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Jugend - Jugendwohlfahrt

Wozu braucht es "Frühe Hilfen"

Betrachtet man die Lebensgeschichte und die familiäre Situation von Kindern, deren Verhaltensauffälligkeiten mit Eintritt in Kinderbetreuungseinrichtungen wie Spielgruppen, Kindergärten, Schulen, etc. sichtbar werden, zeigt sich häufig, dass diese schon früh erhöhten Risiken ausgesetzt waren. Sie haben oftmals keine verlässliche Pflege und Versorgung erfahren, sind in ihren psychischen, psychischen, geistigen und sozialen Grundbedürfnissen vernachlässigt worden, waren mit einem problematischen Erziehungsverhalten ihrer Eltern konfrontiert und haben teilweise Misshandlungen erlebt. Meist besteht zu der Bezugsperson wie der Mutter bzw. den Eltern eine unsichere Bindung. Die Eltern bzw. alleinstehende Mütter sind mit verschiedenen biografischen, ökonomischen und aktuellen Belastungen konfrontiert, die in ihrem Zusammenwirken den Umgang mit dem Kind und damit dessen Entwicklung beeinträchtigen können.

           

Um im Hinblick auf frühkindliche Entwicklungsstörungen, Vernachlässigung und Misshandlung präventiv wirken zu können, muss eine Unterstützung möglichst frühzeitig angeboten werden. Dies gilt insbesondere für die ersten zwei bis drei Jahre eines Kindes, in denen sich die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung rasant vollzieht.

"Eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes sind ein großes Ereignis, aber zugleich eine enorme Herausforderung. Es geht uns darum, so früh wie möglich helfen zu können, wenn junge Mütter und Väter Unterstützung bei der Bewältigung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe brauchen", sagt Landesrätin Greti Schmid.

Rund um die Geburt und in den ersten Lebensjahren eines Kindes haben nahezu alle Familien Kontakt mit dem medizinischen System. „Frühe Hilfen“ versuchen eine Brücke zwischen Gesundheits- und Sozialsystem herzustellen. Den MitarbeiterInnen des medizinischen Systems kommt dabei eine zentrale Rolle, die der Früherkennung, zu. MitarbeiterInnen des Gesundheitssystems werden dazu motiviert, in einem verstärkten Maß neben den Gesundheitsaspekten auch der Interaktion zwischen Mutter und Kind sowie den psychosozialen Belastungsfaktoren der Familie Beachtung zu schenken. Durch Sensibilisierung und strukturelle Vernetzung werden die Unterstützung von Familien und der Schutz der Kinder zum gemeinsamen Anliegen von Gesundheits- und Sozialsystem.

 

 

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