Univ.-Prof. Dr. Marcus Hudec und Michael Wenzel (ÖOC) präsentieren eine Analyse über die Olympischen Winterspiele ab 1960 und die Bilanz der Österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Als Resultat ergibt sich eine differenzierte Bestandsaufnahme von verschiedenen Dimensionen des Erfolgs Österreichs bei Olympischen Winterspielen. Als Folge der Vorgehensweise ergeben sich jedoch je nach Blickwinkel verschiedene Ableitungen und Einschätzungen. Vermeintlich eindeutige Aussagen sind prima Vista vor dem komplexen Hintergrund kaum möglich. Die ausgearbeiteten Statistiken lassen aber eine differenzierte Perspektive über die Erfolgsbilanz Österreichs bei Olympischen Winterspielen für alle Betrachter offen. Trotzdem möchten Univ.-Prof. Dr. Marcus Hudec und Michael Wenzel (ÖOC) einige zentrale Befunde festhalten und in kurzen Thesen zusammenfassen:
- Österreich kann sich insgesamt als erfolgreiche Wintersportnation bei Olympischen Winterspielen bezeichnen. In der Endabrechnung der untersuchten Olympischen Winterspiele 1960 bis 2010 liegt Österreich bezüglich der Medaillen auf dem 6. Rang. Trotz gestiegener internationaler Konkurrenz konnte sich Österreich über 50 Jahre hinweg mit Ausnahme von Sarajewo 1984 konstant in den Top 10 der Medaillenwertung halten. Betrachtet man nur die letzten 3 Winterspiele dieses Jahrtausends ist Österreich die 5.-erfolgreichste Nation.
Österreich besticht bei Olympischen Winterspielen durch regelmäßige Erfolge, ist aber nur bei wenigen Sportarten erfolgreich: Besonders seit Calgary 1988 hat sich Österreich klar unter den Top-Nationen angesiedelt und etabliert. Es schafft kaum eine Nation, alle oder auch nur die Mehrheit der olympischen Wintersportarten (7) und -disziplinen (m: 15, w: 13) erfolgreich abzudecken. Österreich zählt nun vor allem in den Sportarten Schi (Ski Alpin, Nordische Kombination, Freestyle, Snowboard) sowie Biathlon und Rodeln zur absoluten Weltklasse und erringt kontinuierlich Spitzenplätze. Nicht jedoch in den weiteren Sportarten Bob, Curling, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Short Track und Eishockey.
Österreich nützt seinen traditionellen, wirtschaftlichen und strukturellen Vorsprung anderen Ländern gegenüber nur bedingt. Österreich ist eines der wenigen Länder, das seit 1924 regelmäßig bei Olympischen Winterspielen teilgenommen und auch Medaillen errungen hat. Das umfassende Fördersystem, die vorhandene Vereinsstruktur, die damit traditionelle Schwerpunktsetzung im Wintersport sowie die nationale Wirtschaftskraft Österreichs würden sich sicherlich verstärkt dafür eignen, das Spitzensportsystem in Österreich weiter zu optimieren, um somit eine umfassendere Teilnahme von Athletinnen und Athleten bei Olympischen Winterspielen zu ermöglichen. Aus der Analyse geht vor allem hervor, dass man den traditionellen Vorsprung in den Eissportarten teilweise verspielt hat, aber bei den neuen Sportdisziplinen wie Freestyle und Snowboard den Entwicklungsvorsprung nutzen konnte.
Österreich kann sich auch als relativ kleines Land gegen größere Konkurrenten behaupten. Haben 1960 noch 14 Länder olympische Medaillen gewonnen, so waren es 2010 in Vancouver bereits 26 Nationen. Waren die Erfolge bei den Olympischen Winterspielen 1960 noch zum größten Teil in europäischer Hand, verteilt sich die Medaillenbilanz nun vermehrt auf Länder Europas, Asiens sowie der USA und Kanada. Österreich ist es gelungen, sich trotzdem unter den Top-10 Nationen zu etablieren. Dies ist vor allem den Sportarten Schisport im weiteren Sinne und Rodeln zu verdanken.
Österreich hat im Hinblick auf den Spitzensport der Frauen und deren Teilnahme bei Olympischen Winterspielen noch Entwicklungspotential. In mehreren Sportarten waren bislang keine oder nur wenige österreichische Athletinnen bei Olympischen Winterspielen am Start. Neben Biathlon und Bob sind dies Curling, Eishockey und Skeleton. Eine geringe oder rückgängige Teilnahme ist vor allen in den Sportarten Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Langlauf und Shorttrack zu beobachten.
Die Analyse als Download:
Power Point Präsentation und
BerichtWeitere Infos sind unter
www.olympia.at erhältlich.