vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · Archivale des Monats - 2010
Bruno Pezzey im WM-Heft der NEUEN
Regierungsbeschluss 23. Juni 1978
Überreichung 4. Juli 1978: Alois Lipburger, Oswald Ölz, Bruno Pezzey
Cordoba 21. Juni 1978 (Stermann & Grissemann 1)
Cordoba 21. Juni 1978 (Cordoba Project 2003)

Österreich - England 1979 4:3 dank Pezzey-Toren
Eintracht Frankfurt 1978 bis 1983
Werder Bremen 1983 bis 1987
Sportehrenzeichen in Gold für Bruno Pezzey, 23. Juni 1978
1978, Fußballweltmeisterschaft in Argentinien. „Córdoba“! Österreich schickt Titelverteidiger Deutschland (BRD) nach Hause. Ein Sieg für die Ewigkeit.
Zu den „Helden von Córdoba“ zählte der 23-jährige Lauteracher Bruno Pezzey (1955 bis 1994), der in Innsbruck unter Vertrag stand. Bereits am 14. Juni, nach überstandener Vorrunde, schlug Sportsachbearbeiter Dr. Otto Röser vor, dem brillanten Abwehrspieler das Ehrenzeichen für sportliche Leistungen in Gold zu verleihen. Landeshauptmann Dr. Herbert Keßler ließ noch am selben Tag das Nötige veranlassen.
21. Juni, Córdoba, 88. Minute, Edi Finger: „Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch. Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! (…) - wir busseln uns ab.“ „Und jetzt ist auuus! Ende! Schluss! Vorbei! Aus! Deutschland geschlagen, meine Damen und Herren.“ Österreich im Siegestaumel.
Der offizielle Antrag des Vorarlberger Fußballverbandes ist eingelangt. Das Präsidium bereitet den Regierungsantrag für die Auszeichnungsverleihung an Bruno Pezzey und Dr. Oswald Ölz (geb. 1943) vor, der den Mount Everest bezwungen hatte.
Die nächste Sitzung wird nicht abgewartet, die Landesregierung stimmt am 23. Mai im Umlaufweg zu. Am selben Tag kehren die ersten der „Helden“ nach Wien zurück. Pezzey folgt später, er verhandelt in Frankfurt über seinen Transfer in die Bundesliga.
Am 4. Juli überreicht Landeshauptmann Keßler in Bregenz Bruno Pezzey, Oswald Ölz und Skisprungvizeweltmeister Alois Lipurger (1956 bis 2001) das Sportehrenzeichen in Gold.
1979 wurde Bruno Pezzey in die Weltauswahl berufen. Wenig rühmlich verlief das Match Österreich-Deutschland bei der WM 1982 („Nichtangriffspakt von Gijón“). Pezzey reifte zu einer Spielpersönlichkeit mit internationalem Format. Er machte als Libero bei Eintracht Frankfurt (UEFA-Cup 1980) und Werder Bremen Karriere, die er in Innsbruck ausklingen ließ. 1994 starb Bruno Pezzey 39-jährig an plötzlichem Herzversagen.
Ulrich Nachbaur
VLA: Amt der Vorarlberger Landesregierung PrsA-230-2/1979
Links:
Erinnerungen an Córdoba: morgenpost.de, spiegel.de, welt.de, stern.de
Der Spiegel 1986 über Bruno Pezzey
Erinnerungen an Bruno Pezzeys 15. Todestag 2009: ÖFB, hronline.de, The Diva and the Kid (Film) Frankfurter Neue Presse, 11freunde.de, salzburg.com, rhein-main.net, vol.at
Fußballdaten Bruno Pezzey DB und Nationalteam
Fußballdaten Bruno Pezzey Frankfurt (Fotos)