Gerda Haas
August/September 2002
Bildende und angewandte Kunst
Biographie
1964 geboren in Judenburg, Steiermark. Lebt und arbeitet in Feldkirch. 1998-2003
Studium an der Kunstuniversität Mozarteum, Klasse für Bildhauerei bei Prof.
Ruedi Arnold, Institut für Kunst- und Werkerziehung. Künstlerische Schwerpunkte:
Fotoinstallationen, konzeptuelles Arbeiten. Ausstellungen in Vorarlberg,
Innsbruck, Salzburg, Graz und in der Schweiz.
Statement
Gerda Haas beschäftigte sich eingehend mit der Sgraffito-Technik, griechisch
Xistà genannt, mit der im Dorf Pirgi beinahe alle Fassaden der Häuser geschmückt
sind. Diese Kratzputztechnik, die sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts nur
lokal in Pirgí und dem zugehörigen Fischerdorf Emporio entwickelt hat, ist
wahrscheinlich genuesischen Ursprungs. Nach einer eingehenden Beschäftigung mit
den häu¬fig auftretenden Grundmustern und dem Fotografieren vieler Details hat
Gerda Haas einen eigenen Entwurf für eine Fassadengestaltung gemacht, und mit
der handwerk¬lichen Hilfe eines einheimischen Freundes realisiert.
Ihr ging es dabei um das Zusammenspiel von der in der westlichen Kunstwelt oft
abschätzig bewerteten Volkskunst mit einer durch ein Kunststudium geprägten
Sehweise. Westliches Kunstverständnis und ethnische Traditionen zu verbinden
empfand sie als bereichernde Erfahrung.
xista, 2002
Sgraffito auf Feinputz
Wandfläche 725 x 160cm
Werkskizze
© Gerda Haas