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Wohnen - Wohnbauförderung

Wohnbauförderungsrichtlinien 2016/2017 und Wohnbeihilferichtlinie 2016

Wohnbauförderungsrichtlinien 2016/2017 und Wohnbeihilferichtlinie 2016 wurden beschlossen.

Das Land fördert Wohnungseigentum und versucht neben der Energieeffizienz den Aspekt des leistbaren Wohnens in den Mittelpunkt zu rücken. Dies ist die Hauptaufgabe der Wohnbauförderung und wird mit einer guten Basisförderung mit gleitendem Anreizsystem umgesetzt. Das Förderungssystem bietet für die Bauwilligen und die Bauwirtschaft mehr Handlungsspielraum für System- und Materialentscheidungen sowie die Kostenoptimierung durch das gleitende Anreizsystem.

 

Die Eckpunkte der Wohnbauförderung ab 2016:

In der Neubauförderung:
Das Förderungssystem (Basisförderung mit Bonussystem) wird beibehalten. Die Basisförderung kann erhöht werden, in dem man beispielsweise einen Kinder- und/oder Einkommensbonus geltend macht. Eine bessere energetische, ökologische oder barrierefreie Ausführung etwa führt ebenso zu einer höheren Förderung wie eine Gebäudefassade aus Holz oder die Verwendung nachwachsender Dämmstoffe. Verdichtete Bauweise wird stärker gefördert. Außerdem gibt es einen Bonus für kompakte Wohnungen und Eigenheime. Die Kreditkonditionen wurden etwas gesenkt, sind transparent dargestellt und die Laufzeit beträgt 35 Jahre. Insgesamt soll das System für alle transparent, nachvollziehbar und unbürokratisch sein.

Die wichtigsten Fakten:
Neubauförderung für den privaten Wohnbau.

Die Einkommensgrenze für einen Einpersonenhaushalt wurde auf € 3.000,-- angehoben. Die Einkommensgrenze für Zwei- und Mehrpersonenhaushalte wurde mit € 5.300,-- festgelegt
(Einkommensberechnung: Nettojahresgehalt dividiert durch zwölf.).

Das Erwerbseinkommen bzw. Folgeeinkommen, AMS-Taggeld und Kinderbetreuungsgeld von Kindern bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs wird bis zu einer Höhe von monatlich € 800,-- nicht berücksichtigt. Es gibt einen Freibetrag bei Unterhalts- und Alimentationszahlungen für Kinder (bis zu € 150,-- pro Kind).

Pro m² förderbare Nutzfläche beträgt die Förderung, wobei der Förderungskredit auf ganze € 100,-- gerundet wird,
a) für Eigenheime: 380,--
b) für Doppelhäuser: 480,--
c) für Reihenhäuser ab drei Einheiten: 530,--
d) für Eigentums-, Miet- und Dienstnehmerwohnungen in Mehrwohnungshäusern: 780,--
e) für Zu-, Ein- oder Umbauten, Wohnungserweiterungen und Ersatzneubauten: € 830,--

Pro m² förderbare Nutzfläche werden Zuschläge gewährt, wobei der Förderungskredit auf ganze € 100,-- gerundet wird,
Kinderbonus für Eigenbedarfsförderung: je Kind € 50,--
Bei Mehrlingsgeburten bzw. ab 3 Kindern, je Kind € 75,--

Dieser Zuschlag wird für jedes Kind gewährt, für das Familienbeihilfe bezogen wird. Ungeborene Kinder werden bei Nachweis einer Schwangerschaft z.B. durch Kopie des Mutter-Kind-Passes berücksichtigt.

Einkommensbonus für Eigenbedarfsförderung bis zu: 100,--
Beträgt das Einkommen monatlich netto bei Einpersonenhaushalten weniger als € 2.100,-- und bei Mehrpersonenhaushalten weniger als € 3.500,-- wird die Basisförderung für jeweils begonnene € 50,--, um welche das tatsächliche Einkommen diese Grenzen unterschreitet, um € 10,--, maximal aber um € 100,-- erhöht.

Energiesparbonus
1. Verbesserung des Heizwärmebedarfs: bis zu 120,--
2. Verbesserung des Primärenergiebedarfs: bis zu 120,--
3. Verbesserung der CO2-Emissionen: bis zu 120,--
    Diese Zuschläge errechnen sich aus der Verbesserung der Werte für den Heizwärmebedarf, den Primärenergiebedarf und die
    Kohlendioxidemissionen jeweils aus dem Energieausweis, wobei Erträge aus Photovoltaikanlagen berücksichtigt werden.

Umweltbonus: 
1. Verbesserung des OI3-Index: bis zu  120,--
    Dieser Zuschlag errechnet sich aus der Verbesserung der Werte für den Ökoindex 3.
2. Fenster, Türen und Rollläden PVC-frei: € 50,--
    Dieser Zuschlag wird gewährt, wenn alle Fenster und Türen (auch Innentüren) der oberirdischen Geschosse samt zugehöriger
    Roll- und Klappläden und Lamellenstore sowie die Tür- und Fensterdichtungen PVC-frei (chlorfrei) ausgeführt werden.
3. Holzfassade: € 20,--
    Dieser Zuschlag wird gewährt, wenn die Gebäudefassade ohne Fenster flächenbezogen zumindest zu 60% aus möglichst
    unbehandeltem Holz besteht. Dabei sind die ökologischen Mindestanforderungen unter § 10 Abs. 7 lit.c) "Holz muss aus
    nachhaltiger Gewinnung stammen", zu erfüllen. Schichtstoff-. und Holzverbundplatten entsprechen, wenn diese einen
    Holzanteil von größer als 80 Volumenprozent aufweisen. Anstriche oder sonstige wirkstoffhaltige Behandlungen sind zulässig,
    wenn diese die Kriterien gemäß österreichischem Holzschutzmittelverzeichnis bzw. deutschem RAL-Gütezeichen 830
    erfüllen.
4. Verwendung nachwachsender Dämmstoffe: € 30,--
   
Dieser Zuschlag wird gewährt, wenn die Dämmung der Gebäudefassade ohne Fenster flächenbezogen zumindest zu 90%
    aus nachwachsenden Dämmstoffen erfolgt. Als Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gelten: Flachs-, Grasfaser-,
    Hanf-, Holzfaser-, Holzspan-, Jute-, Kokosfaser-, Kork-, Schafwolle-, Schilf-, Stroh- und Zellulosedämmstoffe.

Verdichtungsbonus ab Baunutzungszahl (BNZ) 54: € 50,--

Bonus für barrierefreie Ausführung:
1. für Wohngebäude mit Lift € 80,--
2. für Wohngebäude ohne Lift bzw. bei Teilausbau für Eigenheime € 30,--
                                                            
Gemeinschaftsprojekte mit gemeinnützigen Bauträgern: € 100,--
Dieser Zuschlag wird gewährt, wenn ein Wohnhaus von einem privaten Bauträger und einer gemeinnützigen Bauvereinigung gemeinsam errichtet wird und der Anteil der integrativen Wohnungen in diesem Gebäude mindestens 25 % und maximal 50 % beträgt. Die Verteilung der Wohnungen muss dabei ausgewogen erfolgen und mit der Gemeinde als Wohnungsvergabestelle vorher abgesprochen sein. Es sind die objektbezogenen Bestimmungen der Neubauförderungsrichtlinie 2016/2017 für den öffentlichen Wohnbau einzuhalten.

Bonus für kompakte Wohnungen und Eigenheime: € 50,--
Dieser Zuschlag wird bei Eigenbedarfsförderung gewährt, wenn die tatsächliche Nutzfläche
die folgenden Grenzwerte nicht überschreitet:
Für einen 1-Personenhaushalt 50 m²,
für einen 2-Personenhaushalt 65 m²,
für jede weitere Person zusätzlich 10 m².

Die Zinsen für die Rückzahlung von ab 2016 gewährter Neubauförderungskredite wurden um 0,5% gesenkt.

Kinderzuschuss:
Diese Jungfamilienförderung soll Haushalte bei der Reduktion des Haushaltseinkommens sowie der steigenden Kostenbelastung in Folge der Geburt bzw. Adoption eines Kindes durch Reduktion der Rückzahlungsverpflichtung für den Neubauförderungskredit unterstützen. Längstens auf die Dauer von 2 Jahren wird ein monatlicher Zuschuss in Höhe von € 50,-- bei einem Kind und € 75,-- je Kind bei Mehrlingsgeburten ausbezahlt. Der Antrag ist innerhalb von 3 Monaten ab Geburt bzw. Adoption zu stellen.

 

In der Wohnhaussanierung:
Die Wohnhaussanierungsrichtlinie gilt ab 1.1.2016 für ein Jahr.
In der Wohnhaussanierungsförderung wird im Jahr 2016 am bisherigen Förderungsmodell festgehalten. In ihrer Grundsystematik wurde die Wohnhaussanierungsrichtlinie gegenüber jener von 2015 nicht verändert. Es wurden lediglich einige Präzisierungen und Begriffsanpassungen an die Neubauförderungsrichtlinie 2016/2017 für den privaten Wohnbau sowie Klarstellungen der Verwaltungspraxis neu in den Richtlinientext aufgenommen. Neu geschaffen wurde die Möglichkeit einer Objektförderung an Eigentümergemeinschaften. 

Die Einkommensgrenze für einen Einpersonenhaushalt beträgt € 3.000,--, die Einkommensgrenze für Zwei- und Mehrpersonenhaushalte liegt bei € 5.300,--.

Durch eine moderate Anhebung der Kostengrenzen für Einmalzuschüsse und Kredite und der Prozente für die Förderungsberechnung kommt es zu einer Stärkung der Gesamtsanierung gegenüber der Bauteilsanierung.

Neu geschaffen wurde auch eine Förderung für die Substitution bisheriger Stromdirektheizungen durch ein neues innovatives Heizsystem.

Objektförderung an Eigentümergemeinschaften:
Für Mehrwohnungshäuser im Wohnungseigentum (mit mehr als 6 Miteigentümern) wird für Gesamtsanierungen und für Bauteilsanierungen ab der Förderstufe 4 ohne Prüfung der personenbezogenen Förderungsvoraussetzungen eine Objektförderung von der Hälfte der anrechenbaren Kosten berechnet und als Kredit an die Eigentümergemeinschaft gewährt.

Wohnungseigentümer, die bereit sind, die Einhaltung der personenbezogenen Förderungsvoraussetzungen nachzuweisen oder die sanierte Wohnung „förderbar“ zu vermieten, können die volle Förderung beanspruchen.

 

In der Wohnbeihilfe:
Die Wohnbeihilferichtlinie gilt ab 1.1.2016.
Die Wohnbeihilfe als individuelle Subjektförderung bleibt ein wichtiges Instrument, damit Wohnen durch diese Transferleistung „leistbar“ bleibt. Mit der Wohnbeihilfe kann gezielt je Haushalt die notwendige Unterstützung gewährt werden. Die Wohnbeihilferichtlinie 2016 wurde in ihrer Grundsystematik gegenüber jener von 2015 nicht verändert. Es wurden lediglich einige Präzisierungen und Begriffsanpassungen an die Neubauförderungsrichtlinie 2016/2017 für den privaten Wohnbau neu in den Richtlinientext aufgenommen.

Zentrale Änderung in der Wohnbeihilferichtlinie 2016 gegenüber der Richtlinie des Jahrs 2015 ist die Anpassung der Höhe des frei verfügbaren Einkommens. Für einen 1-Personen-Haushalt werden € 15.000,-- nicht berücksichtigt. Dieser Betrag erhöht sich um € 5.000,-- für jede weitere Person.

 

Für Fragen steht Ihnen das Info-Center der Wohnbauförderung gerne zur Verfügung: +43 5574 511 8080.
Öffnungszeiten
: Montag bis Freitag 8.00  12.00 und 13.00  16.00 Uhr (außer Mittwoch Nachmittag)

                                                                                                                           

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