Landesrätin Dr. Greti Schmid
(Sozial- und Familienreferentin der Vorarlberger Landesregierung)
(Präsident der Arbeiterkammer Voralberg)
(ÖGB-Landesgeschäftsführerin)
Dr. Peter Kircher
(Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg)
Mag. Michaela Wagner
(Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Vorarlberg)
Anton Strini
(Landesgeschäftsführer AMS Vorarlberg)
Auf Initiative von Landesrätin Greti Schmid wurde im Frühjahr 2007 das Netzwerk für Beruf und Familie gegründet, eine innovative Sozialpartnerschaft für mehr Familienfreundlichkeit in Betrieben. Mitwirkende sind die Vorarlberger Landesregierung, die Wirtschaftskammer Vorarlberg, die Arbeiterkammer Vorarlberg, die Industriellenvereinigung Vorarlberg, der Österreichische Gewerkschaftsbund und das Arbeitsmarktservice Vorarlberg. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung einer familienbewussten Personalpolitik als Managementthema nachhaltig zu erhöhen und allen Unternehmen und Institutionen, die sich für die Etablierung oder Weiterentwicklung einer familienbewussten Personalpolitik interessieren, eine Wissens-, Themen-, und Kontaktplattform zu bieten. Das Programm des Netzwerkes richtet sich an Unternehmensleitungen, Personalverantwortliche sowie Betriebsrätinnen und Betriebsräte in Vorarlberger Unternehmen.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird seit einigen Jahren zunehmend unter ökonomischen Gesichtspunkten diskutiert und ist mittlerweile in den Mittelpunkt wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Debatten gerückt. Der demographische Wandel, die Tatsache, dass Österreich eine sehr niedrige Geburtenrate hat, und der damit verbundene Mangel an Fachkräften sind Anlass genug, sich intensiver mit dem Thema Vereinbarkeit zu beschäftigen. Denn was, wenn gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr zur Verfügung stehen? Wenn Hochqualifizierte nicht mehr am Arbeitsmarkt zu bekommen sind? Was passiert im Betrieb, wenn die zunehmende Unausgewogenheit zwischen Beruf und Familie nicht nur bei berufstätigen Müttern, sondern auch bei berufstätigen Vätern zu wachsendem Stress und Konflikten innerhalb der Partnerschaft und Familie führt? Daher liegt der Schlüssel für Unternehmen mit Zukunft zu einem großen Teil in einer gelungenen Personalpolitik.
Unternehmen profitieren von hoher Motivation der Beschäftigten
In Unternehmen, in denen die familiären und beruflichen Erfordernissen und Bedürfnissen gelöst sind, profitieren nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So kann gewährleistet werden, dass zukünftig dem Unternehmen genügend und entsprechend den Anforderungen ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und auch ans Unternehmen gebunden werden. Arbeitgeber mit einer familienfreundlichen Unternehmenskultur profitieren durch geringere Fluktuation, ein attraktives Image und die Erhaltung von Wissen, Erfahrung und Kontakten. Dazu kommt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachweislich motivierter sind, wenn sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen können.
Alle Mitwirkenden an diesem Projekt setzen sich gemeinsam dafür ein, dass immer mehr Unternehmen eine familienbewusste Unternehmenskultur entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag für dauerhaften Wohlstand, Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Landesrätin Dr. Greti Schmid:
"Die Lebensbereiche Beruf und Familie lassen sich weder für Frauen noch für Männer isoliert betrachten. Es ist notwendig, dass wir uns an den Lebenswünschen der Familien und der Kinder orientieren und parallel dazu auch die Bedürfnisse und Herausforderungen der Unternehmen berücksichtigen. Dieser Balanceakt stellt eine zentrale Herausforderung dar. Um eine dauerhafte und gelungene Vereinbarung von Beruf und Familie zu ermöglichen sind wir alle gefordert: die Politik, die Wirtschaft, die Gesellschaft und auch die betroffenen Familien."
Präsident Hubert Hämmerle, Arbeiterkammer Voralberg:
"Familiengerechte Personalpolitik ist auch ein Wettbewerbsvorteil. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich besser gewinnen, wenn das Unternehmen den Bedürfnissen der Beschäftigten entgegenkommt. Im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte reicht es immer weniger aus, allein mit guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten zu werben."
Manuela Auer, ÖGB-Landesorganisation Vorarlberg:
"Ich weiß aus eigener Erfahrung als alleinerziehende Mutter eines Sohnes, welche Herausforderung es ist, Beruf und Familie optimal zu vereinbaren. Den Spagat zu schaffen, sowohl das Kind, als auch die Arbeit nicht zu kurz kommen zu lassen, ist eine täglich zu bewältigende Aufgabe. Daher ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für mich persönlich ein großes Anliegen. Gleichzeitig sehe ich darin aber auch eine gesellschaftliche Herausforderung, und ich freue mich auf die Mitarbeit in diesem Netzwerk, das ich tatkräftig unterstützen werde."
Direktor Dr. Peter Kircher, Wirtschaftskammer Vorarlberg:
"Die Wirtschaft kann auf das Potenzial von Frauen und Müttern nicht verzichten. Eine familienorientierte Personalpolitik wie sie von immer mehr Firmen in Vorarlberg praktiziert wird, erleichtert Frauen und Männern ihre Entscheidung für Kinder. Wichtig dabei ist, dass die Arbeitsverhältnisse ganz individuell zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gestaltet werden können. Familienfreundlichkeit rechnet sich für unsere Unternehmen auch betriebswirtschaftlich."
Mag. Michaela Wagner, Industriellenvereinigung Vorarlberg:
"Ein zentraler Faktor für weiteres Wirtschaftswachstum in Vorarlberg ist die Frauenerwerbstätigkeit. Es ist vor allem die stetig steigende Qualifikation von Frauen, die einen Wettbewerbsvorteil für unsere Unternehmen darstellt. Die Gleichstellung von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind demnach in zweifacher Hinsicht wichtig: Sie sind gesellschaftlich notwendig und ökonomisch sinnvoll. Allerdings in der Praxis ist die Erwerbstätigkeit von Frauen aufgrund von Betreuungspflichten häufig schwierig. Und genau hier müssen wir ansetzen, aber auch an der Einstellung der Menschen zum Thema Vereinbarkeit."
Landesgeschäftsführer Anton Strini, AMS Vorarlberg:
„Ein wichtiges Ziel des Arbeitsmarktservice ist die Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt. Frauen und Männer sollen gleiche Chancen hinsichtlich Erwerbstätigkeit, Berufswahl und Einkommen haben. Für uns gilt deshalb, unterschiedliche gesellschaftliche Voraussetzungen, Lebensbedingungen und daher auch unterschiedliche Bedürfnisse von Frauen und Männern wahrzunehmen und bei allen Konzepten, Entscheidungen und Maßnahmen zu berücksichtigen und zwar ohne die traditionellen Rollenklischees zu zementieren.
Dazu ist es aber auch erforderlich, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur wenn Beruf und Familie gleichermaßen berücksichtigt werden können, ist dieses Ziel auch erreichbar.“
Kontakt:
Gesellschaft, Soziales und Integration – Jugend und Familie (LageplanFahrplan)