vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · 96 Gemeindewappen
Auch die meisten der 21 „bäuerlichen“ Rechts- und Verwaltungsgenossenschaften legten sich Siegel zu. Mit den drei Städten bildeten sie als „Stände“ oder „Gerichte“ die politische „Landschaft“ in den österreichischen Herrschaften vor dem Arlberg. Nicht von ungefähr lassen sich für den Hinter-Bregenzerwald (1379) und das Montafon (1405) sehr früh Siegel belegen, als sie im rechtshistorischen Sinn noch „Länder“ waren.
Das Montafon (1639, 1718) und Dornbirn (1655) ließen sich vom Landesfürsten das Recht zur Wappenführung bestätigen. Die übrigen Gerichte dürften darauf verzichtet haben.
Einzelne Standeswappen wurden von den ab 1808 eingerichteten Gemeinden weitergeführt (Dornbirn, Mittelberg, Rankweil). Bei der späteren Verleihung neuer Gemeindewappen
wurden verbindende Elemente (z.B. Wäldertanne, Montafoner Schlüssel) übernommen.
Exponat: Montafoner Wappen auf dem Märzengerichtsprotokoll 1490 bis 1599, gebunden 1653
Der Stand Montafon führte die „Schlüssel des Himmelreichs" im Wappen, die Jesus Simon Petrus symbolisch übergab (Mt 16,19). Die Petrischlüssel verweisen darauf, dass die Montafoner Hofjünger des Hofes St. Peter bei Bludenz waren. Sie nährten die Legende, die Montafoner seien von Rom samt Tiara zur Führung der Schlüssel berechtigt worden. So ließen sie sich ihr Wappen 1639 und 1718 nicht nur vom Landesfürsten bekräftigen, sondern 1700 auch vom Papst. 1928/29 bestätigte die Landesregierung die Wappen der Stände Montafon und Bregenzerwald als „Gemeindewappen", obwohl diese „jüngeren" Stände nur vermögensrechtlich Nachfolger der 1808 aufgehobenen politischen Stände waren.
Vorarlberger Landesarchiv: Stand und Gericht Montafon, Hs 7.