Johannes Ludescher Porträt

Johannes Ludescher

Juli/August 1993
Bildende und angewandte Kunst


Biographie
geb. 1946 in Feldkirch. 1968-76 Akdemie der Bildenden Künste in Wien. Studium der Malerei und -Bildhauerei. Seither zahlreiche Ausstellungen. Studienreisen in den Mittelmeerraum, nach Rußland, den Vorderen Orient und New York


Statement
Steine. Meist werden sie mit Gedenksteinen, Denkmälern in Verbindung gebracht. Ludescher baut gefundene Steine nach. Er arbeitet akribisch authentisch, gibt ihnen ihre eigene Farbigkeit und Struktur „zurück“; nur erhalten sie einen größeren Körper, fünf- oder zehnmal größer. Da Ludeschers Steine hohl und somit leicht sind, doch teils fast menschengroß, entsteht die Irritation, die zugleich fasziniert. Was passiert mit dem Gewicht? Die Zustandsveränderung vollzieht sich über die Arbeit des Künstlers. Der Stein durchlebt eine Metamorphose. Natürliche Eigenschaften verlieren ihre Bedeutung. Allein der Künstler bleibt mit dem Stein vertraut durch die Erinnerung an den Fundort und die mit dem Fund verbundenen Sinneswahrnehmungen.
Der Betrachter ist mit seiner Phantasie für sich. Also doch ein Gedenkstein?



Steine von Chios, 1993
Olivenzweige überspannt mit Papier, Aquarell
48 x 55 x 8cm,
28 x 52 x 16cm,
22 x 35 x 9cm