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Bildung - Landesarchiv

April: Der Unholdenberg bei Götzis

Urkunde vom 10. November 1533

Das vorliegende Dokument erwähnt in der Mitte der sechsten Zeile, dass ein Grundstück auf einer Seite „an die Unholden“ grenze. Damit waren keine bösen Nachbarn, sondern die Felsen oberhalb der Örfla-Schlucht gemeint, die als Heimstätte der Unholden galten. Darunter stellte man sich im Spätmittelalter keine menschlichen Hexen, sondern ursprünglich „holde“ – also wohlwollende – mythische Frauengestalten vor, die nächtens durch die Luft fuhren, dabei Männer und Frauen mitnahmen, sie unterrichteten und ihnen die Zukunft zeigten. Diese (Toten-)Geister, die vornehmlich in den Bergen hausten, wurden später zu Dämonen stilisiert. Die Imaginationen vom „Nachtvolk“ und der „Wilden Jagd“ erinnern noch in vielem an sie.

Entsprechende Vorstellungen sind sowohl in den schriftlichen Quellen als auch in den Flur- und Bergbezeichnungen nur sehr spärlich überliefert. Die meisten heute bekannten „Hexen“-Namen stellen romantisierende Neuschöpfungen des 19. und 20. Jahrhunderts dar. Der Götzner Unholdenberg jedoch ist nicht nur im vorliegenden Dokument aus dem Jahr 1533, sondern bereits in einer Urkunde des Klosters St. Johann im Thurtal (heute Kanton St. Gallen) von 1421 belegt. Bei ihm handelt es sich somit um den am frühesten bezeugten „Unholdenberg“ im gesamten deutschen Sprachraum.

Beim Wandel von der älteren Unholden- zur neueren Hexenvorstellung änderten sich zwangsläufig die Aufenthaltsorte der ominösen Wesen. Statt wie die Unholde in den Bergen und deren Klüften lebten die angeblich weitaus gefährlicheren Hexen nunmehr unmittelbar unter den Menschen. Ihre Versammlungsorte blieben allerdings zumeist menschenfeindliche Zonen am Rand der Siedlungen oder Berge. Im mittleren Rheintal löste dabei der markante Gipfel der Hohen Kugel den alten Unholdenberg in der Schlucht gleich hinter dem Dorf als Hexenberg ab.

Manfred Tschaikner

VLA: Reichsgrafschaft Hohenems, Urk. 8456

 

Literatur (Download): Manfred Tschaikner, Der spätmittelalterliche „Unholdenberg“ bei Götzis im Vorarlberger Rheintal

Wandern und Klettern in der Örflaschlucht (Links): Vorarlberg.com - Klettersteig via örfla - via örfla Bericht

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