kormoranen. Am See liegt das Ziel in einem gemeinsamen länderübergreifenden, nachhaltigen Management des Kormorans. Sobald sich die Nachbarstaaten dazu entschließen, werden in diesbezügliche Gespräche eintreten. Bis dahin ist Vorarlberg mit den geltenden Regelungen am Vorarlberger Bodenseeufer und der erfolgreichen „Kormoranwacht“ bereits auf einem guten Weg.
Daneben gilt es auf Verlangen der Fischer und gemäß den Zielen des Wasserrechtsgesetzes, im Zuge des weiteren Ausbaus der Gewässer auch Lebensraum für die Fische zu schaffen, als Voraussetzung für die Artenvielfalt unter Wasser. Konkret läuft derzeit der Bau einer fischpassierbaren Rampe oberhalb der Mündung des Mellenbaches, ab Winter 2011/12 wird der Ausbau der Bregenzerache in Au in Angriff genommen. Im Bereich Bezau-Reuthe ist vorgesehen, das bestehende Wehr bis 2012 durch eine fischpassierbare Rampe zu ersetzen. Im Unterlauf der Lutz soll durch Aufweitungen und Strukturierungen wieder ein dauerhafter Fischlebensraum geschaffen werden. An der Ill, dem Unterlauf der Bregenzerach und der Leiblach wird in Zusammenarbeit mit den Fischereiverantwortlichen intensiv an Gewässerentwicklungskonzepten gearbeitet, wobei auch hier neben der Sicherung des Siedlungsraumes die Verbesserung der fischökologischen Verhältnisse im Vordergrund steht.