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Frauen und Gleichstellung

Frau und Macht

Die helle und die dunkle Seite der Macht
Macht war lange Zeit ein Tabuthema wie Sex in den 60er Jahren. Alle tun „es“, aber niemand weiß, wie es geht. Die Wirtschaftsberaterin und Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek ist drauf und dran, diese Wissenslücke zu schließen. In Strategieseminaren sowie mit ihrem Buch „Die helle und die dunkle Seite der Macht“ leistet sie Aufklärungsarbeit und stattet Frauen mit neuen Erkenntnissen und Kompetenzen im Umgang mit der Macht aus.

Die Macht zwischen Männern und Frauen ist ungleich verteilt. Erscheinen uns Männer mit Macht als erotisch, so bewirkt Macht bei Frauen scheinbar das glatte Gegenteil. Setzen wir Macht gleich mit Geld, so liegen Männer überhaupt schier uneinholbar voran. Es bedarf gar keiner ausgefeilten Statistiken, um zu beweisen, dass Männern vom Machtpotenzial Finanzen weit mehr zur Verfügung steht als Frauen. Allein die Tatsache, dass nach aktuellem Stand etwa 80% der Frauen eine Altersrente unter dem Existenzminimum zu erwarten haben, ist erschreckend genug. Setzen wir Macht gleich mit Kraft, so herrscht hier ebenfalls ein eklatantes Ungleichgewicht. Auch auf körperlicher Ebene lässt sich der „kleine Unterschied“ kaum wegdiskutieren. Männer sind nun einmal im Durchschnitt 12cm größer, 15kg schwerer und verfügen über zehn Prozent mehr Muskelmasse als Frauen. Liegt die Macht also möglicherweise „von Natur aus“ in den Händen der Männer? Oder sind es doch die Frauen, die im Hintergrund heimlich die Fäden ziehen, die die Männer am Gängelband führen, die mit Sex locken, die genau wissen, dass die Liebe durch den Magen geht und die gar nicht das geringste Interesse daran haben, diese ihre Macht zu offenbaren?

Quellen und Schauplätze der Macht
Alles nur ein Frage der Definition, meint Christine Bauer-Jelinek. Macht ist für sie das Vermögen, seinen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen. Wenn wir nun herausfinden wollen, wer Macht habe und wer nicht, oder welche Durchsetzungsstrategien wir einsetzen können, müssten wir zuerst verstehen, aus welchen Quellen die Macht kommt. Bauer-Jelinek unterscheidet acht solche Quellen, von denen jede ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten hat. Und da ist jene Macht der Materie, definiert durch Körperkraft, Besitz oder Geld, eben nur eine davon. Die weiteren sind die Macht der Herkunft, die der Mehrheit, des Wissens, der Gefühle, der Funktion, der Kontakte sowie der Überzeugung. ...und schon beginnen wir Frauen, uns ein klein wenig mächtiger zu fühlen.

Nicht nur die Quellen der Macht verlangten nach einer differenzierten Betrachtung, auch für die Schauplätze, an denen Machtausübung stattfindet, seien - nach Bauer-Jelinek - unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten und Spielregeln gültig. So sei beispielweise der Schauplatz „Haus“ ein Ort der intimen Beziehungen, ein Ort der Lebenserhaltung an dem Menschen „produziert“ und regeneriert werden. Der Schauplatz „Markt“ funktioniere hingegen nach einem reinen Leistungsprinzip. Hier werden Güter produziert und gehandelt mit einem einzigen Ziel: dem Gewinn.

„Der Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt,“ erklärt Christine Bauer Jelinek, „ermöglicht den Frauen zum ersten Mal in größerem Umfang, den Schauplatz Haus zu verlassen und sich am Markt zu bewähren. Diese Aufweichung der traditionellen Rollenverteilung hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen.“ Auswirkungen mit schwer wiegenden Konsequenzen freilich, denn: „Streben Frauen wirklich Macht in der Gesellschaft an, müssen sie viel mehr über die Spielregeln der Männer lernen. Und: Frauen müssten bereit sein, sich auch die Hände schmutzig zu machen und auf einige Vorteile ihrer derzeitigen Macht verzichten.“

Mechanismen der Macht
Der Schauplatz diktiert demnach das Wertsystem. Was im Haus funktioniert muss noch lange nicht „markttauglich“ sein. Christine Bauer-Jelinek: „Wer versucht, Interessenskonflikte am Markt nach den Spielregeln des Hauses mit weiblichen Werten wie Fürsorge, Sensibilität oder sozialer Kompetenz zu lösen, wird unweigerlich Schiffbruch erleiden. Männer wie Frauen haben die Spielregeln am jeweiligen Schauplatz gleichermaßen anzuerkennen und zu erfüllen, wenn sie mit ihren Handlungen erfolgreich sein wollen.“

Die Therapeutin rät: „Werfen Sie einen Blick in ihre Waffenkammer, machen Sie Inventur und stellen sie fest, welche Techniken Sie von sich selbst oder von anderen kennen – sind es offene wie konfrontieren, drohen oder einschüchtern, passive wie schweigen, blockieren oder stumm leiden, oder aber verdeckte wie abwerten, vertrösten oder jammern. Stellen Sie fest, was Ihrem Arsenal fehlt und entscheiden Sie, was Sie lernen wollen. Aber merke: Frau kann nicht kämpfen, nicht Macht ausüben, ohne die Bereitschaft, dabei auch zu verletzen.“

Um zu ausgewogenen Machtverhältnissen zu gelangen benötigen also beide Geschlechter Grundkenntnisse der jeweils anderen Machtmechanismen, über die wir - dank Christine Bauer-Jelinek - ja nun theoretisch verfügen und noch viel Zeit zum Üben, Üben, Üben.

Caroline Kleibel


Christine Bauer-Jelinek: Die helle und die dunkle Seite der Macht, Edition va bene, Wien-Klosterneuburg, 2000. www.bauer-jelinek.at

Frecher Frauenspruch:
„Der Satz ‚Der Klügere gibt nach’ bringt die Dummen an die Macht.“
Marie von Ebner-Eschenbach

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