Die Vorarlberger Landesbibliothek verfügt - bedingt durch die Bibliotheksgeschichte im Land Vorarlberg - kaum über geschlossene alte Bibliothekskörper. Nicht zuletzt deshalb ist auch ihre Handschriftensammlung - sie umfaßt rund 200 Exemplare, meist aus dem 18. und 19. Jahrhundert - sehr klein.
Unter diesen befindet sich allerdings eine sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer ästhetischen Gestaltung beachtliche Sammlung an spätbarocken Gebetbuchhandschriften, die - in den abgelegensten Landesteilen kalligraphisch geschrieben und mit Aquarellminiaturen und Tuschzeichnungen ausgeschmückt - Zeugnis vom Glauben und ästhetischen Empfinden der bäuerlichen Bevölkerung Vorarlbergs im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ablegen und, da sie oft datiert und signiert sind, besondere Rückschlüsse auf die Geschichte der Schriftlichkeit in Vorarlberg zulassen.
Zu den Handschriftenzimelien der Vorarlberger Landesbibliothek zählen die für die Geschichte des Landes besonders interessanten chronikalen Werke des Mehrerauer Benediktinermönchs Franzsicus Ransperg (1609-1670) und des aus Bludenz stammenden Kapuzinerpaters Anizet Riediniger (1740-1818) sowie zwei Fragmente (jeweils zwei Blätter) aus Handschriften des Hochmittelalters: die um ca. 1170 ev. sogar im Kloster Mehrerau auf Pergament erstellte Abschrift des Bellum Judaicum von Josephus Flavius bzw. die gegen Ende des 14. Jahrhunderts geschriebene und bunt miniierten Abschrift der Weltchronik des Rudolf von Ems, des ältesten bekannten Vorarlberger Dichters und Literaturkritikers (um 1200 - vor 1254).
Eine Ausleihe ist grundsätzlich nicht möglich. Reproduktionen werden soweit es die Bestände zulassen gegen Gebühr erstellt.
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