Ruth Rhomberg-Malin
Oktober/November 1995
Bildende und angewandte Kunst
Biographie
1959 geboren in Dornbirn. Kunstschule Wien. Akademie für Angewandte Kunst, Wien
bei Prof. Oberhuber. Sommerakademie Salzburg. Seit 1987 Ausstellungen in
Österreich und der Schweiz.
Statement
Die Serie, die Reihung, hat in Ruth Rhomberg-Malins Arbeiten Anteil an einer
ruhig erscheinenden Abfolge von einem bildlich gewordenem Gedächtnis.
Verarbeitet wird das Tagesgeschehen in zeichnerischer Form. „Tagebuchblätter“
heftet sie an blaue Plastiktragetaschen von Chios, einem Alltagsgegenstand mit
klarem Nutzen und hinweisendem Charakter: wählen, eingestecken, festhalten,
tragen und mitnehmen, was bewußt oder unbewußt „gesammelt“ wurde; wegwerfen,
bewahren.
Den Einsatz eines Alltagsgegenstandes in ihrer Kunst und somit dessen Verfremden
führt Rhomberg-Malin mit dem „Reigentanz“ noch weiter: geknotete Taschentücher,
die tatsächlich bei einem griechischen Tanz durch Umfassen der Tücher die
einzelnen Tänzer miteinander im Rund verbinden, lassen an Klänge erinnern, die
Formen der Runde, die würdevolle Haltung, das Gesetz der Schritte, die Eigenart
der Bewegung, die Anmut des Tanzes. Die Erinnerung an die andere Kultur.
Chiotisches Tagebuchblatt, 1995
Zeichnung geheftet auf chiotische Plastiktasche
47 x 29cm