Über die Geschichte Vorarlbergs im 19. Jahrhundert gibt es bislang nur wenige Spezialuntersuchungen und schon gar nicht solche über die Anfänge des modernen Parlamentarismus.
Kurt Tschegg hat sich dieser verdienstvollen Aufgabe angenommen und den Demokratisierungsprozess anhand der Biografie des 1. Vorarlberger Landeshauptmannes, des Tirolers Sebastian Ritter von Froschauer, dargestellt. Dass dieser Beamte in Vorarlberg bisher nur wenig Würdigung erhielt, hing nicht nur mit seiner "nichtalemannischen" Herkunft zusammen, sondern auch damit, dass er ein Liberaler war und diese Ideologie in der späteren Landesgeschichtsschreibung nicht in "gefragt" war.
Forschauers erste vier Landtagsperioden fallen dann auch mit dem sog. Kulturkampf zusammen, mit den harten Auseinandersetzungen zwischen der konservativen katholischen Kirche bzw ihrer Partei und dem liberalen Verfassungsstaat.
Anhand stichhaltiger Quellen weist Tschegg nach, dass die Anfänge des Parlamentarismus in Vorarlberg mit größten Problemen verbunden waren, weil einfach eine entsprechende Tradition und die politische Kultur dazu fehlten. Und der Autor kommt zu folgendem Ergebnis: Für den Aufbau einer selbständigen, sparsamen und beispielgebenden Landesverwaltung war ein "landfremder" Tiroler, der liberale Landeshauptmann Sebastian Froschauer, richtungsweisend.
Kurt Tschegg verwendet in seiner Arbeit viele Originalquellen und Zeitungstexte, die ein lebendiges Bild des 19. Jahrhunderts vermitteln. Porträts der wichtigsten Politiker lassen diese aus dem Dunkel der Vergangenheit wieder auferstehen.
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