vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · Archivale des Monats - 2012
Franz Xaver Feuerstein an Josef Henrich, Andelsbuch 22. Dezember 1925
Josef Henrich (1879 bis 1943), der spätere Forstdirektor des Landes Vorarlberg, begann seine Berufslaufbahn bei der Wildbach- und Lawinenverbauung. 1903 wurde er mit der Bauführung in Bizau betraut, wo er sich auf musikalische Spurensuche machte.
Beinahe täglich traf sich hier ein Kleeblatt zum Gedankenaustausch und zum männermordenden Jass: Gebhard Wölfle, der dichtende Mechaniker, Gottlieb Oehe, der lachende, singende Schulmeister, der junge, liederfrohe Ingenieur von der Bachregulierung und der gefürchtete aber seelengute Schwanenwirt, Vater Jakob.
„Der Freundschaftsbund“, ein Lied, das bei jedem geselligen Beisammensein nicht fehlen durfte, erregte Henrichs besonderes Interesse. Trotz intensiver Forschung bei älteren Gewährspersonen blieb die Urheberfrage ungelöst, die Provenienz dagegen schien eindeutig nach Bizau zu weisen. Baschas Vere, Franz Xaver Feuerstein, Gründungsmitglied des 1903 errichteten Männergesangsvereins „Liederkranz“, unterstützt in humoristischer Weise diese Annahme. Er sandte Henrich 1925 den Liedtext mit dem Hinweis zu:
Wurde da in grauer Vorväterzeit auf der Schnepfegg ein frischgeborenes Knäblein gefunden und wusste niemand Rath, ob dieses Bürschel nach Bizau oder Schnepfau gehörte. Endlich nach langen, langwierigen Verhandlungen machte der Vorsteher von Schnepfau den Vorschlag: Gebts dem Knirps einen Budel Schnaps, trinkt er denselben nicht, gehört er uns; trinkt er aber den Budel und singt darauf den Freundschaftsbund, gehört er ohne Zweifel nach Bizau, ha, ha.
Annemarie Bösch-Niederer.
VLA: Musiksammlung: Nachlass Josef Henrich