Ausstellungseröffnung "Hinter der Fassade" 06.11.2006
(Bild unten vlnr IfS-Geschäftsführer Allgäuer, LTP Halder, NR Franz, LTVP Mennel)
Gewalt in der Familie ist seit vielen Jahren ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema. Enttabuisierung und Aufklärung haben als erste wichtige Schritte eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik ermöglicht.
„Jede dritte bis fünfte Frau wird im Laufe ihres Lebens mindestens ein Mal Opfer männlicher Gewalt. Die meisten gewalttätigen Übergriffe erfolgen in der Familie und im sozialen Nahraum. Allein im Vorjahr haben in Österreich 3.256 Frauen und Kinder Zuflucht in den Frauenhäusern gesucht. Das entspricht laut der veröffentlichten Gewaltstatistik einer leichten Zunahme im Vorjahresvergleich. Aus der Praxis wissen wir, dass Netzwerke und Kooperation unverzichtbar sind, wenn es darum geht, die Prävention von und die Intervention bei Gewalt in der Familie zu optimieren“, so Landtagspräsident Gebhard Halder.
Die Wanderausstellung ist als Wohnung konzipiert, weil dies fast ausschließlich der Ort ist, wo Misshandlungen an Frauen und an Kindern passieren. In vier Räumen wird auf das Thema unterschiedlich eingegangen. Im Ausstellungskonzept wird durch das Verwenden von prägnanten Möbelstücken wie eine Kredenz, ein Küchentisch, eine Wohnungstür, ein Ehebett, usw. die Verbindung zur häuslichen Sphäre hergestellt. Die Möbelstücke dienen als Träger für auditive und visuelle Arbeiten zum Thema.
Mit der Ausstellung soll auch betroffenen Besucherinnen, die Möglichkeit nahe gebracht werden, ihr Leben neu und gewaltfrei zu gestalten. Ein Einblick in die Gesetzgebung, eine Auflistung von den Beratungsmöglichkeiten und den intervenierenden Institutionen soll dazu ermutigen.
LTP Halder: „Zur nachhaltigen Beendigung von Gewalt in der Familie und in der Gesellschaft braucht es noch viel Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung. Mit der Ausstellung ‚Hinter der Fassade’ soll dazu ein weiterer Beitrag geleistet werden.