Marta Rauch-Debevec Porträt

Marta Rauch-Debevec

September/Oktober 1993
Bildende und angewandte Kunst


Biographie
geb. in Ljubljana, Slowenien. 1978-84 Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien (Klasse für Keramik bei Prof. Maria Bilger-Perz). Seither freischaffend, lebt in Schlins, Vorarlberg. Diverse Ausstellungen.


Statement
Leichtes möchte die Keramikerin hier schaffen. Und wichtig für sie: ihre Arbeit soll unter freiem Himmel entstehen können.
Rauch-Debevec reist mit der Idee, aus dem vorzufindenden Material neues Papier zu schöpfen.
Der im Dorf Pirgi beobachtete Verfall einiger Häuser, der ohne Eingriff der Bevölkerung zugelassen wird, ist dem natürlichen Prozess von Werden und Vergehen für die Künstlerin vergleichbar. Die Phasen ihres Schaffensprozesses rücken in die geistige Nähe dieser Beobachtung: Zersetzung, Spurenaufnahme im Abdrucknehmen, Neuschöpfung.
Vom geripptem bauchigen Körper einer Amphore stark angesprochen, assoziiert die Künstlerin Fruchtbarkeit. Das geschöpfte Papier legt sie zum Trockenen auf diese Form. Beim Loslösen vom Bauch der Vase entwickelt sich aus dem zunächst statisch wirkenden Papier Bewegung: das Papier rollt sich und die Oberfläche erhält zusätzlich Leben durch Reste von Muscheln und Sand, die an der Vase festsaßen. Das Hell - Dunkel der übertragenen Rippenstruktur, erinnert an die Wellen des Meeres. In ihnen steckt die stets wiederkehrende Kraft von „Strömung“, liegt die Zerbrechlichkeit von „Muschelschale“ und die Festigkeit von Uraltem, „Versteinertem“.



Muschel, 1993
in Pirgi geschöpftes Papier aus dortigem Material
100 x 100cm

Strömung, 1993
in Pirgi geschöpftes Papier aus dortigem Material
210 x 50 x 50cm