vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · 96 Gemeindewappen
Die Bestimmungen des Landesgesetzes von 1926 wurden 1935 in die neue Gemeindeordnung eingebaut. Bis 1938 ließen sich 38 der damals 99 Gemeinden ein Wappen bestätigen oder verleihen. Je ein Gleichstück der Urkunden wurde zur Sicherung im Landesarchiv und im Bundesministerium für Inneres hinterlegt.
Die Wappen knüpfen häufig an historische Traditionen an. So übernahmen Gemeinden, die aus dem ehemaligen Stand Hinter-Bregenzerwald hervorgingen, gerne als verbindendes Element die Wäldertanne. Für das Laternser Gemeindewappen wurden 1938 aus dem Walliser Kantonswappen die Walsersterne importiert, die später weitere Walsergemeinden übernahmen. Damüls führt seit 1963 Walsersterne wie die Wäldertanne im Wappen – ein Sinnbild der ausufernden „Verwälderung“.
Exponat: Wappendiplom für die Gemeinde Laterns (Gleichstück) 22.7.1938
Mehrere Bergtäler wurden ab dem 14. Jahrhundert von Kolonisten durchdrungen, deren Vorfahren aus dem Wallis ausgezogen waren. Als „Zimbapfarrer" Gebhard Gunz 1936 für die Gemeinde Laterns ein Wappen entwarf, legte er ihm das Walliser Kantonswappen zu Grunde. So wurden die Wallisersterne in die Vorarlberger Heraldik und die Walser Gefühlswelt „importiert". Wir finden sie auch in den Wappen von Damüls (1963), Silbertal (1964), Blons (1969) und Fontanella (1970). Dagegen entschieden sich Sonntag (1966), Dünserberg (1969), Bürserberg (1970) und St. Gerold (1970) für den Steinbock als angestammtes Walsersymbol, das Mittelberg schon seit über 300 Jahren im Siegel führt.
Vorarlberger Landesarchiv: Amt der Vorarlberger Landesregierung II-245/1938; Gemeindewappenregistratur, Laterns.