Franz Gassner
Juli/August 1992
Bildende und angewandte Kunst
Biographie
geb. 1941 in Frastanz. Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien
1961-66. Während dieser Zeit erste Ausstellungen und Preise. Seit 1966
freischaffender Künstler in Lustenau. Lehrtätigkeit von 1974 - 2001 am Gymnasium
Mehrerau, Bregenz und dem Bundesgymnasium Blumenstrasse, Bregenz. Zahlreiche
Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland. Studienreisen nach
Südfrankreich, Israel und Armenien. Öffentliche Aufträge und Preise, u.a.
Förderungspreis für Kunst des Landes Vorarlberg.
Statement
Versetzt ins Chiotische. Eine Tatsache, die herausreißt aus dem heimatlichen
Verbundensein. Aufgenommen in die trockene Hitze des Mittelmeerraumes beginnt
eine sofortige Neuorientierung.
Franz Gassner ist beauftragt, als erster Künstler für sich und alle folgenden
Stipendiaten das Atelier auszurüsten. Mit der ihm eigenen Sorgfalt beginnt er.
Alltägliches wird zunächst wichtig. Dabei ergeben sich Kontakte zu den Menschen,
Erkundungsgänge durch den Ort und in die Landschaft.
Jahreszeitlich bedingt, werden Arbeiten von Frauen vor den Häusern verrichtet.
Die Klänge der Stimmen von Mensch und Tier, Schritte, Musik schwingen und hallen
wider in den engen Gassen. Schmale Einblicke, Winkel, Lichtblitze,
Schattierungen in Blau und Grau werden wahrgenommen.
Gassner bemerkt, wie sich große, graue Mauerflächen gegen Liniengefüge von
Waagerechten und Senkrechten absetzen. Sie steigen, fallen, halten, bilden
Stufen, wirken wie Kontrapunkte. Diese tiefen Eindrücke knüpfen für ihn an
Erlebnisse, die er in Armenien machte, an. Somit wird es für den Künstler
zwingend, wie zuvor das quadratische Format für seine Bilder einzusetzen.
Gassner erzählt mit seinen Kompositionen über die Symbolik der Vierzahl, die
Intuition und die Melodien und die Wärme der menschlichen Begegnung.
aus der Serie:
Pirgi, Komposition 1 – 6, 1992
Öl auf Leinwand
18 x 18cm