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Frauen und Gleichstellung

Frauen-Stiftungen

Geld und Gute Taten

In Österreich ist das Wissen um Stiftungen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch sehr gering. Der Unterschied zwischen Mann und Frau lässt sich ganz allgemein an der Vermögensverwaltung festmachen. Während sich männliche Stifter meist mit steuerschonenden Modellen selbst Gutes tun, liegt den Frauen die Zukunft am Herzen und sie fördern Wissenschaft und Forschung.
 
Die Ursprünge des heutigen Stiftungsgedankens liegen in der Kirchengeschichte. Im Mittelalter begannen Stifter, ihr Vermögen für religiöse oder karitative Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die Verweltlichung des Stiftungsgedankens setzte sich in der Reformationszeit durch und sollte nun dem Gemeinwohl dienen. Das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz entstand aus einer Stiftung, die am 22. Mai 1693 von einer Frau geschaffen wurde. Maria Theresia Gräfin von Wagensperg, geborene Fürstin zu Liechtenstein, dotierte den Stiftungsbrief mit 20.000 Gulden zur Errichtung eines Spitals. Es sollte Frauen und Wöchnerinnen aufnehmen und gratis verpflegen. Im Jahre 1784 besichtigte Kaiser Joseph II. bei einem Besuch in Graz das "armselige alte Krankenzimmer" bei den Elisabethinen, woraufhin der Monarch den Befehl gab, ein neueres und größeres "gutes Spital" errichten zu lassen. Die Elisabethinen waren ihres Krankendienstes wegen von den Reformen Josephs II. verschont geblieben. Heute arbeiten etwa 250 Beschäftigte im Krankenhaus der Elisabethinen zum Wohl der Allgemeinheit in Graz.
 
Eine beachtenswerte Unternehmerin aus dem 18. Jahrhundert hat mit ihrer weltlichen Stiftungsidee in Essen, dem heutigen Ruhrgebiet in Deutschland, die Welt für viele Menschen verändert. Helene Amalie Krupp, Tochter einer Kaufmannsfamilie, ergänzte ab 1760 nach dem frühen Tod ihres Mannes die Kolonialwarenhandlung um weitere Geschäftsfelder wie Bergwerkskuxe, Zeche, Schnupftabakproduktion und Leinwandhandel. Ihre unternehmerische Tätigkeit entsprach einem sehr strategischen Vorgehen, bezog aber auch soziale Aspekte mit ein. "In der Sache hart, aber zum Menschen weich" schien ihre Devise zu sein und sie war durchwegs bereit andere zu fördern. So schuf sie die "Magdalena Stiftung", nach ihrer Schwester benannt, und damit die Basis für das spätere Krupp´sche Weltunternehmen in Sachen Stahl.
 
Verpflichtung des "reichen Mannes"
Der Stiftungsgedanke setzte sich vor allem in den USA durch. Andrew Carnegie war 1889 der Erste, der die Verpflichtung eines "reichen Mannes", Stiftungen zu gründen, formulierte. 1913 folgte dieser Idee John D. Rockefeller und gründete 1913 mit 500 Millionen Dollar die gleichnamige Stiftung zum Wohle der Menschheit. Heute beträgt das Vermögen der "Rockefeller-Foundation" mehr als 2 Milliarden Dollar.
 
Die amerikanische Millionärin Peggy Guggenheim wurde als Sammlerin von Kunstwerken berühmt. 1951 gründete die schillernde Mäzenin ihre "Salomon-Guggenheim-Stiftung", die heute einen Teil des internationalen Museumsnetzwerkes der Familie bildet. Die Besessenheit der Kunstsammlerin beschränkte sich nicht nur auf die Kunstwerke, sondern bewies sich auch bei deren kreativen Produzenten. Geld hatte für sie nur insofern Bedeutung, als es zur Unterstützung der von ihr geschätzten Künstler und zur Erweiterung ihrer Sammlung und dem Nutzen der offenen Gesellschaft diente.
 
Zukunftsweisende Stiftungsgedanken
"Wissenschaftlichkeit" ist ein Kriterium bei der "Gerda Henkel Stiftung" in Düsseldorf, die 1976 zum Gedenken an die Industrieerbin Gerda Henkel von deren Tochter Lisa Mankell zur Förderung der historischen Geisteswissenschaften geschaffen wurde. Frauenfragen sind zwar kein spezielles Thema, doch sind die Auswahlkriterien für wissenschaftliche Arbeiten sehr streng. Einen weiblichen Zu-gang für Fördernehmerinnen bietet die "Helga Stödter-Stiftung" seit 1988. Ihre Gründerin, eine heute 78-jährige Juristin und Volkswirtin aus Hamburg, will Frauen in Führungspositionen unterstützen. Selbst jahrelange Präsidentin von "European Women‘s Management Development Network" ist sie überzeugt: "dass es noch immer an der grundsätzlichen Berufsförderung von Frauen in Führungsaufgaben mangelt." Frauenkarrieren liegen auch Maria Schaumayr, ehemalige österreichische Nationalbankpräsidentin, am Herzen. Dazu gründete sie 1991 die "Maria Schaumayr Stiftung" um Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen zu Frauenfragen zu fördern. Im Sinne des Netzwerkgedankens ermöglicht diese Stiftung seit vier Jahren den "Österreichischen Journalistinnenkongress" oder die Arbeit des überparteilichen Frauenklubs "Alpha" in Wien. Noch wenig bekannt ist das Engagement von Expolitikerin Heide Schmidt. Sie gründete eine gemeinnützige Privatstiftung, um damit einen "Beitrag zur Weiterentwicklung der Demokratie" zu gewährleisten. Strategisch klug hat sie sich Trendforscher Matthias Horx, den Politologen Anton Pelinka und den Industriellen Peter Haselsteiner in den Vorstand der Stiftung geholt.
 
In Österreich gibt es derzeit geschätzte 2.100 Privatstiftungen. Kein Vergleich zu Großbritannien, das mit mehr als 250.000 Stiftungen an der europäischen Spitze steht. Für die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung sind mindestens eine Million Schilling ( 72.672,--) Stammkapital nötig, die Stiftungsurkunde wird mit Stiftungszweck beim Notar ausgestellt, im Firmenbuch eingetragen und jährlich von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrolliert. Der Direktor des Verbandes eigennütziger Privatstiftungen empfiehlt allerdings die Vermögensanlage in einer Stiftung erst ab etwa 30 Millionen Schilling ( 2,19 Mio.) Die Zuwendungen an eigennützige Privatstiftungen sind heute mit 5% steuerpflichtig. Für Erträge aus Privatstiftungen sind 25% KEST fällig.
The World Of NGO´s", Mitglied des Europäischen Stiftungszentrums EFC in Brüssel, öffnet im Internet ein eigenes Portal, um das Wissen über Stiftungslandschaft, aktuelle Daten und konkrete Möglichkeiten der Förderung durch Stiftungen zu verstärken. In Kürze werden unter www.spendenportal.at Informationen über Chancen, Kontakte und Rahmenbedingungen alternativer privater Finanzierungen zu finden sein.
 
 
Doris Schulz

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