| Seit seinem Debut mit der Erzählung „Einer“ 1988 zählt
der 1961 in Mils/Tirol geborene Norbert Gstrein zu den interessantesten
Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Gstrein hat in
Innsbruck Mathematik studiert und verbrachte Studienaufenthalte in
Stanford (USA) und Erlangen, derzeit lebt er in Zürich und Hamburg.
Der Roman „Die englischen Jahre“ und die Erzählung
„Selbstportrait mit einer Toten“, aus denen Gstrein lesen wird, gehörten
ursprünglich zusammen. Im Roman forscht eine junge Frau nach dem aus Österreich
stammenden Schriftsteller Gabriel Hirschfelder, und gelangt dabei auf
die Isle of Man, wo während des Krieges jüdische Flüchtlinge und
Nazi-Sympathisanten zusammen eingesperrt waren. Die FAZ schrieb über
das Buch: „Man darf, ja man muss sagen, dass dieser Roman zu den
interessantesten Büchern der deutschsprachigen Literatur der letzten
Jahre zählt.“
In „Selbstportrait mit einer Toten“ ist ein Schriftsteller fünf
Tage lang bei Dauerregen mit seiner Freundin, einer Ärztin, zusammen.
Sie versucht, ihm beizubringen, daß sich eine ihrer Patientinnen
umgebracht hat, er steigert sich in eine Tirade gegen den
Literaturbetrieb, gegen seine Schrifstellerkollegen und gegen sich
selbst hinein.
Norbert Gstrein wurde mit renommierten Literaturpreisen
ausgezeichnet, unter anderem dem Bremer Förderpreis für Literatur, dem
Rauriser Literaturpreis, dem Preis des Landes Kärnten beim
Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, dem Berliner Literaturpreis und zuletzt
1999 mit Alfred-Döblin-Preis und dem Werkjahr der Stadt Zürich.
Werke (im Suhrkamp-Verlag):
Einer. Erzählung 1988
Anderntags. Erzählung.1989
Das Register. Roman. 1992
O2. Novelle. 1993
Der Kommerzialrat. Bericht 1995.
Die englischen Jahre. Roman 1999.
Selbstportrait mit einer Toten. 2000.
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