vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · 96 Gemeindewappen
Wenn die Bregenzer Bürger erst 200 Jahre nach den Feldkichern und den Bludenzern ihr eigenes Siegel führen konnten, symbolisiert das eine verzögerte Entwicklung der Stadtverfassung. 1523 kaufte Erzherzog Ferdinand von Österreich auch die zweite Hälfte der Stadt und Herrschaft Bregenz, die damit nach einer über hundertjährigen Teilung wieder vereint wurden. Nun baten die Bregenzer den Landesfürsten, ihnen erweiterte Rechte nach dem Vorbild von Feldkirch und Bludenz zu gewähren.
Einer Demokratisierung stimmte Ferdinand nicht zu. Zu den wenigen Zugeständnissen zählte 1529 die Verleihung des angeblichen Wappens der alten Grafen von Bregenz als Stadtwappen. Mit diesem Prestigeerfolg konnte Bregenz wenigstens den Schein wahren.
Exponat: Wappendiplom für die Stadt Bregenz 24.2.1529
Im Vergleich zu Feldkirch konnte die Bregenzer Bürgerschaft in einer geteilten Stadt mit zwei Stadtherren nur eine sehr eingeschränkte Rechtsstellung erlangen. 1451 ging der südliche Teil der Grafschaft Montfort-Bregenz an Österreich über, 1523 der nördliche. Die Hoffnungen auf mehr Selbst- und Mitbestimmung erfüllten sich damit noch nicht. Gewiss waren die Bregenzer stolz, nun wenigstens dieses „uralte" Grafschaftswappen führen zu dürfen. Heute wissen wir, dass für die Ulriche gar kein Siegel belegbar ist und die Montforter dieses Wappen wohl „erfinden" ließen, um auch mütterlicherseits ihre vornehme Abstammung zu veranschaulichen. Die Hermelinschwänze wurden später als Rossegel oder Feldrüben missdeutet.
Archiv der Landeshauptstadt Bregenz: Urk. 493.